Schloss Baruth

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Dieser Artikel beschreibt Schloss Baruth im heutigen Brandenburg. Zum gleichnamigen ehemaligen Schloss in Baruth bei Bautzen siehe Herrschaft Baruth (Oberlausitz).
Schloss in Baruth/Mark
Schloss Baruth um 1860, Sammlung Alexander Duncker

Das Schloss Baruth ist ein Schloss in Baruth/Mark im Landkreis Teltow-Fläming. Es handelt sich dabei um einen Gebäudekomplex aus altem und neuem Schloss. Es war Sitz der Standesherrschaft Baruth.

Das alte Schloss ist ein separates Gebäude, welches auf einem Fundament aus dem 13. Jahrhundert errichtet wurde. Der heutige Bau wurde nach 1671 errichtet.

Das neue Schloss ist ein Ensemble aus drei Gebäudeteilen. Der heute sehr zerstörte barocke Mitteltrakt ist der älteste Teil des Ensembles. Ursprünglich handelte es sich hierbei um ein Gartenhaus. Das Gebäude wurde spätestens 1775 fertiggestellt. Anfang des 19. Jahrhunderts erfolgte eine Erweiterung durch einen Anbau im Stile des Klassizismus nach Osten und 1912/13 nach Westen. Im selben Zeitraum wurden altes und neues Schloss durch einen Fachwerkwandelgang miteinander verbunden. Dieser Wandelgang wurde bei den Rekonstruktionsarbeiten zwischen 2008 und 2013 teilweise wieder aufgebaut. Während der DDR-Zeit wurden die Gebäude kommunal genutzt. Im alten Schloss befanden sich Wohnungen. Der im unteren Teil befindliche große Saal wurde regelmäßig als Kino benutzt. Im neuen Schloss waren ein Kindergarten bzw. eine Kinderkrippe (klassizistischer Teil), ein Restaurant (Barockteil) und eine Schule inklusive Schulküche (Historismusteil) untergebracht.

Das Neue Schloss ist in einen Landschaftspark eingebettet, der 1838 nach einem Plan von Peter Joseph Lenné gestaltet wurde. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde eine Freilichtbühne integriert, die zum Ende der DDR allerdings wieder abgetragen wurde.

Im September 2008 beschloss das Umweltministerium der brandenburgischen Landesregierung, das alte Schloss, welches von den Bewohnern als Frauenhaus bezeichnet wird, für eine Million Euro zu sanieren. Einziehen sollte eine Europäische Jugend-, Ausbildungs- und Begegnungsstätte. Im Juni 2010 wurde das alte Schloss nach fünfjähriger Bauzeit neu eröffnet. Aus ursprünglich veranschlagten 1,8 Mio Euro Baukosten wurden 3,3 Mio Euro.[1] In dem Gebäude ist derzeit ein Cateringservice untergebracht. Zudem wird es für Ausstellungen und kulturelle Veranstaltungen genutzt.

Am 19. Januar 2012 vernichtete ein Großbrand einen großen Teil des klassizistischen Gebäudeteils des neuen Schlosses. Es droht einzustürzen,[2] und wurde 2013 mit einem provisorischen Metalldach abgesichert.

Nach der Wende wurde das neue Schlossensemble von der Kommune Baruth an die gräfliche Familie zu Solms-Baruth für 50.000 DM verkauft. Die Familie zu Solms-Baruth wurde 1946 von sämtlichen Besitztümern enteignet und erhielt 1982 einen Lastenausgleich in Höhe von ungefähr 8 Mio DM.[3] Nach Sanierungsarbeiten am klassizistischen Teil des Gebäudes in den 1990er Jahren zog die Familie zu Solms-Baruth sich aus Baruth zurück.

Momentan gibt es das Bestreben, den Gebäudekomplex wieder in kommunalen Besitz zu bringen. Erschwert wird das Vorhaben durch ungeklärte Besitzverhältnisse.[3]

Literatur[Bearbeiten]

  • Georg Piltz, Peter Garbe: Schlösser und Gärten in der Mark Brandenburg. Seemann, Leipzig 1987, ISBN 3-363-00063-4, S. 194.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Altes Schloss in neuem Glanz – Tag der offenen Tür im Alten Schloss Baruth. In: Baruther Stadtblatt, Nr. 06/2013. 19. Juni 2013, abgerufen am 4. November 2014 (PDF; 2,6 MB).
  2. Verheerendes Feuer im Schloss Baruth, B.Z. vom 20. Januar 2012
  3. a b Jutta Abromeit: Justiz: Fürstenklage abgelehnt. Verwaltungsgericht entschied gegen Solmssche Rückübertragungsforderung/MAZ. Aktionsgemeinschaft Recht und Eigentum e. V., 8. Dezember 2008, abgerufen am 4. November 2014.

Weblinks[Bearbeiten]

52.05119444444413.507194444444Koordinaten: 52° 3′ 4″ N, 13° 30′ 26″ O