Schmalspurbahn Bärn-Andersdorf–Hof

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Bärn-Andersdorf–Hof in Mähren
(Beroun-Ondrášov–Dvorce)
Strecke der Schmalspurbahn Bärn-Andersdorf–Hof
Streckenlänge:11,484 km
Spurweite:760 mm (Bosnische Spur)
Maximale Neigung: 26,95 
Minimaler Radius:75 m
Höchstgeschwindigkeit:30 km/h
   
0,000 Bärn-Andersdorf / Beroun-Ondrášov
   
(Anschluss von Bahnstrecke Olomouc–Opava východ)
   
Bystřice
   
2,026 Bärn Stadt / Beroun město
   
5,269 Brokersdorf / Čabová
   
Scheitelpunkt
   
9,976 Reigersdorf / Rejchartice
   
11,042 Hof in Mähren / Dvorce

Die Schmalspurbahn Bärn-Andersdorf – Hof war eine Schmalspurbahn in Mähren (Tschechien), welche ursprünglich als Lokalbahn durch die k.k. Staatsbahnen erbaut und betrieben wurde. Sie verlief im Niederen Gesenke von Bärn (Moravský Beroun) nach Hof in Mähren (Dvorce u Bruntálu). Die Strecke wurde 1933 stillgelegt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Eröffnung der Mährisch-Schlesischen Centralbahn von Olmütz nach Jägerndorf und Troppau im Jahre 1872, deren Trasse durch das Feistritztal führte, ergaben sich für die ca. 10 km östlich gelegene mährische Kleinstadt Hof wirtschaftliche Standortnachteile.

Nach langen Verhandlungen erklärten sich die inzwischen entstandenen k.k. Staatsbahnen schließlich zum Bau einer Lokalbahn nach Hof bereit. Im Jahre 1898 begann der Bau der 760 mm-Schmalspurbahnstrecke. Sie führte vom Bahnhof Bärn-Andersdorf (Ondrášov) aus dem Feistritztal über Bärn Stadt, Brockersdorf (Čabová) und Reigersdorf (Rejchartice) in nordöstliche Richtung in den Lobniggrund bis Hof.

Am 31. Dezember 1898 wurde der Eisenbahnverkehr auf der aus fünf Stationen bestehenden Trasse aufgenommen. Da sich der Transportbedarf auf der Strecke in Grenzen hielt, fuhren täglich drei Zugpaare mit Wagen 3. Klasse.

Nach 1918 übernahm die neu gegründete Tschechoslowakische Staatsbahn ČSD die Strecke und führte den Betrieb unverändert fort.

Durch die wirtschaftliche Notlage in Hof seit den 1920er Jahren sank die Auslastung der Strecke und die Bahn wurde unrentabel. Eine 1930 eingerichtete, parallele Buslinie entzog der Bahn noch zusätzlich Fahrgäste. So entschied sich die ČSD zur Stilllegung und Ersatz durch eine eigene Buslinie. Nachdem die Bahn letztmals am 14. September 1933 fuhr, wurden die Lokomotiven und Wagen nach der mit gleicher Spurweite verkehrenden Schmalspurbahn Třemešná ve Slezsku–Osoblaha umgesetzt und die Bahntrasse im Jahre 1937 rückgebaut.

Die Reste dieser Strecke sind bis heute sichtbar. Vor allem eine Brücke zwischen Ondrášov und Moravský Beroun erinnert noch an die einstige Schmalspurbahn.

Lokomotiven und Wagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Museumslokomotive U 37.002 in Jindřichův Hradec

Die kkStB beschafften für die Strecke zwei Lokomotiven der schon bewährten Reihe U mit den Nummern U 12 und U 16, welche in Hof stationiert wurden. Während des Ersten Weltkrieges wurde die Reservelok zu den k.k. Heeresfeldbahnen abgezogen und anstelle der U 16 eine Feldbahnlok A 001 zur Verfügung gestellt. Diese beiden Lokomotiven befuhren die Strecke dann bis zur Stilllegung.

Nach der Übernahme der Strecke durch die ČSD wurde die U 12 mit der Betriebsnummer U 37.002 versehen, die A 001 erhielt die U 25.001.

Die U 37.002 blieb erhalten und ist heute betriebsfähige Museumslokomotive der Jindřichohradecké místní dráhy (JHMD) in Jindřichův Hradec.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]