Schottsche Karre

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Schottsche Karre am Alten Pferdemarkt in Hamburg, 1898
Schottsche Karre, Harburg (Am Sand) 1897

Schottsche Karre oder Schottische Karre ist die in Hamburg früher gebräuchliche Bezeichnung für eine einachsige Holzkarre, die von Personen geschoben oder gezogen wurde.

Eine Schottsche Karre hat eine etwa 1,5 Quadratmeter große Ladefläche mit zwei etwa 20 Zentimeter hohen Seitenwänden, quer darunter befindet sich eine Achse mit beiderseits angebrachten, eisenbereiften Holzspeichenrädern von 80 bis 130 Zentimetern Durchmesser. Die Karre wurde an zwei paarigen langen Holmen an einer der Frontseiten der Ladefläche bewegt und gelenkt. Zum Abstellen waren drei stabile Eisenbügel angebracht, zwei hinten an den Holmen und der dritte vorn unter der Last.

Kohlenhändler benutzten die Schottsche Karre zur Belieferung ihrer Kundschaft mit festen Brennstoffen in der näheren Umgebung. An Mietstationen waren solche Karren für kleine Transporte zu mieten. Von der ärmeren Bevölkerung wurden sie bei Umzügen benutzt.

Der Begriff Schottische Karre war in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts noch gebräuchlich.[1]

Ausstellungsstücke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Eine Schottische Karre, die mit einem Weinfass beladen ist, wird im Heimatmuseum von Brunsbüttel[2] ausgestellt.
  • Im Auswanderermuseum auf der Hamburger Veddel befindet sich solch ein Karren, da mit ihnen das meist umfangreiche Gepäck der Auswanderer für die Überfahrt zu den Schiffen gebracht wurde.
  • Ein Nachbau einer Schottischen Karre ist an der Freitreppe zum Museumshafen in Büsum aufgestellt.
  • Eine Tarifübersicht über Preise der Benutzung der Schwebefähre in Osten aus dem Jahr 1929 führt die Schottische Karre ausdrücklich auf. Die Fahrt kostete 40 Reichspfennig, immerhin viermal so viel wie die Überfahrt für eine einzelne Person und zehn Reichspfennige mehr als die Überfahrt für ein Stück Großvieh.[3]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.gunter-hoffmann.de/kindheit.htm
  2. http://www.museum-brunsbuettel.de/raeume_o/flur.htm
  3. http://www.schwebefaehre-osten.de/index.shtml?presse/internet/content/preise_1929