Shiny Gnomes

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Shiny Gnomes
Allgemeine Informationen
Herkunft Nürnberg, Deutschland
Genre(s) Rock, Psychedelic Rock
Gründung 1985
Website www.shinygnomes.de
Aktuelle Besetzung
Keyboard
Rainer Mertens (Gasi)
Gesang, Gitarre
Stefan Lienemann (Limo)
Schlagzeug, Gesang
Dorit Lacusteanu
Bass
Andreas Rösel
Ehemalige Mitglieder
Schlagzeug
Udo Stowitz (Ufo) (1987–1991, 2001–2005)
Bass, Gesang
Hans Scheuerlein (Hanz) (1985–1991, 2001–2005)
Bass, Gesang
Manfred Knauthe (Manna) (vor 2015)
Schlagzeug
Michael Hawranek (Mikki) (1985–1987)

Shiny Gnomes sind eine Psychedelic/Garage Band aus Nürnberg. Sie wurden früher als deutsche The Jesus and Mary Chain bezeichnet. Ihre Musik verbindet psychedelischen Rock, 60er-Jahre Beat und experimentierfreudigen Folk mit der schwebenden, ätherisch wirkenden Stimme des Sängers Limo. In einer Kritik wurde ihr Stil als „wilder Garagensound zwischen Pop und experimentellem Geschrammel“[1] beschrieben.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Shiny Gnomes wurden 1985 gegründet - Vorgänger waren das Folk-Duo „Fit & Limo“ (das neben den Shiny Gnomes weiter bestand), „Eyes of Fate“ und „Pure Luege“. Mit ihrem Erstling Wild Spells kamen die Shiny Gnomes 1986 in die Top 20 der bundesdeutschen Independent-Charts. 1987 wurde ihnen der Kulturförderpreis der Stadt Nürnberg verliehen. Ihr bekanntestes Stück Lazing at Desert Inn wurde 1987 auf dem zweiten Album Some Funny Nightmares veröffentlicht und erreichte in den Zündfunk-Indie-Charts des Bayerischen Rundfunks Platz 2.

Der Erfolg der ersten beiden Alben brachte der Band 1988 einen Vertrag mit dem Polygram-Label Polydor ein. Auf die Wiederveröffentlichung ihres zweiten Albums folgten zwei weitere Longplayer, Fivehead (1989) und Colliding (1990) sowie diverse Single-Auskoppelungen und eine Remix-EP (Liquid Ladder).

1991 wechselten die zum Trio geschrumpften Shiny Gnomes zum deutschen Rough-Trade-Ableger Our Choice, wo sie weitere vier Alben veröffentlichten, auf denen sie sich experimentierfreudiger und ausufernder präsentierten. Dabei wurden klassische Rockelemente zunehmend durch elektronische Klänge und Soundsamples ergänzt.

1998 beendeten die Shiny Gnomes die Phase der regelmäßigen Bühnenauftritte. Nach einer erfolgreichen Wiederauflage ihres Debütalbums trat die Gruppe im Juli 2002 zu einem Live-Konzert zusammen, aus dem das Live-Album Cowboys of Peace Live 2002 entstand.

In den folgenden Jahren gab die Band sporadisch Konzerte. 2006 stieß die Schlagzeugerin Dorit Lacusteanu (früher u.a. „Die Shivas“) zur Band und bereicherte den Sound mit ihrem Gesang. Es folgten wieder mehr Live-Auftritte und im August 2008 erschien die Platte Spirit of the Band. Zwischen 2012 und 2015 schloss sich eine ruhigere Phase an. 2015 erschien das 10. Studioalbum Generation X und mit Andreas Rösel kam ein neuer Bassist zur Gruppe - daraufhin gab die Band wieder mehr Konzerte [2].

