Sechsaugenspinnen

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Sechsaugenspinnen
Kleiner Asseljäger (Dysdera erythrina)

Kleiner Asseljäger (Dysdera erythrina)

Systematik
Klasse: Spinnentiere (Arachnida)
Ordnung: Webspinnen (Araneae)
Unterordnung: Echte Webspinnen (Araneomorphae)
Teilordnung: Haplogynae
Überfamilie: Dysderoidea
Familie: Sechsaugenspinnen
Wissenschaftlicher Name
Dysderidae
C. L. Koch, 1837

Die Sechsaugenspinnen (Dysderidae), auch einfach Sechsaugen genannt, sind eine Familie der Echten Webspinnen und umfassen 24 Gattungen und 540 Arten.[1] (Stand: Juni 2016)

Der Familienname sollte nicht mit der Bezeichnung für Spinnen mit sechs Augen verwechselt werden, zu denen auch z. B. die Zwergsechsaugenspinnen (Onopidae) gehören. Die meisten Webspinnen haben acht Augen. Bei einigen Familien sind ursprünglich 8 Augen angelegt, aber 2 Augenpaare verwachsen, sodass es so aussieht als hätten sie nur sechs Augen. Nur wenige Familien haben tatsächlich nur drei Augenpaare.

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sind sehr kleine bis mittelgroße (1,5 bis 15 mm) Spinnen mit walzenförmigem Hinterleib und zylindrischem Vorderkörper. Ihre Vertreter haben die sechs Augen in einer nach vorne gerichteten Gruppe am Stirnrand. Sie verfügen über kräftige Cheliceren und kurze, kräftige Beine.

Lebensweise und Lebensraum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die meist nachtaktiven Jäger leben vorwiegend am Boden und in der Bodenstreu von Wäldern oder verstecken sich unter Baumrinde; die Wahl der Lebensräume ist teilweise (soweit bekannt) von der Baumart abhängig: Dasumia canestrinii bewohnt Eichen. Einige Sechsaugenspinnen bilden endemische Gattungen und Arten auf Inseln im Mittelmeer, was auch auf eine geringe Verbreitungstendenz hinweisen kann. Die Verbreitungen mit Schwerpunkt im Mittelmeerraum und Lebensräume zeigen übereinstimmend, dass sie klimatisch stenök an Trockenheit und Wärme angepasst sind; etliche Arten sind häufiger in Gebirgen als in der Ebene anzutreffen.

In Mitteleuropa sind 14 Arten aus 4 Gattungen der Familie der Sechsaugenspinnen heimisch. Sie werden selten gefunden. Die häufigste Arten sind:

Systematik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der World Spider Catalog listet für die Sechsaugenspinnen aktuell 24 Gattungen und 540 Arten.[1] (Stand: Juni 2016)


Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Sechsaugenspinnen (Dysderidae) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ambros Hänggi, Edi Stöckli, Wolfgang Nentwig: Lebensräume mitteleuropäischer Spinnen, Miscellanea faunistica Helvetiae. Centre suisse de cartographie de la faune, CH-2000 Neuchâtel 1995, ISBN 2884140085
  • Stefan Heimer, Wolfgang Nentwig: Spinnen Mitteleuropas, Paul Parey Verlag, Berlin 1991, ISBN 3489535340
  • Dick Jones: Der Kosmos-Spinnenführer, Franckh'sche Verlagshandlung, W. Keller, Stuttgart 1990, ISBN 3440061418
  • Kreuels, M. (2007): Die Sechsaugenspinne Dysdera erythrina.- Pest Control, 10(37): 21. (PDF)

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Naturhistorisches Museum der Burgergemeinde Bern: World Spider Catalog Version 17.0 – Dysderidae. Abgerufen am 7. Juni 2016