Landkreis Beuthen

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Landkreis Beuthen, 1905
Das Landratsamtsgebäude

Der Landkreis Beuthen (bis 1890 Kreis Beuthen) war von 1816 bis 1926 ein preußischer Landkreis in Oberschlesien. 1910 umfasste er 32 Gemeinden und Gutsbezirke.[1] 1927 ging der Landkreis Beuthen im Landkreis Beuthen-Tarnowitz auf.

Verwaltungsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Neuorganisation der Kreisgliederung im preußischen Staate nach dem Wiener Kongress kam mit dem 1. Mai 1816 der Kreis Beuthen in der preußischen Provinz Schlesien vom Regierungsbezirk Breslau zum Regierungsbezirk Oppeln. Er umfasste überwiegend ländliche Gebiete um die Städte Beuthen, Georgenberg, Myslowitz und Tarnowitz. Das Landratsamt befand sich in Roßberg.

Seit dem 1. Juli 1867 gehörte der Kreis zum Norddeutschen Bund und ab Januar 1871 zum Deutschen Reich. Durch das kontinuierliche Anwachsen der Bevölkerung im 19. Jahrhundert erwies sich der Kreis als zu groß. Deshalb wurden im Jahre 1873 aus Teilen des Kreisgebiets die neuen Kreise Kattowitz, Tarnowitz und Zabrze gebildet. Fläche und Einwohnerzahl des Kreises Beuthen verringerten sich entsprechend.

Am 1. April 1890 schied die Stadt Beuthen aus dem Kreis Beuthen aus und bildete fortan einen eigenen Stadtkreis. Dadurch änderte sich die Bezeichnung Kreis Beuthen in Landkreis Beuthen. Am 1. April 1898 schied auch Königshütte aus dem Landkreis aus und wurde ein eigenständiger Stadtkreis.

Zum 8. November 1919 wurde die Provinz Schlesien aufgelöst. Aus dem Regierungsbezirk Oppeln wurde die neue Provinz Oberschlesien gebildet. 1921 fand die Volksabstimmung in Oberschlesien statt. Im Jahre 1922 wurde ein kleinerer Teil des Landkreises Beuthen an Polen abgetreten, wo aus ihm der Powiat Świętochlowice gebildet wurde. Er war Bestandteil der neuen polnischen Autonomen Wojewodschaft Śląsk (Schlesien). 1938 wurde der Powiat Świętochlowice aufgelöst und auf die Powiat Katowice und Tarnowskie Góry aufgeteilt.

Zum 1. Januar 1927 wurden die Landgemeinde Roßberg und der Gutsbezirks Roßberg aus dem Landkreis Beuthen in die kreisfreie Stadt Beuthen eingegliedert. Die bei Deutschland gebliebenen Reste des Landkreises Beuthen und des Kreises Tarnowitz wurden zu einem neuen Landkreis Beuthen-Tarnowitz zusammengeschlossen. Das Landratsamt befand sich in Beuthen. Im Frühjahr 1945 wurde das ehemalige Kreisgebiet durch die Rote Armee besetzt und wurde danach ein Teil Polens.

Landräte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1818–1840: Karl Graf Henckel von Donnersmarck
  • 1840–1860: Adolph von Tieschowitz [2]
  • 1860–1874: Hugo Solger (1818–1898)[3]
  • 1874–1886: Edmund von Wittken
  • 1886–1887: Elsner von Gronow (kommissarisch)
  • 1887–1892: Konrad von Sydow (1853–1929)
  • 1892–9999: Wilhelm Wiesand (1860–??)
  • 1893–1908: Arnold Lenz (1862–??)
  • 1908–1922: Erwin Trappenberg (1872–??)
  • 1922–1927: Kurt Urbanek (1884–1973)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Landkreis Beuthen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Gemeindeverzeichnis 1910 mit Einwohnerzahlen
  2. http://www.oberschlesien-aktuell.de/presse/presse/heimatbrief/050126.pdf
  3. Hanswalter Dobbelmann (Hrsg.), Volker Husberg (Hrsg.), Wolfhard Weber (Hrsg.): Das Preussische England--: Berichte über die industriellen und sozialen..., S. 316. (eingeschränkte Vorschau bei Google Book Search).