Shar-Pei

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Shar-Pei
Shar-Pei
FCI-Standard Nr. 309
2.1 Doggenartige Hunde
Ursprung:

China

Patronat:

FCI

Widerristhöhe:

44–51 cm (17,5–20 Zoll)

Liste der Haushunde

Der Shar-Pei (chinesisch 沙皮狗, Pinyin shāpí gǒu, kantonesisch sa1 pei4 gau2) ist eine von der FCI anerkannte Hunderasse aus China (FCI-Gruppe 2, Sektion 2.1, Standard Nr. 309). Der Rassestandard wird von der FCI verantwortet und entwickelt. In den 1970er-Jahren galt der Shar-Pei als seltenste Hunderasse der Welt und war vom Aussterben bedroht. Heute haben sich die Bestände erholt.

Herkunft und Geschichtliches[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Shar-Pei gilt als antike chinesische Hunderasse, deren Ursprünge rund 2000 Jahre zurückreichen. Er wurde bis ins 19. Jahrhundert als Kampfhund eingesetzt.[1] Historische chinesische Geschichten beschreiben den Shar-Pei auch als Jagdhund, der in ländlichen Gegenden als Wachhund, Hütehund und zum Vertreiben von wilden Tieren zum Schutze der Ackerflächen eingesetzt wurde.[2]

In der westlichen Welt erstmals neuzeitlich erwähnt wurde der Shar-Pei in einer amerikanischen Zeitschrift im Mai 1971, wo ein Foto des angeblich letzten lebenden Shar-Peis abgebildet war. Pläne zur Rettung der Hunderasse wurden im April 1973 erstmals in einer Fachzeitschrift publiziert. Durch das Wirken des Züchters Matgo Law aus Hongkong gelangten Shar-Peis in die USA, bevor Hongkong 1997 vom Vereinigten Königreich die Unabhängigkeit erlangte und die Ausfuhr chinesischer Hunde als Luxusgut unterbunden wurde. Bereits 1991 waren in den USA mindestens 70.000 Shar-Pei registriert.[3] Seit 1. Januar 1992 ist der Shar-Pei eine vom American Kennel Club (AKC) anerkannte Hunderasse.[1] Die ersten Shar-Peis in den USA waren überwiegend nicht reinrassig, sondern oft Mischlinge. Das Züchten des ursprünglichen Shar-Peis wurde so zum Ziel der Züchter; was als Merkmal des ursprünglichen Shar-Peis gilt, wurde Ende der 1980er-Jahre diskutiert und festgelegt.[4]

Laut 2010 veröffentlichten genetischen Analysen der Einzelnukleotid-Polymorphismen von 912 Hunden und 225 Wölfen gehören Shar-Peis zu den Hunden, bei denen starke Hinweise auf eine spätere Vermischung mit Wölfen in ihrer Geschichte gefunden wurden. Beim Shar-Pei wurden (wie beim Dingo, dem Chow Chow und Akita) Hinweise auf eine Vermischung mit Chinesischen Wölfen gefunden. Zugleich gehören Shar-Peis zu den Hunden, welche von den meisten anderen untersuchten Rassen sehr stark genetisch abgegrenzt sind und als altertümliche Rassen (im Original „ancient breeds“) bezeichnet werden. Innerhalb dieser Hunde gehören Shar-Peis, zusammen mit dem Neuguinea-Dingo, dem Chow Chow, dem Dingo und dem Akita zur so genannten Asiatischen Gruppe.[5]

Beschreibung des Körperbaus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Shar-Pei ist ein Hund mittlerer Größe mit kompaktem Körperbau und erreicht eine Widerristhöhe von 44 cm bis 51 cm. Seine Körpermasse beträgt zwischen 20,4 kg und 27,2 kg. Die Beine sind kräftig und die Füße werden eng zusammen und nicht ausgestreckt aufgesetzt. Die Rute wird zusammengerollt und nach oben gestreckt getragen. Das Haar ist kurz und rau, die Färbung ist einheitlich, nicht weiß und nicht gefleckt oder gepunktet. Der Hals hat eine mittlere Länge und ist kräftig. Der Kopf ist wohlproportioniert und ist im Verhältnis zum restlichen Körper leicht größer. Er wird durch starke Hautfalten gekennzeichnet, die bis zu den Schultern am Hals nach unten reichen. Die Augen sind klein und zurückgetreten, die Ohren klein und haben eine dreieckige Form. Die Zunge hat eine blauschwarze oder lavendelartige Färbung.[6][7]

