Scott Bradley (Komponist)

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Scott Bradley (* 26. November 1891 in Russellville, Arkansas; † 27. April 1977 in Chatsworth, Kalifornien) war ein US-amerikanischer Komponist, Pianist und Dirigent. Bekannt wurde er durch seine Musik für die MGM-Cartoons, durch die frühen Tom und Jerry-Cartoons (1940–1958), aber auch Cartoons wie Droopy Dog, Barney Bear und viele One-Shot-Karikaturen.[1]

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bradley hatte Unterricht in Orgel- und Harmonielehre bei Horton Corbett, Chorleiter der Houston's Christ Church Cathedral, war ansonsten Autodidakt im Komponieren und Orchestrieren. Erste Berufserfahrungen machte Bradley als Organist und Dirigent bei (Lichtspiel-)Theatern in Houston, Texas. 1926 zog Bradley nach Los Angeles, wo er anfangs Shows bei KHJ-Radio dirigierte, was zu seiner frühen Beteiligung an der neuen Ära der Animationen führte. Seine erste Erfahrungen mit Cartoon-Musik sammelte er als Pianist bei den damals noch in den Anfängen stehenden Walt Disney-Studios. In einem späteren Interview schilderte er seine Erinnerung an Walt Disney, der sich als Geräuschemacher bei den Schlagzeugern im Orchester engagierte. „Damals gab es keine Schnitte in der Ton-Spur. Alles musste in einem 'Take' aufgenommen werden; Musik, Effekte und Sprache.“

1929 arbeitete Bradley als Pianist bei Disney und von 1930 bis 1934 bei Ub Iwerks-Studios. 1934 wurde er Music Director bei Harman-Ising, die den Auftrag hatten, Cartoons für MGM zu produzieren. Als MGM 1937 ihre eigene Cartoon-Abteilung eröffneten, wurde Bradley als Music Director fest angestellt, wo er auch bis zu seiner Pensionierung im Jahr 1957 blieb. Er starb am 27. April 1977 in Chatsworth, Kalifornien, wo er im Chatsworth's Oakwood Memorial Park Cemetery beigesetzt wurde.

Arbeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Da MGM wohl nicht dieselben Mittel hatte wie der Konkurrent Disney-Studios, die meistens ihre Cartoons mit 60-Mann-Orchestern aufnahmen, musste Bradley sich mit ein 20-Mann-Orchester begnügen. Er hat fast nie mit Tempoabweichungen (Rubati / Ritardandi) gearbeitet, sondern immer im Tempo mit musikalischen Variationen denselben Effekt erzielt. Am Anfang der Cartoon-Ära war es Usus, bekannte Melodien zu benutzen, und diese dann rasch zum Film zu arrangieren, so wie es sein Kollege Carl Stalling bei Disney tat. Bradleys Kompositionen wurden über die Jahre immer avancierter – bis zu dem Grad, dass er sogar Fragmente von Arnold Schönberg in seinen Werken benutzte. Er wurde auch von den Studiomusikern sehr hoch geschätzt.

„Scott komponiert [...] die schwierigsten Geigenpassagen in Hollywood - Er wird noch meine Finger brechen“

Konzertmeister Lou Raderman: "Sight & Sound Magazine"

In späteren Jahren war er einige Zeit Schüler bei Mario Castelnuovo-Tedesco.[2]

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1944: Puttin' on the Dog
  • 1952: Johann Mouse
  • 1955: Design On Jerry

Seine Musik wurde ursprünglich mit der Signatur „red cape songs“ veröffentlicht.

Auszeichnungen und Preise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Academy Awards für den besten Kurzfilm[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Prämierungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nominierungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Annie Award[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nominierungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1946: Springtime for Thomas
  • 1955: That's My Mommy
  • 1956: Muscle Beach Tom

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Daniel Goldmark: „Cartoon Concerto“. Liner Notes für Tom und Jerry & Tex Avery Too! Band 1: Die 1950er Jahre. Film Score Monthly CD Vol. 9 Nr. 17. 2006.
  • Daniel Goldmark: „Tunes for 'Toons:. Musik und Hollywood Cartoons“ University of California Press 2005.
  • Daniel Goldmark und Yuval Taylor (Hrsg.): Die Cartoon Music Book. A Cappella Books 2002.
  • Leonard Maltin: Of Mice and Magic. A History of American Animated Cartoons. Harmondsworth: Penguin Books 1987.
  • Clifford McCarty: Film Composers in Amerika: eine Filmographie, 1911–1970. Oxford University Press 2000.
  • Peter Morris: Playing Cat and Mouse in: BBC Music Magazine, März 2007. S. 44–48.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. BBC Music Magazine, Band 15, Ausgaben 7–13, BBC Magazines, 2007, S. 48 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
  2. Mario Castelnuovo-Tedesco, abgerufen am 26. September 2017 .