Sid Auffarth

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Auffarth referiert im Historischen Museum Hannover über Luftschutzbunker in Hannover, hier zum Bunker in der Friesenstraße

Sid Auffarth (* 1938 in Bremerhaven[1]) ist ein deutscher Architekt, Stadtbau-Historiker und Autor insbesondere zur hannoverschen Stadtbaugeschichte.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach einer „durchgestandenen“[1] Maurerlehre studierte Auffarth Bauingenieurwesen und Architektur an der Technischen Hochschule Hannover sowie an der ETH Zürich. Seit 1971 lehrte und forschte er drei Jahrzehnte lang bis zur Pensionierung 2001 an der nunmehrigen Universität Hannover, zuletzt als Akademischer Rat an der Architekturfakultät in der Abteilung Stadtbaugeschichte bei Günther Kokkelink.[1] Dort leitete er das Forschungsprojekt „Rudolf Hillebrecht und Hannover. Leitbilder und Planungen nach dem Zweiten Weltkrieg“. Kurz vor Ende seiner universitären Dienstzeit promovierte Sid Auffarth 1999 mit einer kumulativen Dissertation, die 23 bereits veröffentlichte Beiträge in Zeitschriften und Büchern zu einem Gesamtwerk zusammenfasst.

Auffarth gilt als „Kenner Hannovers“ und hat sich vielfach in der Öffentlichkeit kritisch mit der baulichen Entwicklung Hannovers auseinandergesetzt,[2] so auch 2011 mit Aktionen gegen den Abriss des denkmalgeschützten Landtagsgebäudes.[3] Er war als Bürgeranwalt im 1995 gegründeten Bürgerbüro Stadtentwicklung aktiv und er war Vorstand der Baudenkmal-Stiftung Raum Hannover sowie (bis zu dessen unfreiwilliger Auflösung 2018[4]) Ortkurator des Ortskuratoriums Hannover der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. Auffarth ist Mitglied im Netzwerk Baukultur Niedersachsen und Ehrenvorsitzender mehrerer Vereine.

Von 1994 bis 2018 veranstaltete Auffarth sogenannte „StadtRadTouren“ durch Hannover.[5][6] Einige dieser thematischen Fahrradtouren sind von Auffarth auch als sogenannte „Audio.StadtRadTouren“ als jeweils 3- bis 5-minütige Audiodateien an Hörstationen zu erleben.[7]

Publikationen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Gunter Krawinkel, Sid Auffarth, Stiftung Niedersachsen: Von Laves bis heute: über staatliche Baukultur. Vieweg, Braunschweig und Wiesbaden 1988, ISBN 3-528-08736-6 (Google-Books, abgerufen am 19. Juli 2021)
  • Die „Königliche Bau-Commission“. Über die Schwierigkeiten mit der Stadtverschönerung. In: Harold Hammer-Schenk und Günther Kokkelink (Hrsg.): Laves und Hannover. Niedersächsische Architektur im neunzehnten Jahrhundert (revidierte Neuauflage der Publikation Vom Schloss zum Bahnhof...), Ed. Libri Artis Schäfer, 1989, ISBN 3-88746-236-X, S. 51–57
  • Adelheid von Saldern, Sid Auffarth: Wochenend & schöner Schein: Freizeit und modernes Leben in den Zwanziger Jahren. Das Beispiel Hannover. Elefanten Press, Berlin 1991, ISBN 3-88520-407-X
  • Adelheid von Saldern, Sid Auffarth, Richard Birkefeld: Altes und neues Wohnen: Linden und Hannover im frühen 20. Jahrhundert. Kallmeyersche Verlagsbuchhandlung, Seelze-Velber 1992, ISBN 3-7800-5256-3
  • Sid Auffarth: Studien zur neueren Bau- und Stadtbaugeschichte Norddeutschlands. Typologien und Strukturen in der Alltagsarchitektur [Wissenschaftliche Arbeiten in den Jahren 1976–1998]. Universität Hannover, Dissertation 1999 (kumulative Diss., 23 Teile)[8]
  • Vom Unbehagen am Monumentalen. Notizen zur Baugeschichte des Niedersächsischen Landesmuseums in Hannover. In: Heide Grape-Albers (Hrsg.): Das Niedersächsische Landesmuseum Hannover 2002. 150 Jahre Museum in Hannover – 100 Jahre Gebäude am Maschpark. Festschrift zum Jahr des Doppeljubiläums. Niedersächs. Landesmuseum, Hannover 2002, S. 96–129, ISBN 3-929444-29-1
  • Wolfgang Pietsch, Sid Auffarth (Hrsg.): Die Universität Hannover: Ihre Bauten, ihre Gärten, ihre Planungsgeschichte. Hrsg. im Auftrag der Universität Hannover, Imhof, Petersberg 2003, ISBN 3-935590-90-3
  • Sid Auffarth, Ralf Dorn (Hrsg.): Ein Leben für Hannover / Festschrift zum 100. Geburtstag von Rudolf Hillebrecht, im Auftrag der Landeshauptstadt Hannover, 2010
  • Sid Auffarth (Text, Fotos), Dietmar Lenk (Red., Fotos): Franz Kühnemann – Architekt in Döhren. Ein humaner Realist 1877–1952, hrsg. von der Franz-Kühnemann-Stiftung, Landwehrstraße 80, Hannover: Juli 2012

