Sidi bel Abbès

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سيدي بلعباس
ⵙⵉⴷⵉ ⴱⴻⵍ ⵄⴻⴱⴱⴰⵙ
Sidi bel Abbès
Sidi bel Abbès (Algerien)
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Koordinaten 35° 12′ N, 0° 38′ WKoordinaten: 35° 12′ N, 0° 38′ W
Basisdaten
Staat Algerien

Provinz

Sidi Bel Abbès
Höhe 470 m
Einwohner 210.000 (2005)

Sidi bel Abbès (arabisch سيدي بلعباس, DMG Sīdī Bu-l-ʿAbbās, tamazight ⵙⵉⴷⵉ ⴱⴻⵍ ⵄⴻⴱⴱⴰⵙ Sidi bel ɛebbas) ist eine Stadt im Nordwesten Algeriens.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt ist nach einem muslimischen Heiligen, der hier begraben liegt, benannt.

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sie liegt in der gleichnamigen Provinz Sidi bel Abbès, deren Hauptstadt sie ist, 75 Kilometer südlich der Küste des Mittelmeers im Norden des Atlasgebirges auf etwa 470 Metern Höhe in der Tellatlas-Gebirgskette.

Die Altstadt ist von einer Stadtmauer mit insgesamt vier Toren umschlossen und verfügt über eine Universität. Ein regelmäßig austrocknender Fluss, ein Wadi, versorgt die Stadt spärlich mit Wasser. Ein Bewässerungssystem, dass aus dem ebenfalls recht trockenen Andalusien übernommen wurde, konnte den Ertrag der Ernte vergrößern.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt hat etwa 210.000 (2005) Einwohner.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1843 gründeten Franzosen nahe dem Dorf Sidi bel Abbès einen militärischen Außenposten und schufen innerhalb weniger Jahre eine Stadt nach französischem Vorbild. Diese wurde zu einem Zentrum der Fremdenlegion und wuchs schnell. Von 1831 bis 1962 befand sich in der Stadt das Mutterhaus (frz. Maison mère) der Fremdenlegion mit dem 1. Fremdenregiment im Quartier Viénot. Durch das schnelle Wachstum der Stadt verschwand deren traditionelle Gliederung.

Als nach dem Algerienkrieg am 5. Juli 1962 die Unabhängigkeit Algeriens proklamiert wurde, verlor die Fremdenlegion ihren bis dahin wichtigsten und ältesten Stützpunkt. Die französische Regierung ließ das gesamte Regiment von Algerien nach Aubagne (Frankreich) verlegen. In die Festung der Fremdenlegion zog zunächst eine Universität ein. Auch verließen zahlreiche Europäer die Stadt. Im September 1962 war sie in Folge des Wegzuges der europäischen Bevölkerung halb leer. Verwaltung, Polizei, Justizwesen, Schulwesen und viele wirtschaftliche Aktivitäten kamen vorläufig zum Erliegen.[1]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heute ist der Anbau von Getreide der hauptsächliche Wirtschaftszweig der Region.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sidi bel Abbès besitzt einen Bahnhof an der Bahnstrecke Oran–Akid Abbès der SNTF.[2]

Am 25. Juli 2017 wurde ein 14 km langes Straßenbahnnetz eröffnet.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Stora, Benjamin (2005). Algeria, 1830-2000: A Short History. Cornell University Press. Seiten. 12, 77. ISBN 0-8014-8916-4.
  2. Neil Robinson: World Rail Atlas and Historical Summary 7 = North, East and Central Africa.o.O. 2009. ISBN 978-954-92184-3-5, Taf. 4.