Silvretta-Hochalpenstraße

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Die Silvretta-Hochalpenstraße führt vom Vorarlberger Montafon über das Vermunt und die Bielerhöhe durch die Berge der Silvretta ins Tiroler Paznaun, das Tal der Trisanna. Die 25,4 km lange Straße zwischen Partenen und Galtür ist mit 400.000 Benutzern eine der beliebtesten Gebirgsstraßen der österreichischen Alpen. Die mautpflichtige Straße ist Werk und Eigentum der Vorarlberger Illwerke.

Streckenbeschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Silvretta-Hochalpenstraße ist Teil der Silvrettastraße (B 188), nur im Sommer geöffnet und mautpflichtig (2016: 15,00 € für PKW bis fünf Personen).

Die westliche Anfahrt mit 32 Kehren beginnt am Ortsende von Partenen und ist bis zur Bielerhöhe bzw. bis zum Silvretta-Stausee etwa 15 Kilometer lang. Die maximale Steigung beträgt 14 Prozent.

Der östlich vom See liegende Teil der Silvretta Hochalpenstraße liegt in Tirol, beginnt im Galtürer Ortsteil Wirl an der Mautstelle auf 1725 m Höhe im Paznaun, besitzt nur zwei Kehren und ist zum selben Ziel etwa zehn Kilometer lang.

An der Bielerhöhe mit mehreren Gaststätten, mit 2.032 Metern über Meer der höchste Punkt der Silvretta Hochalpenstraße, befindet sich der Silvretta-Stausee. Auf einem gut ausgebauten Wanderweg kann man den See umrunden.

Die Silvretta Hochalpenstraße ist ein oft gewählter Schauplatz von Motorsportveranstaltungen, unter anderem Oldtimer-Rallyes, oder Radrennen.

Silvretta Hochalpenstraße, Vorarlberger Seite, Anstieg bei Partenen; Panorama vom Fuße des 2.277 m hohen Zaferna

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Silvretta-Hochalpenstraße entstand während der Stausee- und Kraftwerksbautätigkeiten durch die Illwerke. Diese ließen bereits 1925, nach dem Baubeschluss für das Vermuntwerk, einen alten unbefestigten Karrenweg von Partenen hinauf zum Vermuntsee als Transportweg verbreitern, damit Zement- und Kieslastwagen ihre Fracht bis zur Baustelle der Vermunt-Staumauer bringen konnten. Nach der Fertigstellung 1930 tat sich nicht mehr viel.

Erst ab 1938, beschleunigt durch den „Anschluss“ Österreichs an Deutschland, wurde die Strecke bis auf die Bielerhöhe verlängert, um dort die Silvretta-Staumauer anzulegen. Im weiteren Verlauf der Bauarbeiten wurden vermehrt Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter, oft unter unmenschlichen Bedingungen, eingesetzt. Mit dieser Ausbauphase verlor der historisch bedeutsame Übergang am Zeinisjoch endgültig seine Bedeutung. Über den Umweg der Silvrettastraße rückten nun auch die Ortschaften Partenen und Galtür weiter auseinander.

Die endgültige Fertigstellung der Verbindung zwischen Partenen und Galtür und somit der Hochalpenstraße war gewissermaßen ein Produkt des Zufalls: Die Verantwortlichen fanden sich mit dem Problem konfrontiert, dass aus der Zeit des Staumauerbaus sich auf der Bielerhöhe noch ein übergroßer Bagger befand. Anstatt ihn für den Rücktransport ins Tal zu zerlegen und per Seilbahn nach Partenen zu schaffen, so wie er auch Jahre davor heraufbefördert worden war, bahnte sich der Bagger in den Jahren 1951 bis 1954 aus eigener Kraft seinen Weg durch das sanft abfallende Hochtal über die Pritzen Alpe nach Galtür.

Damit war eine durchgehende Straße geschaffen, die 1954 für den öffentlichen Verkehr freigegeben und bis 1961 auf ihrer gesamten Länge zweispurig ausgebaut wurde.

Sommer- und Winterbetrieb[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Sommer besteht auch eine Busverbindung von Landeck bis Bludenz über die Silvretta-Hochalpenstraße (bzw. die Silvrettastraße).

Die Wintersperre dauert von November bis Mai. Im Winter findet aber im oberen Streckenbereich der Shuttlebus-Betrieb für das Skigebiet Bielerhöhe statt, für die Besucher erfolgt der Zugang über die Vermuntbahn von Partenen.

Silvretta Hochalpenstraße, Vorarlberger Seite, im Vermunt gegen Montafon und Bieler Höhe; 180° Panorama vom Eingang in den Vermuntstollen

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Koordinaten: 46° 55′ N, 10° 6′ O