Schutzwagen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Beförderung von Castor-Behältern im Bahnhof Biblis zum Transport von Atommüll aus dem Kernkraftwerk Biblis: Zwischen den zwei mit einer blauen Abdeckung umschlossenen Castor-Behältern befinden sich vier Schutzwagen

Schutzwagen (auch: Sicherheitswagen) sind Eisenbahnwagen, die dem Schutz von Personen und Gütern dienen.

Sie werden heute eingesetzt bei der Beförderung überlanger Ladungen und beim Einsatz von besonderen Dienstwagen, wie einem Kranwagen.

Zu Zeiten der Dampfloks wurden Schutzwagen bei allen Personenzügen über einer bestimmten Geschwindigkeit zwischen die Lokomotive (beziehungsweise deren Tender) und die Personenwagen eingeschaltet. Sie waren entweder leer oder wurden als Gepäckwagen genutzt. Außerdem mussten sie bei gemischten Zügen mit Güter- und Personenbeförderung zwischen Wagen mit gefährlichen Gütern und Personenwagen eingestellt werden. Der Grund war der Schutz der Passagiere vor Brandgefahren aus dem Tender der Lokomotiven oder brennbaren Gütern, sowie weitere Gefahren, wie etwa bei Langholz durch beim Bremsen ausbrechenden Baumstämmen. Bei den meisten Eisenbahngesellschaften gab es behördliche Vorschriften über den Einsatz der Schutzwagen. Postwagen durften meist nicht als Schutzwagen fungieren, weil in ihnen während der Fahrt Post durch Beamte sortiert wurde.

Vielfach wurden auch Pufferwagen eingesetzt, die bei einem Aufprall auf das Fahrzeug einen Großteil der kinetischen Energie aufnehmen sollten.

Literatur[Bearbeiten]

 Freiherr von Röll: Enzyklopädie des Eisenbahnwesens. Band 8, Berlin, Wien 1917, S. 421ff (http://www.zeno.org/Roell-1912/A/Schutzwagen, abgerufen am 23. Juli 2010).