Sitt al-Mulk

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Sitt al-Mulk (arabisch ست الملك, DMG Sitt al-Mulk, umgangssprachlich für Saiyidat al-Mulk – „Herrin des Reiches“; * 970 in Ifriqiya; † 5. Februar 1023 in Ägypten), Regentin der Fatimiden (1021–1023), war die ältere Schwester des berühmten Kalifen al-Hākim bi-amr Allāh (reg. 996–1021). Nach dem Tod ihres Vaters, des Kalifen al-ʿAzīz (reg. 975–996) versuchte sie, ihren Bruder mit Hilfe eines Vetters vom Thron zu verdrängen. Allerdings wurde sie vom Eunuchen Bardschawan (Barǧawān) inhaftiert. In weiterer Folge erlangte Sitt al-Mulk als Beraterin erheblichen Einfluss auf al-Hakim, was aus den Berichten zeitgenössischer Chronisten und an den sehr hohen Apanagen deutlich wird, die ihr aus der Staatskasse zuflossen. Nachdem sie wohl während der letzten Regierungsjahre gegen die von al-Hakim beabsichtigte Änderung der Thronfolge opponierte, übernahm sie nach dessen mysteriösem Tod 1021 die Regentschaft für dessen Sohn az-Zahir (reg. 1021–1036). Wegen dieser Machtübernahme wurde auch immer wieder der Verdacht geäußert, dass Sitt al-Mulk die Ermordung ihres Bruders angeordnet habe.

Nach der Übernahme der Regentschaft und der Ausschaltung anderer Konkurrenten hob sie zunächst die Edikte al-Hakims zur Durchsetzung der Scharia weitgehend auf. Es kam zu einer heftigen Verfolgung der Drusen, deren Sekte in der Folgezeit in Ägypten völlig ausgelöscht wurde und nur in den Bergen des Libanon überleben konnte. Später bemühte sich Sitt al-Mulk, das Verhältnis des Fatimidenkalifats zu Byzanz zu entspannen, welches wegen der Besetzung Aleppos in Nordsyrien (1015) belastet war. Als sie am 5. Februar 1023 im Alter von 52 Jahren starb, waren die Verhandlungen über einen Frieden mit Byzanz noch nicht abgeschlossen, doch hielt der zwischen den beiden Großmächten ausgehandelte Waffenstillstand noch ein Vierteljahrhundert.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]