Scott Weiland

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Scott Weiland, 2009

Scott Richard Weiland (* 27. Oktober 1967 in San José, Kalifornien als Scott Richard Kline;[1]3. Dezember 2015 in Bloomington, Minnesota) war ein amerikanischer Rockmusiker. Bekannt wurde er vor allem als Sänger der Band Stone Temple Pilots.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Scott Weiland wurde als Sohn von Kent Kline und Sharon Williams als Scott Richard Kline geboren. Zwei Jahre nach seiner Geburt ließen sich die Eltern scheiden. Im Alter von fünf Jahren erhielt Scott den Familiennamen seines Stiefvaters Dave Weiland, nachdem dieser ihn adoptiert hatte.[1] Die Familie zog später nach Ohio und kehrte nach Kalifornien zurück, als Scott 14 Jahre alt war.[1]

Durchbruch mit den Stone Temple Pilots (bis 2003)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Typische Weiland-Pose: Verstärkung des Gesangs durch den Einsatz eines Megafons

1987 gründete Weiland mit den Brüdern Dean und Robert DeLeo sowie Eric Kretz die Band Mighty Joe Young, aus der die Stone Temple Pilots wurden. 1992 gelang der Band der internationale Durchbruch. Nach großen Erfolgen in den 1990er Jahren und fünf Studioalben löste sich die Gruppe 2003 auf.

1995 wurde Weiland erstmals wegen des Besitzes von Heroin und Crack verhaftet. Im März 1998 erschien Weilands erstes Soloalbum, 12 Bar Blues, das einen experimentelleren Sound als die Musik seiner damaligen Hauptband aufwies und kein großer kommerzieller Erfolg wurde. Im November 2000 trat Weiland einmalig mit den verbliebenen Mitgliedern der Doors auf; seine Performance wurde sehr gelobt.

Velvet Revolver (2003–2008)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weiland stieg nach dem vorläufigen Ende der Stone Temple Pilots 2003 bei Velvet Revolver ein, einer All-Star-Band bestehend aus den Ex-Guns-N’-Roses-Mitgliedern Slash, Matt Sorum und Duff McKagan sowie Dave Kushner (ehemals Suicidal Tendencies).

Am 8. Juni 2004 erschien das Album "Contraband", das in den Vereinigten Staaten die Spitzenposition der Album-Charts erklimmen konnte. Die Single "Slither" wurde 2005 mit einem Grammy ausgezeichnet. In Deutschland erreichte das Album Platz 7.

Am 3. Juli 2007 folgte das Album "Libertad". Nach der Tour trennten sich die Wege der Musiker jedoch, und Weiland kehrte zeitweilig zu seiner alten Band zurück.

Wegen seiner langjährigen Drogensucht, die er nach eigener Aussage zuletzt überwunden hatte, und seines manchmal aufbrausenden Temperaments sorgte er immer wieder für Schlagzeilen und musste aus denselben Gründen mehrmals vor Gericht erscheinen. Ab April 2008 war er kein Mitglied von Velvet Revolver mehr, wofür seine ehemaligen Bandkollegen seinen Drogenkonsum verantwortlich machten.

Am 12. Januar 2012 trat Weiland noch einmal mit der Band auf. Anlass war der Tod von John O'Brien, Komponist und Freund der Band. Dies führte zu Reunion-Gerüchten mit der Band, die seit der Trennung keinen neuen Sänger fand.

Wiedervereinigung mit den Stone Temple Pilots (2008–2013)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weiland (2. v. r.) mit den Stone Temple Pilots, 2010

Im Frühling 2008 kam es zu einer Reunion der 2003 aufgelösten Stone Temple Pilots mit Weiland am Mikrofon, und 2010 erschien ein neues Studioalbum. Am 28. Februar 2013 gab die Band über ihre Website bekannt, dass man sich per „offizieller Kündigung“ von Weiland getrennt hätte. Gründe hierzu wurden zunächst nicht angegeben.[2] Später nannten die verbliebenen Bandmitglieder Weilands wachsende Unberechenbarkeit und Unzuverlässigkeit, die zur Absage mehrerer Auftritte geführt hätte. Weiland zeigte sich in einer ersten Reaktion überrascht. Am 19. Mai 2013 wurde bekannt, dass Chester Bennington neuer Sänger der Stone Temple Pilots geworden war.

Im Januar 2009 erschien Weilands zweites Soloalbum “Happy” in Galoshes. 2011 veröffentlichte Weiland ein Weihnachtsalbum, das Most Wonderful Time of the Year heißt und zehn Tracks beinhaltet, sowie ein exklusives Download-Album, das New – A Compilation of Scott Weiland’s Cover Songs heißt und zwölf Coversongs (von unter anderem Nirvana, Depeche Mode oder den Rolling Stones) enthält.

Im August 2014 berichtete die Website TMZ.com, dass Weiland einen Monat zuvor in Beverly Hills, Kalifornien verhaftet worden sei, nachdem die Polizei Methamphetamin und andere verbotene Substanzen bei ihm gefunden habe. Er wurde gegen eine Kaution von 95.000 US-Dollar aus dem Gefängnis entlassen. Noch im selben Jahr sagte er in Interviews, er sei wieder clean.[3] Kurze Zeit später meldete sich Weiland aus seinem Studio: Er bezeichnete den TMZ-Bericht als Lüge und kündigte rechtliche Schritte an.[4]

The Wildabouts & Tod (2015)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2015 veröffentlichte er das Album Blaster mit seiner neuen Band The Wildabouts. Nur einen Tag vor der Veröffentlichung verstarb am 30. März 2015 Gitarrist Jeremy Brown aufgrund einer Drogen-Überdosis im Alter von 34 Jahren.[5][6] Auch Weiland selbst zeigte Anzeichen gesundheitlichen Verfalls und traf bei Konzerten mitunter die Töne nicht mehr.

Weiland starb am 3. Dezember 2015 im Alter von 48 Jahren an den Folgen eines Drogencocktails aus Crack, Ecstasy (MDMA) und Alkohol.[7] Er wurde kurz vor einem Auftritt in Bloomington, Minnesota in seinem Tourbus tot aufgefunden.[8] Er hinterließ seine Ehefrau Jamie Weiland sowie zwei Kinder aus einer früheren Ehe mit Mary Forsberg Weiland. Im Zusammenhang mit dem Tod von Weiland wurde Tommy Black, Bassist der Band, aufgrund von Drogenbesitz verhaftet.

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Chartplatzierungen
Erklärung der Daten
Alben[9]
12 Bar Blues
  US 42 18.04.1998 (5 Wo.)
Happy In Galoshes
  US 97 13.12.2008 (1 Wo.)
Blaster (Scott Weiland & The Wildabouts)
  US 133 18.04.2015 (1 Wo.)
  • 1998: 12 Bar Blues
  • 2000: Hold On (zusammen mit Limp Bizkit)
  • 2009: “Happy” in Galoshes
  • 2011: Most Wonderful Time of the Year
  • 2011: New – A Compilation of Scott Weiland’s Cover Songs (Download-Album)
  • 2015: Blaster (als Scott Weiland & The Wildabouts)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Scott Weiland – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Scott Weiland, Former Stone Temple Pilots Singer, Dead at 48; rollingstone.com, Englisch, vom 4. Dezember 2015, abgerufen am 9. Dezember 2015
  2. Stone Temple Pilots ohne Sänger
  3. http://www.blabbermouth.net/news/scott-weiland-reportedly-arrested-on-meth-charge/, abgerufen am 22. August 2014.
  4. http://www.blabbermouth.net/news/scott-weiland-reportedly-arrested-on-meth-charge/, abgerufen am 22. August 2014.
  5. http://www.blabbermouth.net/news/scott-weiland-going-ahead-with-tour-in-wake-of-guitarists-death/
  6. http://www.alternativenation.net/scott-weiland-the-wildabouts-guitarist-jeremy-browns-cause-of-death-revealed/
  7. [1]
  8. Lauren Raab, Matt Hamilton: Scott Weiland, frontman for Stone Temple Pilots and Velvet Revolver, dies at 48. In: Los Angeles Times. 3. Dezember 2015, abgerufen am 4. Dezember 2015 (englisch).
  9. Chartquellen: US