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Katharina Wolf: „Man muss halt immer weiter reden!“ Sid Auffarth, Alumnus und Bauhistoriker, begleitet seit 45 Jahren Hannovers Bauprojekte, in: LeibnizCampus Hannover, Ausgabe 17 vom Dezember 2016, S. 48–49. (Digitalisat, abgerufen am 19. Juli 2021)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Sid Auffarth – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Katharina Wolf: „Man muss halt immer weiter reden!“ Sid Auffarth, Alumnus und Bauhistoriker, begleitet seit 45 Jahren Hannovers Bauprojekte, in: LeibnizCampus Hannover, Ausgabe 17 vom Dezember 2016, S. 48–49, hier S. 48.
  2. Katharina Wolf: „Man muss halt immer weiter reden!“ Sid Auffarth, Alumnus und Bauhistoriker, begleitet seit 45 Jahren Hannovers Bauprojekte, in: LeibnizCampus Hannover, Ausgabe 17 vom Dezember 2016, S. 48–49, hier S. 49.
  3. Erfolgreiche Aktion "Roter Punkt": Kein Landtagsabriss in Hannover. In: myheimat.de. gogol medien GmbH & Co. KG, 6. Februar 2011, abgerufen am 19. Juli 2021.
  4. Denkmalstiftung: Zentrale schmeißt Hannover raus. In: www.haz.de. Hannoversche Allgemeine Zeitung (Online-Ausgabe), 16. August 2018, abgerufen am 19. Juli 2021.
  5. Wegbereiter*innen. In: bbs-hannover.de. Bürgerbüro für Stadtentwicklung, abgerufen am 19. Juli 2021.
  6. Conrad von Meding: Hannover hat jetzt Audio-Stadtradtouren. In: haz.de. Hannoversche Allgemeine Zeitung (Online-Ausgabe), 2. Juni 2018, abgerufen am 19. Juli 2021 (Mit Nachricht der Beendigung von Auffarths langjähriger Radtour-Reihe).
  7. Audio.StadtRadTouren. In: bbs-hannover.de. Bürgerbüro Stadtentwicklung, abgerufen am 19. Juli 2021.
  8. Die ungedruckte Sammlung existiert in nur zwei öffentlich zugänglichen Exemplaren, die sich in der Technischen Universitätsbibliothek (TIB) der Universität Hannover befinden; Signaturen: H 01 B 125 und H 01 B 125a.