Wesen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Shar-Pei sind wachsam, klug, besonnen, dominant, bisweilen majestätisch und treten Fremden gegenüber reserviert auf. Gegenüber der Halterfamilie zeigen Shar-Pei Hingabe.[7]

Pflege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Shar-Pei benötigt keine besondere Pflege, er ist aufgrund seines kurzen Haares sehr pflegeleicht. Die Zucht ist heute bestrebt, die übermäßige Faltenbildung beim ausgewachsenen Hund zu vermeiden. Die ausgeprägten Falten der Welpen verschwinden im Laufe der Entwicklung und verbleiben lediglich noch im Schulter- und Kopfbereich. Ausgeprägte Falten bedürfen aber einer ständigen Kontrolle.

Rassetypische Erkrankungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Shar-Pei neigen zu respiratorischer Sinusarrhythmie und Immundefekten, insbesondere Atemwegserkrankungen.

Beim Shar-Pei sind verkleinerte rote Blutkörperchen (Mikrozytose) physiologisch.[8]

Außerdem gibt es beim Shar-Pei eine Rassedisposition für eine Reihe von Hauterkrankungen, darunter kutane Muzinose, Ohrenentzündungen, atopische Dermatitis, Demodikose, Malassezien-Dermatitis, Intertrigo und Follikulitis. Auch Futtermittelallergien sind disponiert.[9]

Beim Shar-Pei tritt erblich bedingt und familiär gehäuft eine Form der Amyloidose auf, bei der bevorzugt die Nieren betroffen sind.[10] Mit der Amyloidose verbunden, auch als identische Erkrankung bezeichnet,[11] ist das Shar-Pei-Fieber (engl.: Familial Shar Pei Fever, FSF). Es wird davon ausgegangen, dass 23 % aller Shar-Peis von dieser Autoimmunerkrankung betroffen sind, die mit Schüben hohen Fiebers und Gelenkentzündungen einhergeht.[12]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Tanya B. Ditto: Shar-Pei: everything about purchase, care, nutrition, behavior, and training. Barron’s Educational Series, 2006, ISBN 0-7641-2849-3.
  • Ross D. Clark: Medical, Genetic & Behavioral Risk Factors of the Chinese Shar Pei. Xlibris Corporation, 2014, ISBN 978-1-4990-5361-6.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Shar-Pei – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b T. B. Ditto: Shar-Pei. 2006, S. 6.
  2. T. B. Ditto: Shar-Pei. 2006, S. 7.
  3. T. B. Ditto: Shar-Pei. 2006, S. 5.
  4. T. B. Ditto: Shar-Pei. 2006, S. 8.
  5. Bridgett M. vonHoldt u. a.: Genome-wide SNP and haplotype analyses reveal a rich history underlying dog domestication. In: Nature. Band 464, 8. April 2010, S. 898–902 (nature.com [abgerufen am 12. Mai 2010]).
  6. T. B. Ditto: Shar-Pei. 2006, S. 9.
  7. a b T. B. Ditto: Shar-Pei. 2006, S. 10.
  8. R. Mitschke: Interpretation von Veränderungen im Blutausstrich – 2. Erythrozyten und Thrombozyten. In: Fachpraxis. 49, 2006, S. 14–20.
  9. Chiara Noli, Fabia Scarampella, Stefano Toma: Praktische Dermatologie bei Hund und Katze: Klinik – Diagnose – Therapie. Schlütersche Verlagsgesellschaft, Hannover 2014, ISBN 978-3-89993-673-5, S. 16.
  10. Wolfgang Baumgärtner, Achim Dieter Gruber: Allgemeine Pathologie für die Tiermedizin. Enke, Stuttgart 2015, ISBN 978-3-8304-1285-4, S. 94–97.
  11. Michael J. Day: Atlas der klinischen Immunologie bei Hund und Katze. Schlütersche Verlagsgesellschaft, Hannover 2005, ISBN 3-87706-630-5, S. 137.
  12. Karen A Moriello, Alison Diesel: Small Animal Dermatology, Advanced Cases: Self-Assessment Color Review. CRC Press, Boca Raton 2013, ISBN 978-1-84076-197-9, S. 64.