Sobekhotep IV.

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Namen von Sobekhotep IV.
Louvres-antiquites-egyptiennes-img 2808.jpg
Kolossalstatue von Sobekhotep IV.; Louvre, Paris
Horusname
G5
anxib
N17
N17
Srxtail2.svg
Anch-ib-taui
ˁnḫ-jb-t3.w(j)
Möge das Herz der beiden Länder leben
Nebtiname
G16
wADxa
a
wY1
Z2
Wadj-chau
W3ḏ-ḫˁw
Frisch an Erscheinungen
Goldname
G8
HASHG30
...-bau
...-b3w
... der Bas (Seelen)
Thronname
M23
X1
L2
X1
Hiero Ca1.svg
N5N28
D36
F35
Hiero Ca2.svg
Cha-nefer-Re
Ḫˁ-nfr-Rˁ
Es erscheint die Vollkommenheit des Re
Eigenname
Hiero Ca1.svg
I3R4
t p
Hiero Ca2.svg
Sobekhotep
Sbk ḥtp
Sobek ist zufrieden
Königspapyrus Turin (Nr.VI 27 Thron- und Eigenname in einer Kartusche)
Hiero Ca1.svg
N5N28
D36
mDAtF35I3R4
t
p
Hiero Ca2.svg
Cha-nefer-Re-Sobek-hotep
Ḫˁ-nfr-Rˁ-Sbk-ḥtp
Es erscheint die Vollkommenheit des Re, Sobek ist zufrieden
Griechisch
bei Artapanos

Chenephres

Sobekhotep IV. war ein altägyptischer König (Pharao) der 13. Dynastie (Zweite Zwischenzeit), welcher etwa von 1733 bis um 1724 v. Chr. oder um 1694 bis um 1685 v. Chr.[1] regierte. Die 13. Dynastie besteht aus einer langen Reihe von nur kurz regierenden Herrschern, die im Schnitt nur wenige Jahre auf dem Thron blieben. Diese scheinen oftmals auch nicht miteinander verwandt gewesen zu sein. Sobekhotep IV. gehört zu den wenigen Regenten, der aus einer Familie stammte, die noch mindestens einen anderen Herrscher stellte. Er war wohl der bedeutendste Herrscher der 13. Dynastie.

Herkunft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dieser Pharao wurde in Theben geboren, wie er auf einer Stele aus dem Karnaktempel berichtet. Sein Vater war der Gottesvater Chaanchef und seine Mutter eine gewisse Kemi. Der Großvater war mittlerer Militärmann mit dem Namen Nehy und dem Titel Stadtsoldat (anx n nwt), dessen Gemahlin hieß Senebtisi. Sein Bruder, der vor ihm regierte, war Neferhotep I. Es ist auffallend, in welchem Maße diese beiden Herrscher ihre nichtkönigliche Herkunft auf den Denkmälern betonen. Dies ist sonst kaum aus dem alten Ägypten bekannt, Sobekhotep IV. ist schon aus der Zeit bekannt, bevor er König wurde. Er erscheint in einigen Inschriften seines Bruders Neferhotep I. bei Assuan als Königssohn. Da der Vater von Sobekhotep IV. mit Sicherheit kein Herrscher war, ist dies ein guter Beleg dafür, dass diese Bezeichnung zu dieser Zeit als Titel benutzt wurde und nicht ein wirkliches Verwandtschaftsverhältnis ausdrückte.

Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die gut bekannte Familie des Herrschers bestand aus seiner Gemahlin Tjan, seinen Söhnen Sobekhotep Miu, Sobekhotep Djadja, Chaanchef und Amenhotep und seiner Tochter Nebetiunet.

Regentschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sobekhotep IV. war wohl der bedeutendste Herrscher der 13. Dynastie. Sein höchstes bekanntes Regierungsjahr ist das Jahr 8, und er ist wahrscheinlich der letzte Regent vor Beginn des Neuen Reiches, der in ganz Ägypten und auch noch in Unternubien geherrscht hat. Von dem Herrscher fanden sich zahlreiche Skarabäen, die seine Eltern nennen. Im Britischen Museum London befindet sich das Bruchstück einer Inschrift, die vielleicht von Kriegszügen nach Unternubien berichtet, doch ist der Text und dessen Interpretation umstritten. Auf diesen Feldzug nimmt vielleicht auch eine private Stele Bezug und der jüdische Schriftsteller Artapanos berichtet, dass dieser Herrscher nach Nubien zog. Dieser erwähnt auch, dass unter dem Herrscher Teile des Deltas rebellierten. Schließlich soll unter ihm die Mose-Geschichte stattgefunden haben.