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„... die strahlenden Gnome dürfen sich zugute halten, damals das wohl bahnbrechendste Garagen-Punk- und Psychedelia-Album made in Germany hingelegt zu haben. Wenn die Farfisa-Orgeln kirmesmusikmäßig quengeln, die Gitarren die Melodien shreddern und der Drummer hinter seinem Kit hyperventiliert, dann liegt der Abheb-Faktor, gemessen an US-Psychedelia-Ikonen wie den 13th Floor Elevators oder den Electric Prunes mindestens auf gleicher Höhe.“

Rolling Stone, Januar 2001, 4 von 5 Sternen.[3]

„Die Shiny Gnomes hätten es schaffen können! Ihre spieltechnischen Fähigkeiten und die Kompositionsgabe entsprachen durchaus einem internationalen Level – aber wie das Pech so manchmal will, blieb es nur bei einer beachtlichen Reputation. Das Konzert aus dem Jahre 2002 (also fünf Jahre nach dem letzten Gig) wurde in Nürnberg aufgenommen. Gespielt wurde hauptsächlich Material aus ihrer Frühzeit. Wie der Bandname andeutet, ist die Musik der Band extrem vielschichtig – Psych, Beat, Westcoast, Country, Noise Pop, aber alles in einem eigenen Stil eingefasst. Meist stehen die Songs im Vordergrund, besonders Limos Gesang ist sehr gut und unterstützt die Atmosphäre, welche insgesamt immer einige Zentimeter über dem Boden schwebt. Zum Anchecken sollte der Hörer mal ´Temple Balls´ versuchen. Wenige Bands of Germany machen solch intensive Musik!“

Eclipsed, 9/2003[4]

Diskografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1985: Sex Maniac (7" Vinyl EP, Glitterhouse)
  • 1986: Wild Spells (Vinyl LP, Pastell)
  • 1987: Lazing at Desert Inn (7" Vinyl Single, Pastell)
  • 1987: Some Funny Nightmares (Vinyl LP, Pastell)
  • 1988: Some Funny Nightmares (Vinyl LP, Roof Music)
  • 1988: Lazing at Desert Inn [Remix] (7" Vinyl Single, CD-Maxi + 12" Vinyl EP, Polydor)
  • 1988: Some Funny Nightmares (CD + Vinyl LP, Polydor)
  • 1989: Fivehead (CD + Vinyl LP, Polydor)
  • 1989: Hello Darkness (7" Vinyl Single, Polydor)
  • 1989: She Is All the Rage (7" Vinyl Single, Polydor)
  • 1990: Colliding (CD + Vinyl LP, Polydor)
  • 1990: Science Fiction (7" Vinyl Single, Polydor)
  • 1991: Liquid Ladder [Remix] (CD-Maxi + 12" Vinyl EP, Polydor)
  • 1992: Innocent Aval (CD + coloured Vinyl LP, Rough Trade)
  • 1992: Yours Gnomefully. A Trip Through the Gnomes’ Empire. Vol. 1 (CD, Roof Music)
  • 1993: Orange (CD + coloured Vinyl LP, Rough Trade)
  • 1993: So Much to Learn (CD-Maxi, Rough Trade)
  • 1994: MC Creatix (CD + coloured Vinyl LP, Rough Trade)
  • 1994: She (Remixes of MC Creatix) (CD-Maxi + 12" coloured Vinyl EP, Rough Trade)
  • 1996: Weltraumservice (CD, Rough Trade)
  • 2001: Wild Spells ... And How It All Began (remastered & expanded CD-Version, Sireena)
  • 2002: Cowboys of Peace Live 2002 (CD, Sireena)
  • 2008: Spirit of the Band (CD, Musical Tragedies)
  • 2015: Garage X (CD)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. sub-bavaria.de
  2. http://n-land.de/veranstaltungen/30-jahre-bandgeschichte-und-neues-album-shiny-gnomes-im-brauhaus-altdorf
  3. ShinyGnomes.com: Releases in 2001 (Memento vom 18. Februar 2010 im Internet Archive) (Archiv-Version)
  4. ShinyGnomes.com: Releases in 2003 (Memento vom 18. Februar 2010 im Internet Archive) (Archiv-Version)