Schneckenkorn

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Schneckenkorn ist ein häufig verwendetes Ungeziefervernichtungsmittel, das kornförmig gepresst ist und gegen Schneckenbefall im Garten- und Hausbereich eingesetzt wird, ein so genanntes Molluskizid. Die meisten handelsüblichen Substanzen wirken anziehend auf Schnecken und werden von ihnen oral aufgenommen. Es gibt auch Schneckenkorn mit Kontaktwirkung, bei der der giftige Wirkstoff bei Berührung mit der Schnecke von der Schleimhaut aufgenommen wird.

Meist sterben Schnecken, die mit Schneckenkorn in Berührung kommen, an Ort und Stelle und müssen per Hand entfernt werden oder mit Erde bedeckt werden. Es gibt aber auch Schneckenkorn, das die Schnecken erst nach Tagen tötet. Sie ziehen sich vorher in ihre Unterschlüpfe zurück und stellen dann keine Gefährdung für andere Tiere dar, die sie fressen könnten. Schneckenkorn macht keinen Unterschied zwischen hauptsächlich schädigenden und überwiegend unschädigenden Schneckenarten. So wirkt es auch bei Gehäuseschnecken wie der unter Naturschutz stehenden Weinbergschnecke.

Wirkmechanismen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schnegel vorher
Schnegel 20 Minuten, nachdem er Schneckenkorn gefressen hat

Schneckenkorn wirkt auf große Distanzen anziehend auf Schnecken. Nachteilig dabei ist, dass auch Schnecken aus einem großen Umkreis angelockt werden und ggf. vor ihrem Tod Eigelege hinterlassen.

Zur Schneckenbekämpfung werden verschiedene Präparate angeboten. Zusammensetzung und Wirkmechanismen unterscheiden sich deutlich. Anorganische Salze, Alkaloide, hormonelle Wirkstoffe und Kombinationen sind gebräuchlich.

Schneckenkorn kann Metaldehyd enthalten, dessen Einnahme für Kinder und Säugetiere tödlich enden kann.[1] Die Giftstoffe belasten bei unsachgemäßer Anwendung das Grundwasser.[2] Die Anwendung des Wirkstoffes Methiocarb als Molluskizid ist seit dem 19. September 2014 in Deutschland nicht mehr zugelassen.[3]

Ein alternativer Wirkstoff ist Eisen(III)-phosphat, der auch im Bioanbau zugelassen ist. Salzige Präparate führen meist zu einer Schädigung der Schnecke durch eine Störung ihres Wasserhaushalts. Sogenanntes „biologisches“ Schneckenkorn enthält oft Extrakte aus Pflanzen, die natürliche Abwehrstoffe gegen Schneckenfraß entwickelt haben (beispielsweise bestimmte Moose) oder abschreckend auf Schnecken wirken wie Lavandinöl, das aus Lavandula hybrida (Hybride aus Echtem Lavendel und Speik-Lavendel) gewonnen wird.[1]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Ökotest Jahrbuch 2010 vom 9. November 2009: Schneckenmittel.
  2. Schnecken sind nicht nur Schädlinge in: Kleine Zeitung vom 30. Mai 2011.
  3. Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit: Zulassung von Schneckenkorn mit dem Wirkstoff Methiocarb widerrufen.