Schloss Miechowitz

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Schloss Miechowitz
Schloss Miechowitz Sammlung Duncker.jpg
Daten
Ort Bytom, Woiwodschaft Schlesien
Koordinaten 50° 21′ 29,6″ N, 18° 51′ 10,1″ OKoordinaten: 50° 21′ 29,6″ N, 18° 51′ 10,1″ O

Schloss Miechowitz (polnisch Pałac Tiele-Wincklerów w Miechowicach) befand sich im Beuthener Stadtteil Miechowitz, Oberschlesien.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Schloss wurde 1812 bis 1817 im Auftrag von Ignatz Domes für seine Tochter Marie und ihren Ehemann Franz Aresin im Stil des Klassizismus erbaut. Nach Aresins Tod heiratete Marie den Bergwerksleiter Franz Winckler, dessen Tochter nahm bei Heirat den Namen Tiele-Winckler annahm. Durch den Bergbaubesitz wurden die von Thiele-Winkler zu einer der mächtigsten schlesischen Adelsfamilien. Ab 1855 wurde das Schloss in mehreren Etappen umgebaut, wobei zwei Flügel im Stil der englischen Neugotik entstanden.

Nach 1925 wohnte Eva von Tiele-Winckler in Schloss Miechowitz, die als Gründerin und Förderin der Pflegeheime und des Evangelischen Diakonats „Friedenshort“ zu den bekanntesten Personen Oberschlesiens gehörte.

Beim Einmarsch der Roten Armee am 27. Januar 1945 wurde das Schloss geplündert und gebrandschatzt. Im Juli desselben Jahres führte ein erneuter Brand zum weiteren Verfall, in den 1950er Jahren wurden große Teile des Baus gesprengt. Später wurden in den verbliebenen Bauten Büros und Wohnungen eines Staatlichen Landwirtschaftlichen Betriebs eingerichtet.

Heute wird der Bau durch das Kulturzentrum in Beuthen (Bytomskie Centrum Kultury) genutzt.

Revitalisiertes Nebengebäude des Schlosses Miechowitz (2021)

Bauwerk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bau war zweigeschossig auf rechteckigem Grundriss und erinnerte mit seinen vier Türmen an eine mittelalterliche Burg. Der östliche neogotische Flügel des gesamten Komplexes wurde geprägt vom ca. 35 m hohen achteckigen Schwalbenturm, über dessen Eingang ein Flachrelief ein Schwalbennest abbildete. Die nördliche Ecke des Flügels wurde von einem runden Wasserturm flankiert, in dem ein Wasserbehälter und Wasserleitungen verbaut waren, die das Wasser aus dem Untergrund des Bergwerks „Maria“ beförderten. Der Westflügel, von dem Reste bis heute erhalten haben, wurde von einem rechteckigen Pulverturm dominiert. Von Nordwesten schloss ein runder Turm den Bau ab.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Schloss Miechowitz – Sammlung von Bildern