Sirenik

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Sirenik

Gesprochen in

Russland
Sprecher ausgestorben
Linguistische
Klassifikation
Sprachcodes
ISO 639-1

ISO 639-2

ISO 639-3

ysr

Sirenik (Eigenbezeichnung Uqeghllistun, russisch сиреникский язык, sirenikski jasyk) ist der Name einer Eskimo-Sprache, die als ausgestorbenen betrachtet werden muss. 1997 verstarb die letzte Person, die die Sprache fließend beherrschte, Walentina Wyje (russisch Валентина Выйе). Sie war Bewohnerin des Dorfes Sireniki auf der Tschuktschen-Halbinsel (Autonomer Kreis der Tschuktschen) im äußersten Nordosten der Russischen Föderation.[1] Die Sprache ist nach dem Ort benannt. Heutige Anwohner sprechen andere eskimo-aleutische Sprachen oder Russisch.

Schon Ende des 19. Jahrhunderts fand Sirenik regional wenig Verwendung, mit Gruppen von außerhalb wurde beispielsweise auf Tschuktschisch – einer paläosibirischen Sprache – kommuniziert. Es gibt allerdings Hinweise auf zwei vorhandene Dialektvarianten.[2]

Sirenik gehörte wahrscheinlich der Yupik-Sprachgruppe an, die hauptsächlich in der Gegend um die Beringstraße vorkommt; es kann sich aber auch um die letzte Vertreterin einer dritten Gruppe der Eskimo-Sprachen (neben Yupik und Inuktitut/Inuit) gehandelt haben, da ihre Zuordnung noch nicht geklärt ist.[2]

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Eskimo-Aleutische Sprachen, Holst (2005), S. 139 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche)
  2. a b Endangered Languages (PDF; 90 kB), Vakhtin (1998), S. 159 ff.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jan Henrik Holst: Einführung in die eskimo-aleutischen Sprachen. Buske-Verlag, Hamburg 2005, ISBN 978-3-87548-386-4.
  • Nikolai Vakhtin: Endangered Languages in Northeast Siberia: Siberian Yupik and other Languages of Chukotka. In: Erich Kasten (Hrsg.): Bicultural Education in the North: Ways of Preserving and Enhancing Indigenous Peoples’ Languages and Traditional Knowledge. Waxmann-Verlag, Münster 1998, ISBN 978-3-89325-651-8, S. 159–173 (Online-Ausgabe).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]