Seeschlacht bei Camperduin

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Seeschlacht bei Camperduin

Seeschlacht bei Camperduin von Thomas Whitcombe, gemalt 1798
Datum 11. Oktober 1797
Ort vor der niederländischen Küste bei Alkmaar
Ausgang Britischer Sieg
Konfliktparteien

Großbritannien Konigreich Großbritannien

Batavische Republik Batavische Republik

Befehlshaber

Adam Duncan

Jan Willem de Winter

Truppenstärke
16 Linienschiffe,
2 Fregatten,
6 kleinere Schiffe
16 Linienschiffe,
9 kleinere Schiffe
Verluste

193 Tote und
622 Verwundete

520 Tote und
952 Verwundete
11 Schiffe (9 Linienschiffe, 2 Fregatten)

In der Seeschlacht bei Camperduin während des Ersten Koalitionskrieges traf am 11. Oktober 1797 eine Flotte Großbritanniens auf Schiffe der Batavischen Republik in der Nordsee vor der niederländischen Küste bei Alkmaar. Im Englischen wird diese Schlacht Seeschlacht bei Camperdown genannt.

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Franzosen planten eine Landung in Irland, die von der niederländischen Flotte unter Vizeadmiral Jan Willem de Winter gedeckt werden sollte. Doch die Vorbereitungen verzögerten sich, bis es zu spät im Jahr war, um das Unternehmen noch zu starten. Trotzdem bestand die niederländische Regierung gegen den Willen von de Winter darauf, dass die Flotte Anfang Oktober in See stach.

Der Großteil der britischen Flotte unter Admiral Adam Duncan lag zu dieser Zeit zur Proviantaufnahme im Hafen von Yarmouth, während vor Texel nur ein kleines Geschwader lag. Als Duncan die Nachricht vom Auslaufen der Niederländer erhielt, ließ er sofort Anker lichten und segelte mit einem starken Wind im Rücken zur holländischen Küste. Die Flotte nahm Kurs nach Süden und sichtete den niederländischen Verband (16 Linienschiffe) am Morgen des 11. Oktober 1797, ungefähr sieben Seemeilen vor der Küste zwischen Egmond und Camperduin.

Die Schlacht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Wind blies landeinwärts. Die Niederländer bildeten eine nordwärts gerichtete Schlachtlinie, und Duncan war klar, dass sie schnell seichtes Gewässer erreichen würden – wohin die Briten mit ihren schwereren Schiffen nicht hätten folgen können, wenn er nicht unverzüglich angriff. Er plante, den Niederländern den Rückzug abzuschneiden, indem er zwischen ihre Linie und die Küste segelte. Zunächst versuchte er, seine Flotte in eine Schlachtordnung zu bringen, erkannte aber schnell, dass dazu keine Zeit mehr war und setzte das Signal, die feindliche Schlachtreihe zu durchbrechen und von Lee anzugreifen – darauf vertrauend, dass seine Kapitäne die Lage meistern würden.

“I made the signal to bear up, break the enemy’s line, and engage them to leeward, each ship her opponent, by which I got between them and the land, whither they were fast approaching.”

13. Oktober, ADM 1/524, zitiert nach Crimmin, 2004

Die Briten griffen in zwei Kolonnen an, und ihre beiden Spitzenschiffe durchbrachen die gegnerische Schlachtlinie. Die restlichen Schiffe legten sich neben niederländische, und in einem erbitterten Nahkampf konnten die Briten elf niederländische Schiffe (neun Linienschiffe und zwei Fregatten) erobern oder versenken und dabei Admiral de Winter gefangen nehmen. Der Rest konnte entkommen, da auch die britischen Schiffe schwer beschädigt waren. Insgesamt hatte die britische Seite 193 Tote und 622 Verwundete zu beklagen, die niederländische 520 Tote und 952 Verwundete. Die Invasionspläne der Franzosen wurden damit vereitelt.

Schlachtordnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Großbritannien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Admiral Duncan’s Flotte
Schiff Kanonen Kommandant Verluste Anmerkungen
getötet verwundet Insgesamt
Weather Column
Triumph 74 William Essington 10 78 88
Venerable 74 Sir William George Fairfax 15 62 77 Flottenflaggschiff
Ardent 64 Richard Rundle Burgess† 41 107 148
Bedford 74 Sir Thomas Byard 30 41 71
Lancaster 64 John Wells 3 18 21
Belliqueux 64 25 78 103
Adamant 50 William Hotham 0 0 0
Isis 50 William Mitchell 2 21 23
Circe 28 Peter Halkett 0 0 0 Fregatte
Lee Column
(Geschwader von Sir Richard Onslow)
Russell 74 Henry Trollope 0 7 7
Director 64 William Bligh 0 7 7
Montagu 74 John Knight 3 5 8
Veteran 64 George Gregory 4 21 25
Monarch 74 Edward O’Bryen 36 100 136 Geschwaderflaggschiff
Powerful 74 William O’Bryen Drury 10 78 88
Monmouth 64 James Walker 5 22 27
Agincourt 64 John Williamson 0 0 0
Beaulieu 40 Francis Fayerman 0 0 0 Fregatte
Sonstige Fahrzeuge
Martin 16 Charles Paget Sloop
King George 12 John Rains Kutter
Speculator 12 H. Hales Lugger
Rose 10 Joseph Brodie Kutter
Active 10 Kutter
Diligent 6 Kutter

Batavische Republik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Admiral de Winter’s Flotte
Schiff Kanonen Kommandant Verluste Anmerkungen
getötet verwundet Insgesamt
Gelikheid 68 H. A. Ruijsch 40 40 gekapert
Beschermer 50 Dooitze Eelkes Hinxt† 1 1 gekapert
Hercules 66 Ruisjoort gekapert
Admiraal Tjerk Hiddes de Vries 68 J. B. Zegers gekapert
Vrijheid 74 L. W. van Rossum† 58 98 156 Flottenflaggschiff, gekapert
Staaten Generaal 74 Samuel Story 20 40 60
Wassenaar 68 gekapert, Kommandant getötet
Batavia 50
Brutus 76 10 50 60 Geschwaderflaggschiff
Leiden 68
Mars 64
Cerberus 68 5 9 14
Jupiter 74 61 61 gekapert, Kommandant getötet
Haarlem 68 gekapert
Alkmaar 50 26 62 88 gekapert
Delft 50 Gerrit Verdooren van Asperen 43 76 119 gekapert

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Seeschlacht bei Camperduin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien