Skihalle Neuss

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Alpenpark Neuss
Der Alpenpark Neuss, von Westen aus gesehen (Sommer 2019)

Der Alpenpark Neuss, von Westen aus gesehen
(Sommer 2019)

Daten
Ort DeutschlandDeutschland Deutschland > Nordrhein-Westfalen > Rhein-Kreis Neuss > Neuss > Grefrath
Architekt Dr. Burkhard Schrammen [1], Mönchengladbach (Schrammen Architekten BDA)
Bauherr Allrounder
(Allrounder Mountain Resort GmbH & Co. KG)[2]
Baujahr 2000–2001
Grundfläche ca. 13.000 m²[3] m²
Koordinaten 51° 10′ 18,7″ N, 6° 39′ 1″ OKoordinaten: 51° 10′ 18,7″ N, 6° 39′ 1″ O
Alpenpark Neuss (Nordrhein-Westfalen)
Alpenpark Neuss
Besonderheiten
Gründung auf einer ehemaligen Hausmülldeponie

Der Alpenpark Neuss ist ein Freizeitpark am Rand der Stadt Neuss in Nordrhein-Westfalen.

Die 2001 eröffnete Skihalle des Freizeitparks war die erste derartige Einrichtung in Deutschland.[2] Sie wird jährlich von mehr als 1 Million Menschen besucht.[4] Zum Alpenpark gehören neben den Wintersportanlagen u. a. diverse Gastronomie, ein Hotel[5], ein Kletterpark[6], ein Almgolf[7] und ein FunFußball Parcours[8].

Die Halle mit den dazugehörigen Anlagen wird vom Unternehmen Allrounder aus Neuss betrieben.[2] Namenssponsor der Skihalle war von 2004 bis 2018 die Jever-Brauerei; zuvor hieß die Skihalle offiziell Jever Fun Skihalle Neuss.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Halle liegt am südwestlichen Rand der Stadt Neuss auf dem ehemaligen Gelände der Mülldeponie Neuss-Grefrath. Das Gelände gehört zum Bezirk des Neusser Stadtteils Grefrath. Unmittelbar südlich an der Halle läuft die A46 vorbei, die ein kurzes Stück weiter östlich, am Autobahnkreuz Neuss-West, auf die A57 trifft. Auf der gegenüberliegenden Seite der A46, die hier die Stadtbezirksgrenze bildet, liegt Holzheim mit den Wohnplätzen Löveling und Kreitz sowie dem Kloster Kreitz. Östlich der Halle liegen der Westpark und die Kleingartenkolonie Novesia.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1998 fassten die Unternehmer Johannes Janz und August Pollen, die in Mönchengladbach die Agentur Allrounder für Wintersportreisen und -veranstaltungen betrieben, den Plan zum Bau einer Skihalle im Ballungsraum Rhein-Ruhr. Nachdem in Neuss ein geeigneter Standort gefunden und die Finanzierung mit dem Einstieg der Vibro-Beteiligungsgesellschaft gesichert war, begann der Bau im Jahr 2000. Die Ausführung übernahm eine ARGE aus der Dywidag und der Heilith + Woerner Bau AG.[9] Die Stahlbaukonstruktion wurde an Donges Stahlbau aus Darmstadt untervergeben.[3]

Eine besondere Herausforderung für die Planung und Errichtung stellte der Baugrund dar: Da der obere Teil der Halle auf dem Deponiekörper einer relativ jungen, ehemaligen Hausmülldeponie errichtet wurde, war mit erheblichen Setzungen zu rechnen. Dem musste durch eine flexible Stahlkonstruktion auf Stelzen[3] und eine genaue Überwachung der Bewegungen[10] Rechnung getragen werden.[11][12][13]

Nach einer Bauzeit von 9 Monaten wurde die Halle Anfang 2001 fertiggestellt.[11] Mit der Eröffnung am 3. Januar 2001 kam die Skihalle in Neuss einem fast zeitgleich errichteten Konkurrenzprojekt, dem Alpincenter Bottrop, um wenige Tage zuvor und wurde so zur ersten Skihalle Deutschlands.[4]

Ab 2007 wurde über eine Erweiterung der Halle durch eine Skilanglauf-Strecke nachgedacht.[14] Diese Pläne wurden aber bisher nicht umgesetzt.

2011 wurde ein Anbau mit einer kleineren Nebenpiste ergänzt,[15] und im selben Jahr wurde auch das Tagungs- und Sporthotel Fire & Ice[5] eröffnet.[15]

Im Frühjahr 2009 kam als weitere Attraktion bei der Skihalle der Kletterpark „SalzburgerLand“ Neuss[6] und eine Kletterwand[16] hinzu.

Seit Sommer 2014 gibt es eine Bogenschießanlage. Die Almgolfanlage wurde im Frühjahr 2015 eröffnet. Im Sommer 2017 wurden die Attraktionen um eine FunFußball Anlage ergänzt[17].

Ausstattung und Aktivitäten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der höchste Punkt der Skipiste in der Halle liegt bei 110 Metern über dem Meeresspiegel, die Hauptpiste hat eine Länge von 300 Metern und eine Breite von bis zu 60 Metern. Das Gefälle der Piste beträgt im oberen Bereich bis zu 28 %.[3][18] Neben der Hauptpiste existiert in einem Anbau eine kleinere, 100 Meter lange und bis zu 40 Meter breite Nebenpiste[15] für Anfänger und Kinder sowie zwei Rodelbahnen. Die Halle verfügt über einen Vierer-Sessellift, zwei Schlepplifte und vier Laufbänder mit einer Gesamtkapazität von bis zu 5000 Personen pro Stunde.[19][20][18] Zwölf unter der Hallendecke installierte Schneekanonen berieseln nachts die Pisten mit Kunstschnee.[13]

Zum Ski- und Rodelbetrieb, der das ganze Jahr läuft, werden von der hauseigenen Skischule Ski- und Snowboard-Kurse für Anfänger angeboten. In der Gastronomie der Halle finden regelmäßig Partys (oft nach Art des „Après-Ski“) und anderes Rahmenprogramm statt.[20][18] Im Eingangsbereich bietet ein Shop Sportausrüstung zum Kauf an. Das Hotel verfügt über Räume für Tagungen, Seminare u. ä.[5] Im Außenbereich existiert ein Hochseilgarten und eine Kletterwand, eine Bogenschießanlage und eine Almgolfanlage.[18] Nach Angaben von Allrounder handelt es sich bei dem Kletterpark um einen der größten freistehenden Hochseilgärten in Deutschland[6] und bei der Kletterwand um eine der höchsten künstlichen Outdoor-Kletteranlagen in Europa.[16]

Allrounder war Mitveranstalter des bis 2011/2012 abgehaltenen FIS-Weltcup der Skilangläufer in Düsseldorf und lieferte von der Skihalle aus 3000–4000 m³ Schnee für die Präparation der Strecke.[15][13]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. https://schrammen.info/project/skihalle-neuss/
  2. a b c Die allrounder Unternehmensgruppe – eine Erfolgsgeschichte. In: Allrounder.de. Archiviert vom Original am 10. Mai 2016; abgerufen am 10. Mai 2016.
  3. a b c d Skihalle. Donges Steeltec, abgerufen am 10. Mai 2016.
  4. a b Philipp Oeller: Einfach mal ins Skigebiet Neusser Alm hineinschneien. Düsseldorf-Magazin, abgerufen am 4. November 2013.
  5. a b c Hotel Fire & Ice Düsseldorf/Neuss. Allrounder, abgerufen am 4. November 2013.
  6. a b c Kletterspaß in Deutschlands größtem freistehenden Kletterpark. SalzburgerLand Kletterpark Neuss, abgerufen am 4. November 2013.
  7. Almgolf. Abgerufen am 19. Februar 2020.
  8. RP ONLINE: Neuss: „Fun Fußball“ erobert das Skihallen-Areal. Abgerufen am 18. Februar 2020.
  9. Europas größte Skihalle: Skifahren das ganze Jahr. In: Beschaffung aktuell. Nr. 04/2000. Konradin-Verlag, 4. April 2000 (Text im Online-Archiv).
  10. GeoLog 2001 Der Geologische Dienst berichtet. (PDF) Sportive Nutzung eines Deponiestandortes. Geologischer Dienst Nordrhein-Westfalen, 2001, S. 39–41, abgerufen am 10. Mai 2016.
  11. a b Skihalle Neuss. dbb Ingenieurgesellschaft, abgerufen am 4. November 2013.
    (Anmerkung: Der Fertigstellungstermin wird hier fälschlich mit Anfang 2002 angegeben. Tatsächlich wurde die Halle bereits Anfang 2001 eröffnet.)
  12. Juliane Kaelberlah: Neuss: Skihalle steht sicher. In: Neuß-Grevenbroicher Zeitung. 3. September 2011 (Volltext im Online-Archiv der NGZ).
  13. a b c Der größte Gefrierschrank Deutschlands (Memento vom 5. Juni 2016 im Internet Archive)
  14. Nadine Gärtner: Erste Langlauf-Skihalle Europas in Planung. Live-Wintersport.com, 24. September 2007, abgerufen am 4. November 2013.
  15. a b c d Millionen Rheinländer sind heiß auf Schnee. Invest in Niederrhein (Standort Niederrhein GmbH), abgerufen am 4. November 2013.
  16. a b SalzburgerLand Kletterwand Neuss: Abenteuer am Seil! SalzburgerLand Kletterwand Neuss, abgerufen am 4. November 2013.
  17. RP ONLINE: Neuss: „Fun Fußball“ erobert das Skihallen-Areal. Abgerufen am 18. Februar 2020.
  18. a b c d Schneespaß in Neuss oder Bottrop? Der große Skihallen-Vergleich. In: Rheinische Post (Online). 6. Januar 2011, abgerufen am 4. November 2013.
  19. Jever Skihalle in Neuss. In: Indoor-Ski.de. Abgerufen am 4. November 2013.
  20. a b Skihalle Neuss – JEVER SKIHALLE Neuss. In: skihallen.eu. Abgerufen am 4. November 2013.