Skrunda

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Skrunda
Wappen von Skrunda
Skrunda (Lettland)
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Basisdaten
Staat: Lettland
Landschaft: Kurland (lettisch: Kurzeme)
Verwaltungsbezirk: Skrundas novads
Koordinaten: 56° 41′ N, 22° 1′ OKoordinaten: 56° 40′ 35″ N, 22° 0′ 57″ O
Einwohner: 2.236 (1. Jan. 2016)
Fläche: 7,9 km²
Bevölkerungsdichte: 283,04 Einwohner je km²
Höhe: 50 m
Stadtrecht: seit 1996
Webseite: www.skrunda.lv
Postleitzahl:
ISO-Code:

Skrunda (deutsch Schrunden) ist eine Kleinstadt in Kurzeme, Lettland am Ufer der Venta. Sie liegt an der Straße von Liepāja nach Saldus südlich Kuldīga. Im Jahre 2016 zählte sie 2236 Einwohner.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gebiet war von den Kuren besiedelt. Skrunda wurde im Jahr 1253 erstmals urkundlich erwähnt.[2] 1368 baute der livländische Zweig des Deutschen Ordens hier eine Burg.[2] Im 17. Jahrhundert blühte der Ort als Teil des Herzogtums Kurland und Semgallen auf. Es gab Manufakturen für Glas sowie für Metallwaren und Kriegsgerät. Im Großen Nordischen Krieg (1700–1721) wurde die Burg zerstört und nicht wieder aufgebaut.[2] Zur Zeit des Russischen Reiches wurde ein Krongut eingerichtet, dessen Herrenhaus noch zu besichtigen ist.[2]

Nach dem Ersten Weltkrieg zog das 2. lettische Schützenregiment am 22. Januar in der Stadt ein. Diese Lettischen Schützen wurden eine Woche später in einem größeren Gefecht vom ebenfalls lettischen Bataillon Kolpak, welches als Teil der Baltischen Landeswehr mit den Deutschen kämpfte, wieder vertrieben.

Die Stadt entwickelte sich nachdem Teile des ehemaligen Gutslandes zur Bebauung freigegeben wurden. 1929 wurde die Eisenbahnlinie Glūda – Liepaja eröffnet.[2] 1935 existierten mehr als 50 Kleinunternehmen sowie einige Industriebetriebe.

Im Zweiten Weltkrieg lag die Stadt 1944 und 1945 im Frontgebiet. Nach der Eroberung Skrundas durch die Rote Armee begannen die sowjetischen Besatzer, lettische Bürger nach Sibirien zu deportieren. Allein an einem Tag, dem 25. März 1949, wurden 228 Einwohner verschleppt. Am Bahnhof erinnert ein Viehwaggon als Mahnmal an die deportierten Einwohner.

Von 1950 bis 1959 war Skrunda Kreisstadt. Es gab hier eine große Torf-Fabrik und andere Industriebetriebe.

1996 wurden Skrunda als bisher letztem lettischen Ort die Stadtrechte verliehen.

Die ehemalige sowjetische Militärbasis Skrunda-1 befindet sich nahe der Stadt. Nach dem Abzug der sowjetischen Streitkräfte im Oktober 1999 wurden deren Anlagen an einen russischen Investor verkauft.[3][4]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Karl Eduard Eichwald arbeitete von 1819 bis 1821 als Arzt in Skrunda, bevor er als Paläontologe bekannt wurde.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Skrunda unterhält Städtepartnerschaften mit Põltsamaa (Estland) sowie Städten in Frankreich, China und Georgien.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. «Latvijas iedzīvotāju skaits pašvaldībās pagastu dalījumā»
  2. a b c d e Hans Feldmann, Heinz von zur Mühlen (Hg.): Baltisches historisches Ortslexikon, Teil 2: Lettland (Südlivland und Kurland). Böhlau, Köln 1990, ISBN 3-412-06889-6, S. 563.
  3. Militärstützpunkt zu verkaufen. In: Neue Zürcher Zeitung, 6. Februar 2010, gesichtet am 15. Juni 2013.
  4. Russen ersteigern Geisterstadt in Lettland. In: Die Welt, 10. Februar 2010, gesichtet am 9. Juli 2015.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]