Sommer ’04

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Filmdaten
Originaltitel Sommer ’04
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch
Erscheinungsjahr 2006
Länge 97 Minuten
Altersfreigabe FSK 12
Stab
Regie Stefan Krohmer
Drehbuch Daniel Nocke
Produktion Frank Löprich
Katrin Schlösser
Musik Ellen McIlwane
Kamera Patrick Orth
Schnitt Gisela Zick
Besetzung

Sommer ’04 (Alternativtitel: Sommer ’04 an der Schlei) ist ein deutsches Filmdrama von Stefan Krohmer. Der Film lief zum ersten Mal am 20. Mai 2006 auf den Internationalen Filmfestspielen von Cannes in der «Quinzaine des Réalisateurs» und am 10. Februar 2007 auf der Berlinale im Rahmen der Sektion Perspektive Deutsches Kino.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Miriam macht mit ihrem Lebensgefährten André, ihrem 15-jährigen Sohn Nils und dessen 12-jähriger Freundin Livia (die deutlich älter wirkt) Urlaub bei Schleswig an der Schlei. Bald lernt Livia beim Segeln den 38-jährigen Amerikaner Bill kennen, der ein Haus in der Nähe besitzt. Da Miriam während der Ferien für sie verantwortlich ist, beobachtet sie mit Sorge, dass möglicherweise mehr zwischen Bill und Livia laufen könnte als ein lockerer Urlaubsflirt. Ihr Mann versucht ihr das auszureden. Doch immer wenn Livia für längere Zeit verschwunden ist, wird sie von Miriam bei Bill gesucht. Miriam verliebt sich so selbst immer mehr in Bill und beginnt eine Affäre mit ihm. Nachdem sie wieder einmal miteinander geschlafen haben, gesteht er ihr, dass er in Livia verliebt ist und die Affäre darum beenden will. Miriam erklärt ihm, dass eine solche Beziehung unmöglich, sogar strafbar ist, mit dem Gedanken, Livia sei ihre Konkurrentin.

Am nächsten Tag geht die ganze Familie mit Bill auf einen Segeltörn. Da sie mit zwei Booten fahren, will Livia zu Bill, doch Miriam besteht darauf, dass sie mit ihr segelt. Auf der Fahrt wird Livia vom Baum des Segels getroffen und am Kopf verletzt. Kurze Zeit später bricht sie im Boot zusammen und stirbt. Während die Vorbereitungen für Livias Beerdigung getroffen werden, fühlt sich Miriam wieder zu Bill hingezogen. Sie verlässt André und folgt Bill, der wieder nach Amerika zurückkehrt.

Jahre später verabreden sich Livias Eltern mit Miriam und Bill in Deutschland in einem Hotel. Livias Vater macht den Eindruck, als sei er bereits Rentner und damit wesentlich älter als ihre Mutter. Diese liest einen Brief Livias an eine Freundin vor. Darin heißt es, dass Miriam und André nicht zusammenpassen und dass sie Miriam und Bill zusammenbringen will.

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Laut Lexikon des internationalen Films sei der Film „hervorragend gespielt und eindrucksvoll fotografiert“ und verbinde als „anspielungs- und bedeutungsreiche[r] Film die Nonchalance und Beiläufigkeit des französischen Kinos mit einer tiefgründigen Reflexion über das Sexuelle als treibende Kraft im menschlichen und sozialen Leben“ sowie „das Schweigen und die Unaufrichtigkeit im Umgang der Generationen“.[1]

Sommer ’04 sei ein subtil erzähltes und inszeniertes Familiendrama mit hervorragenden Darstellern. „Stefan Krohmer und Daniel Nocke porträtieren darin das liberale Spießertum, wie es die erwachsen gewordenen Sechzigerjahre-Kinder kultivieren“, so Martina Knoben in ihrer Rezension für epd Film.[2]

Die Filmzeitschrift Schnitt ist der Ansicht, der Film spiele souverän mit mehreren filmischen Sprachen, indem er „Elemente des französischen Liebesfilms in der Tradition eines Éric Rohmer mit dem ‚sadistischen Realismus‘ à la Haneke verbindet und auch mit dem klassischen Psychothriller kokettiert“. Dabei gelinge es Regisseur Stefan Krohmer, „das Lebensgefühl einer Gesellschaft nachzuzeichnen, in der verdrängte Emotionen in den raffiniertesten und bisweilen abartigsten Formen wiederkehren“.[3]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Sommer ’04. In: Lexikon des internationalen Films. Zweitausendeins, abgerufen am 2. März 2017.
  2. http://www.epd-film.de/33184_45621.php
  3. http://www.schnitt.de/202,2527,01