Hofstaat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von dem Hofstaat des Herrschers ist bekannt, dass der Wesir Neferkare Iymeru das Haus der Millionen Jahre für den Herrscher errichtete. Dieser Wesir ist durch zahlreiche Monumente bezeugt. Schatzmeister war Senbi, der schon unter Neferhotep I. im Amt war, und Haushofmeister ein Nebanch, der eine Expedition in den Wadi el-Hudi unter dem König leitete. Nebanch stammt aus einer bedeutenden Familie, die in der nächsten Generation über die Königin Nubchaes sogar mit dem Königshaus verwandt war. In Karnak wurde eine Statue des Großen Truppenvorstehers Amenemhat gefunden, die den Namen des Herrschers trägt. Überhaupt gibt es relativ viele Objekte von Privatpersonen aus dieser Zeit, die den Namen des Herrschers tragen und damit seinen Einfluss belegen.

Bautätigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwei Kolossalstatuen, die man in Tanis fand, stammen ursprünglich wohl aus Memphis. Eine weitere aus Hutsneferu.[2] Bauteile aus Abydos belegen seine dortige Bautätigkeit.[3] Ebenso hat er wohl den Karnaktempel erweitert und hatte in Theben nach Aussage einer Inschrift auf der Statue seines Wesirs Iymeru Neferkare ein Millionenjahrhaus.[4] Eine lange Inschrift aus Theben berichtet von Schenkungen an den Amnuntempel und davon, dass der Herrscher von Norden nach Theben gekommen sei. Dies gilt als wichtiger Beleg dafür, dass damals die Hauptstadt noch im Norden des Landes lag. Diverse Expeditionsinschriften im Wadi el-Hudi und im Wadi Hammamat berichten von der Beschaffung von Rohstoffen. Sein Grab befand sich wahrscheinlich in Abydos.[5]

Nach seiner Zeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wenn nicht unter diesem Herrscher, so ist doch kurze Zeit später die Einheit des Reiches zerbrochen. Es ist nicht bekannt, ob einer seiner Söhne sein Nachfolger wurde. Immerhin heißt der Nachfolger von Sobekhotep IV. auch Sobekhotep.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jürgen von Beckerath: Untersuchungen zur politischen Geschichte der zweiten Zwischenzeit in Ägypten (= Ägyptologische Forschungen. Band 23). Augustin, Glückstadt/ New York 1964, S. 57–58, 246–250 (XIII 24).
  • Thomas Schneider: The Relative Chronology of the Middle Kingdom and the Hyksos Period (Dyns. 12–17). In: Erik Hornung, Rolf Krauss, David A. Warburton (Hrsg.): Ancient Egyptian Chronology (= Handbook of Oriental studies. Section One. The Near and Middle East. Band 83). Brill, Leiden/ Boston 2006, ISBN 978-90-04-11385-5, S. 168–196 (Online).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Datierung nach Thomas Schneider: Lexikon der Pharaonen. Artemis & Winkler, München 1997, ISBN 3-7608-1102-7.
  2. Paris, Louvre, Inventar A 16, A17 und Kairo, Ägyptisches Museum.
  3. W. M. Flinders Petrie: Abydos. Band I (= Memoir of the Egypt Exploration Fund. Band 22). Egypt Exploration Fund, London 1902, S. 29, 34, 41, Tafel LIX, 1. (digitalisiert).
  4. Inventar: Louvre A. 125.
  5. J. Wegner: A Royal Necropolis at Abydos. In: Near Eastern Archaeology. Band 78, Nr. 2, 2015, S. 70.
VorgängerAmtNachfolger
SahathorPharao von Ägypten
13. Dynastie
Sobekhotep V.