Sebastian Frank (Koch)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Sebastian Frank (* 6. November 1981 in Mödling) ist ein österreichischer Koch. Er ist Küchenchef und Inhaber des Restaurants Horváth in Berlin.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frank wuchs in Bruck an der Leitha auf und lernte das Küchenhandwerk im Hotel Wende in Neusiedl am See. Ende der 1990er Jahre zog er nach Wien. Er arbeitete im Restaurant des Burgtheaters, danach in den Restaurants Vestibül und dem vielfach ausgezeichneten Steyrereck in Wien, das er als Chef de Partie der kalten Küche verließ. Anschließend wechselte er zu Christoph Zangerl als Sous Chef à la carte an das Restaurant Chef’s Table im Interalpen-Hotel Tyrol in Telfs. 2008 bewarb er sich als Newcomer des Jahres bei Gault Millau und gewann die Auszeichnung. Im Interalpen-Hotel lernte er seine spätere Lebensgefährtin, die Berlinerin Jeannine Kessler kennen, die dort im Service arbeitete. Anfang 2010 folgte er Kessler, die nach Berlin zurückkehrte.[1]

Am 1. Mai 2010 übernahm Frank eine Stelle als Küchenchef im Horváth am Paul-Lincke-Ufer in Berlin-Kreuzberg. Bereits ein Jahr später erhielt die Küche unter seiner Leitung einen Michelin-Stern, mit 30 Jahren wurde er damit Berlins jüngster Küchenchef eines Sternerestaurants. Anfang 2014 übernahm er das Horváth zusammen mit seiner Partnerin Kessler in eigene Regie. Frank ist für seine „semivegetarische Küche“ bekannt, bei der er Gemüse in den Mittelpunkt der Gerichte stellt, jedoch mit Fleisch- und Fischaromen, wie Jus vom Schweinefleisch, würzt. Er verzichtet auf teure Grundstoffe und greift auf Produkte zurück, mit denen er in seiner niederösterreichischen Heimat aufgewachsen ist.[2]

Horváth[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In dem heutigen Haus Paul-Lincke-Ufer 44a befanden sich bereits seit 1918 Restaurants. Bekannt wurde die Lokalität unter dem Namen Exil, als sie 1972 von dem österreichischen Schriftsteller und Philosophen Oswald (Ossi) Wiener und seiner Frau Ingrid übernommen wurde. Das Exil wurde zum Treffpunkt der literarischen, politischen und künstlerischen Avantgardisten-Szene der 1970er und 80er Jahre. David Bowie, Joseph Beuys, George Tabori und Rainer Fassbinder sollen unter den Gästen gewesen sein, die „burgenländische Weine zu Sauerbraten tranken...“. Betrieben wurde von den Wieners das Restaurant bis 1986. Die Tochter Sarah Wiener sammelte im Exil erste gastronomische Erfahrungen. 2005 eröffneten die Gastronomen Edith Berlinger und Dietmar Schweitzer unter dem neuen Namen Horváth, in dem bis 2009 der Wolfgang Müller kochte, der 2002 im Adermann einen Stern erkochte.[3]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2008: Newcomer des Jahres im Gault Millau
  • 2011: Koch des Jahres 2011 auf der Anuga
  • 2011: Stern im Michelin Deutschland[4]
  • 2016: Zwei Sterne im Michelin Deutschland[5]
  • 2017: Berliner Meisterkoch[6]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Michael Bravandi: Von Bruck nach Berlin. In: Niederösterreichische Nachrichten online vom 7. Mai 2013
  2. Heiko Hofmann: »Ich verzichte auf jede Exotik«: Sternekoch Sebastian Frank im Interview In: Zitty vom 7. Februar 2014
  3. ahgz.de: Wolfgang Müllers zweites Berliner Leben
  4. Internetseite: Restaurant Michelin
  5. Vier neue Zweisterner: Atelier, schanz, Lafleur und Horváth
  6. restaurant-ranglisten.de: Sebastian Frank ist Berliner Meisterkoch 2017