Schlacht von Cetingrad (1790)

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Schlacht von Cetingrad (1790)
Zeitgenössische Darstellung der Schlacht von Cetingrad
Zeitgenössische Darstellung der Schlacht von Cetingrad
Datum 22. Juni 1790 bis 20. Juli 1790
Ort Burg Cetin (Cetingrad), Königreich Kroatien in der Habsburgermonarchie
Ausgang Sieg des Kroatischen Armeekorps der Kaiserlichen und königlichen Armee, Cetingrad mit Umgebung von den Türken befreit
Folgen Cetingrad wurde wieder Teil Kroatiens
Konfliktparteien

Osmanisches Reich 1453Osmanisches Reich Osmanisches Reich

Flag of the Habsburg Monarchy.svg Habsburgermonarchie
CoA of the Kingdom of Croatia.gif Königreich Kroatien in der Habsburgermonarchie

Befehlshaber
Hadzi Salih Pascha
(Beylerbey des Eyâlets Bosnien),
Disdar-Agha Ali-Bey Beširević,
Jusuf-Agha Beširević,
Muhamed-Agha Beširević,
Hasan-Agha Beširević von Pećigrad bei Cazin
Truppenstärke
1.000–2.000 Mann ~4.000 Mann
Verluste

~1.000 Mann

~300 Mann

Die Schlacht von Cetingrad war ein Teil der Militäroperation der habsburgischen K. u. k. Armee mit dem Ziel, die kroatische Burg Cetin (Cetingrad) mit Umgebung, die Gebiete des damaligen Türkisch-Kroatien, von der türkischen Besetzung zu befreien. Die Operation geschah im Rahmen des zweiten Russisch-Habsburgischen Türkenkrieges (1787–1792). Die Schlacht selbst begann am 22. Juni 1790 und endete nach fast einmonatiger Dauer am 20. Juli desselben Jahres siegreich für die habsburgischen Truppen. Damit wurde Cetingrad, ein wichtiger militärischer Stützpunkt im Grenzgebiet, der im 16. Jahrhundert in die Hände der türkischen Eroberer gefallen war, wieder ein Teil des Königreichs Kroatien.

Vorgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Burg Cetin war der Ort wo der kroatische Sabor am 1. Januar 1527 Ferdinand I. von Habsburg zum kroatischen König wählte und bestätigte das mit der Charta von Cetingrad. Später war die Burg in türkischen Händen und einige Versuche sie im 18. Jahrhundert zurückzuerobern, blieben erfolglos. Als 1787 der Russisch-Habsburgischer Türkenkrieg ausbrach, ergab sich eine neue Gelegenheit dafür.

Verlauf des Feldzuges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Frühling 1790 setzte sich das K. u. k. Kroatische Armeekorps unter dem Kommando von Feldzeugmeister Joseph Nikolaus Baron de Vins in die Bewegung von Karlovac nach Vojnić. De Vins wollte mit diesem Feldzug die türkische Einfälle ins Grenzgebiet zu stoppen und von den Türken eroberte Teile Kroatiens um die Burg Cetin, sowie Furjan, Bužim, Ostrožac, Tržac und einige andere zu befreien. Schon im Jahr 1788 gelang es dem Generalmajor Peharnik-Hotković die etwas südlicher liegende Burg Drežnik zurückzuerobern. Die gesamte Truppenstärke des Armeekorpses betrug 24.380 Mann; dazu gehörten auch 1.280 Pferde. Im Hauptquartier von de Vins waren erfahrene Offiziere wie z. B. Feldmarschallleutenant von Wallisch, Generalmajor Peharnik-Hotković, Oberst Pejačević, Oberstleutnant Gyulay, Oberstleutnant von Liechtenstein, Oberstleutnant Jelačić und Major Vukasović. Während einige Einheiten rückten nach Bužim, Ostrožac, Prijedor oder Petrovac vor, die etwa 4000-Mann[1] starke Truppen um Untermarschall von Wallisch, Oberst Pejačević und Oberstleutnant Gyulay trafen am 22. Juni 1790 in der Nähe Cetingrads ein, worin sich ungefähr 1000 Türken befanden, und kreisten sie um.

Schlacht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Befehl gruben sich Soldaten sofort in ihren Stellungen und aufstellten die Geschütze in die guten Positionen. Am nächsten Morgen eröffneten die Geschütze gleichzeitig das Feuer auf die Burg. Die belagerte türkische Besatzung antwortete ihrerseits auch mit Geschützfeuer. Am 26. Juni brach ein Brand in der Burg aus, das eine Explosion des Munitionslager verursachte. Nach mehreren Tagen unter Geschützfeuer wurden die Mauer der Burg stark beschädigt und die Soldaten des Armeekorpses stürmten sie um in die Burg einzudringen, aber ohne Erfolg. Sie versuchten auch die mehreren Minen unter die Mauer zu treiben.

Der Angriff wurde wegen des starken Regens, der Anfang Juli gefallen war, sehr verlangsamt und erst am 20. Juli gelangen den K. u. k. Soldaten einen erfolgreichen Durchbruch durch die Öffnung in die Mauer zu erzielen. Sie setzten di Burg in Brand,[2] der etwas später das ganze Gebäude fast völlig zerstörte. Kurz darauf ergaben sich die verbliebenen Osmanen. Oberleutnant Biringer hatte Erfolg sogar den Kommandanten der Burg, Disdar-Agha Ali-Bey Beširević gefangenzunehmen.

Nachgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es dauerte einige Tage bis der Brand gelöscht und die Ordnung wieder hergestellt war. Die erbeutete türkische Waffen wurden aufgezählt und die Toten und Gefangene befürsorgt. Es waren insgesamt ungefähr 1000 tote und 144 gefangene Osmanen sowie rund 300 Mann Verluste bei den k. u. k. Soldaten.

Die ganze Operation des k. u. k. Kroatischen Armeekorps auf den Gebiet von Kordun, Lika, Banovina und westlichen Türkisch-Kroatien dauerte bis Mitte Oktober 1790. Es war ihm gelungen, ein Teil des kroatischen Territorium zurückzuerobern, einschließlich Furjan, Lapac, Boričevac u. a. Ein Waffenstillstand wurde dann sofort geschlossen, der am 4. August 1791 mit dem Frieden von Swischtow bestätigt wurde. Die Türken versuchten später mehrmals wieder die Burg militärisch zu erobern, aber ohne Erfolg.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Carl von Martens: Feldzug 1790. In: Allgemeine Geschichte der Türken-Kriege in Europa von 1356 bis 1812. 1829, abgerufen am 13. Februar 2020.
  2. Carl von Martens: Feldzug 1790. In: Allgemeine Geschichte der Türken-Kriege in Europa von 1356 bis 1812. 1829, abgerufen am 13. Februar 2020.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]