Shao Yong

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Shao Yong, Illustration aus Wanxiaotang Zhuzhuang huazhuan晩笑堂竹荘畫傳

Shao Yong (chinesisch 邵雍, Pinyin Shào Yōng, W.-G. Shao Yung; posthumer Titel: Kangjie 康節, Kāngjié, Kang-chieh; geboren 1011; gestorben 1077) war ein chinesischer Philosoph, Dichter, Kosmologe und Historiker der Song-Dynastie. Er hat die Entwicklung des Neo-Konfuzianismus in China stark beeinflusst.

Shao war einer der gelehrtesten Männer seiner Zeit. Auf der Grundlage des Buches der Wandlungen (Yijing) und der Yin-Yang-Schule entwickelte Shao Yong ein phantastisches System der Symbolik und eine äußerst spekulative Kosmologie. Er vermied es sein ganzes Leben lang, eine Regierungspositionen anzunehmen. Trotzdem war sein Einfluss kaum weniger groß. Shaos einflussreiche Abhandlung ist das Huangji jingshi (皇極經世, Buch der obersten Weltordnungsprinzipien).

Seine Anordnung der acht Trigramme und 64 Hexagramme im I Ging ist als Xian tian (Früherer Himmel) bekannt und beeindruckte sechs Jahrhunderte später Gottfried Wilhelm Leibniz bei der Entwicklung von binären Rechenoperationen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jürgen Mittelstraß (Hrsg.): Enzyklopädie Philosophie und Wissenschaftstheorie, Bd. 3: G–Inn. Metzler, Stuttgart 1984, ISBN 3-411-01604-3, S. 769.
  • Wenchao Li, Hans Poser: Das Neueste über China: G. W. Leibnizens Novissima Sinica von 1697. Internationales Symposium, Berlin 4. bis 7. Oktober 1997. Franz Steiner Verlag, Stuttgart 2000, ISBN 978-3-5150744-8-3 (Studia Leibnitiana/Supplementa; 44)
  • Alain Arrault: Shao Yong. Poète et cosmologue. Collège de France, Paris 2002, ISBN 2-85757-061-9.