Ciepłowody

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Ciepłowody
Wappen fehlt
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Ciepłowody (Polen)
Ciepłowody
Ciepłowody
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Niederschlesien
Powiat: Ząbkowice Śląskie
Geographische Lage: 50° 40′ N, 16° 54′ OKoordinaten: 50° 40′ 0″ N, 16° 54′ 0″ O
Einwohner: 1200 ([1])
Postleitzahl: 57-211
Telefonvorwahl: (+48) 74
Kfz-Kennzeichen: DZA
Wirtschaft und Verkehr
Straße: Ząbkowice ŚląskieStrzelin
Schienenweg: Ząbkowice ŚląskieStrzelin
Nächster int. Flughafen: Breslau
Gmina
Gminatyp: Landgemeinde
Gminagliederung: 16 Ortschaften
Einwohner: 3016
(30. Jun. 2019)[2]
Gemeindenummer (GUS): 0224022
Verwaltung (Stand: 2009)
Bürgermeister: Jan Bajtek
Adresse: ul. Kolejowa 3
57-211 Ciepłowody
Webpräsenz: www.cieplowody.pl



Ciepłowody (deutsch Tepliwoda; 1936–1945 Lauenbrunn) ist ein Dorf im Powiat Ząbkowicki in der Woiwodschaft Niederschlesien in Polen. Es ist Sitz der Landgemeinde Ciepłowody.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ciepłowody liegt zwölf Kilometer nordwestlich der Kreisstadt Ząbkowice Śląskie (Frankenstein). Nachbarorte sind Dobrzenice (Siegroth) im Norden, Zarzyca (Reichau), Skoroszowice (Korschwitz) und Janówka (Ober Johnsdorf) im Nordosten, Targowice (Tarchwitz) im Osten, Stary Henryków (Alt Heinrichau) und Muszkowice (Moschwitz) im Südosten, Piotrowice Polskie (Petershagen) im Süden, Kobyla Głowa (Kobelau) im Südwesten, Kozmice (Kosemitz) im Westen sowie Przerzeczyn-Zdrój (Bad Dirsdorf) und Podlesie (Kunsdorf) im Nordwesten.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ruine Schloss Tepliwoda

Nach dem Heinrichauer Gründungsbuch war Tepliwoda 1222 im Besitz des Ritters Albert, genannt Lyka, der die Siedlung 1242 deutschrechtlich umsetzte.

Seit 1331 gehörte Tepliwoda zum neu gegründeten Herzogtum Münsterberg und gelangte mit diesem 1336 unter böhmische Lehenshoheit, die Bolko II. von Münsterberg im selben Jahr im Vertrag von Straubing anerkannte. Um diese Zeit gehörte es der Familie Seckel(in), die im Dienst der Münsterberger Herzöge stand. Die um 1400 entstandene Burg Tepliwoda wurde 1442 vom Münsterberger Landesherrn Hynek Kruschina von Lichtenburg zerstört, weil sie ein Raubritternest gewesen sein soll. 1462 gehörte sie einem Ulrich Schaffgotsch und 1476 kam sie als Lehen an die Brüder Heinrich und Konrad von Seidlitz. Deren Nachkommen erreichten 1502 die Umwandlung des Besitzes in ein erbliches Gut. Gleichzeitig erlangten sie die Privilegien des Braurechts und der Handwerksgerechtsamen sowie einen Salz- und einen Wochenmarkt. 1577 verkauften die Seidlitz die Herrschaft Tepliwoda an die Herren Rothkirch von Panten, von denen sie durch Heirat 1683 wieder an die Familie Seidlitz gelangte. Wegen Überschuldung mussten diese 1722 die Herrschaft Tepliwoda an den Breslauer Karl Anton von Schreyvogel verkaufen.

Nach dem Ersten Schlesischen Krieg fiel Tepliwoda wie fast ganz Schlesien 1742 an Preußen. 1757 kam es durch Heirat an die Familie von Schweinichen. 1785 bestand Tepliwoda aus zwei Vorwerken, 46 Bauernstellen, 46 Dreschgärtnern, 37 Häuslern und einer Wassermühle. Die Einwohnerzahl betrug 897.

Nach der Neugliederung Preußens gehörte Tepliwoda seit 1815 zur Provinz Schlesien und war ab 1818 dem Landkreis Münsterberg eingegliedert, der zum 1. Oktober 1932 mit dem Kreis Frankenstein in Schlesien vereint wurde.

1839 erwarb Tepliwoda Prinz Wilhelm von Oranien, der spätere König der Niederlande, dessen Haus bereits die benachbarten Herrschaften Heinrichau und Kamenz besaß. Durch die Heirat seiner Tochter Sophie mit dem Großherzog Carl Alexander von Sachsen-Weimar gelangte Tepliwoda 1863 an das Haus Sachsen-Weimar.

Seit 1874 bildeten die Landgemeinden Ober Johnsdorf, Polnisch Peterwitz, Raatz und Tepliwoda sowie die Gutsbezirke Ober Johnsdorf, Polnisch Peterwitz, Raatz, Sacrau Kolonie und Tepliwoda den Amtsbezirk Tepliwoda. 1936 wurde Tepliwoda in Lauenbrunn umbenannt. 1939 bestand es aus 1.528 Einwohnern.

Als Folge des Zweiten Weltkriegs fiel Tepliwoda/Lauenbrunn 1945 wie fast ganz Schlesien an Polen und wurde in Ciepłowody umbenannt. Die deutsche Bevölkerung wurde vollständig vertrieben. Die neuen Bewohner waren zum Teil Heimatvertriebene aus den im Rahmen der „Westverschiebung Polens“ an die Sowjetunion gefallenen Gebieten östlich der Curzon-Linie. Von 1975 bis 1998 gehörte Ciepłowody zur Woiwodschaft Wałbrzych (deutsch Waldenburg).

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Ciepłowody besteht aus den Ortschaften:

  • Baldwinowice (Belmsdorf)
  • Brochocin (Dürrbrockuth)
  • Cienkowice (Zinkwitz)
  • Ciepłowody (Tepliwoda)
  • Czesławice (Zesselwitz)
  • Dobrzenice (Siegroth)
  • Jakubów (Jakobsdorf)
  • Janówka (Ober Johnsdorf)
  • Karczowice (Tadelwitz)
  • Kobyla Głowa (Kobelau)
  • Muszkowice (Moschwitz)
  • Piotrowice Polskie (Polnisch Peterwitz, 1937–1945 Petershagen)
  • Stary Henryków (Alt Heinrichau)
  • Targowica (Tarchwitz)
  • Tomice (Tomnitz)
  • Wilamowice (Willwitz)

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Max Näther (1899–1919), Offizier der Fliegertruppe im Ersten Weltkrieg

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Schlossruine: Die um 1400 als Wohnturm für einen Ritter entstandene und 1442 zerstörte Burg wurde um 1547 von den Herren von Seidlitz zu einem Schloss im Renaissance-Stil umgebaut. Nach einem Brand 1841 wurde sie wiederaufgebaut und um 1900 modernisiert. Nach 1945 wurde sie dem Verfall preisgegeben.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Szukacz.pl, Ciepłowody - Informacje dodatkowe (Memento vom 26. September 2006 im Internet Archive), abgerufen am 7. Oktober 2010
  2. Population. Size and Structure by Territorial Division. As of June 30, 2019. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF-Dateien; 0,99 MiB), abgerufen am 24. Dezember 2019.