Schrotturm

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Der Schrotkugelturm in Berlin-Rummelsburg

Bei einem Schrotturm handelt es sich um einen Turm, in dem Schrotkugeln für Schrotpatronen hergestellt werden.

Animation der Herstellung nach dem Turmgießverfahren

Flüssiges Blei wird an der Spitze des Turmes durch ein Sieb gegossen. Im freien Fall bilden sich aufgrund der Kohäsionskraft/Oberflächenspannung kugelförmige Tropfen aus. Bei ausreichender Fallhöhe ist das Blei bereits erkaltet und somit in der Kugelgestalt verfestigt, wenn es unten in einem Wasserbecken aufgefangen wird, wo eine weitere Abkühlung erfolgt.

Heute sind Schrottürme meist nur noch als Industriedenkmäler erhalten (vor allem in den USA und in Australien) – für die Kugelherstellung in speziellen Werkstoffen werden aber noch moderne Falltürme benutzt.

Weltbekannt ist der Shot-Tower der Lead Pipe & Shot Factory in Melbourne, der erst in den 1960er Jahren außer Betrieb genommen wurde und später als denkmalgeschützte Attraktion in den kuppelartig überdachten Innenhof eines großen Einkaufszentrums integriert wurde

Der 1908 errichtete Schrotkugelturm in Berlin-Rummelsburg ist das Wahrzeichen des dortigen Kiezes Victoriastadt.

Reste des Schrotturms bei Federaun oberhalb und unterhalb der Wand

In Favoriten wurde 1825 ein Schrotturm errichtet, der die notwendige Fallhöhe durch die Kombination eines 25m hohen Holzturmes mit einem darunterliegenden 35m tiefen Schacht erzielte. In Kärnten und dem Mießtal standen Schrottürme, die nicht freistehend errichtet waren, sondern natürliche Abstürze ausnützten, an die sie wie Erker angebaut waren.[1]

Liste erhaltener Schrottürme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • In Finnland existiert nur ein Schrotturm, er befindet sich in der Stadt Tampere (Stadtteil Pispala), ein Metallturm. (SF)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Schrottürme – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Der ehemalige, in der Fachliteratur bisher unbekannte Schrotturm nahe der Hollenburg (Südkärnten) und die übrigen Schrottürme in Kärnten bzw. Österreich. In: Carinthia II. 2006, abgerufen am 30. Dezember 2016.