Schweinichen (Adelsgeschlecht)

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Wappen derer von Schweinichen

Schweinichen ist der Name eines alten schlesischen Adelsgeschlechts. Die Herren von Schweinichen gehörten zum Uradel in Niederschlesien. Der Name variierte von Sweyn, Sweynchen, Sweynichen, de Swyne, von Schwein und Schweinoch. Zweige der Familie bestehen bis heute.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Familie ist vermutlich slawischer Abstammung und wird im Jahre 1230 mit Tader, castellanus de Swina erstmals urkundlich erwähnt.[1] Die Stammreihe beginnt 1256 mit Gunczelin zu Schweinhaus. Stammsitz des Geschlechts war die bedeutende Burg Swinia (Schweinhausburg) nahe Bolkenhain in Niederschlesien.

Die Angehörigen der Familie waren schon früh reich begütert. In der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts bildeten sich zwei Linien, von denen die ältere Heinrichsche Linie, mit den Ästen Borau, Jägerndorf und Kolbnitz, die zum Teil auch im Königreich Polen ansässig wurde, bis heute besteht. Die jüngere Günzelsche Linie auf Schweinhaus, mit den Ästen Mertschütz-Wisenthal und Niedersiegersdorf, erlosch im 18. bzw. 19. Jahrhundert.

Einer der bedeutendsten Vertreter des Geschlechts war der herzoglich-liegnitzsche Hofmarschall Hans von Schweinichen (1552–1616), der mit der Beschreibung seines Dienstes am Hofe dreier schlesischer Herzöge zu den namhaftesten Sittenschilderern des 16. Jahrhunderts zählt.

Wappen derer von Schweinichen

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen zeigt in Rot ein springendes silbernes Schwein. Auf dem bekrönten Helm das Schwein wachsend. Die Helmdecken sind rot-silbern.

Wappensage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einer alten Sage nach stammt das Geschlecht von Schweinichen von einem böhmischen Ritter namens Biwoy ab. Er soll im Jahre 716 ein wildes Schwein an den Ohren gefangen haben, das er zur Königin von Böhmen, Libussa, brachte. Von der Stärke und dem Mut beeindruckt, gab sie ihm ihre Schwester Kascha zur Frau. Er trug seitdem den Namen von Schwein und seine Nachkommen nannten sich nach ihren Stammhäusern Tremschinsky, Klapsky und Koschalowsky. Alle drei haben später ebenfalls einen Schweinskopf im Wappen geführt.

Bekannte Namensträger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Leubuser Kopialbuch im Staatsarchiv Breslau, Blatt 39b; Grünhagen, Schlesische Regesten, Nr. 362.