Sonja Graf

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Sonja Graf bei einer Partie gegen einen niederländischen Meisterspieler, 1936

Sonja Graf (* 16. Dezember 1908[1] in München als Susanna Graf; † 6. März 1965 in New York) war eine der besten Schachspielerinnen der Welt. Sie spielte mehrmals um die Weltmeisterschaft.

Jugend[Bearbeiten]

Graf spielte zunächst erfolgreich in München bei Mannschaftsmeisterschaften der Herren mit. Später reiste sie durch Europa, um auch international Schach spielen zu können.

Kämpfe um die Weltmeisterschaft[Bearbeiten]

1934 forderte sie die amtierende Weltmeisterin Vera Menchik heraus. In Amsterdam verlor sie diesen Zweikampf, bei dem es aber nicht um die Weltmeisterschaft ging, bei einem Sieg und drei Niederlagen.

1937 verlor sie einen WM-Kampf auf dem Semmering (Österreich) gegen Menchik deutlich (+2,-9,=5). Die 7. Frauenweltmeisterschaft wurde noch im selben Jahr in Stockholm nach einer Variante des Schweizer Systems ausgetragen. Hier belegte Graf unter den 29 Teilnehmerinnen den dritten Platz hinter Vera Menchik und der Italienerin Clarice Benini.

Einen weiteren Anlauf auf den Titel unternahm sie bei der Schachweltmeisterschaft der Frauen 1939. In Buenos Aires musste sie aber erneut Vera Menchik den Vortritt lassen, es reichte nur zu Platz 2 und somit zur Vizeweltmeisterschaft.

Weitere Wettkämpfe[Bearbeiten]

Weitere Erfolge waren Platz eins 1932 in Wien und 1936 auf dem Semmering, der 4:0-Sieg 1939 in Amsterdam gegen Fenny Heemskerk und zwei Matchsiege gegen die Niederländerin Catharina Roodzant in Rotterdam, und zwar 1937 mit 3,5:0,5 und 1939 mit 3:1. Dagegen musste sie sich 1934 in Hamburg Paul Heuäcker mit 0:6 geschlagen geben.

Ihre höchste historische Elo-Zahl betrug 2431. Diese erreichte sie im August 1946.

Leben nach der Emigration[Bearbeiten]

1939 kehrte die inzwischen staatenlose Graf wegen des beginnenden Krieges nicht von der Weltmeisterschaft in Buenos Aires nach Deutschland zurück. Sie blieb stattdessen in Argentinien, wo sie 1947 den Seemann Vernon Stevenson heiratete. Mit ihm übersiedelte sie zunächst nach Los Angeles, später nach Palm Springs, jeweils im Süden von Kalifornien in den Vereinigten Staaten. Sie hatten einen Sohn, Alexander (* 1951).

1950 gehörte sie zu den ersten 17 Spielerinnen, die den Titel Internationaler Meister der Frauen (WIM) erhielten. Obwohl nach Einschätzung von Max Euwe weiterhin zur Weltspitze zählend, nahm sie an keiner weiteren Weltmeisterschaft teil, jedoch gewann sie als Sonja Graf-Stevenson 1957 in Los Angeles und 1964 in New York die US-Meisterschaft der Frauen. Ihre Karriere endete, als sie am 6. März 1965 in New York City an einer Leberkrankheit verstarb.

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. Andere Quellen nennen noch andere Geburtstage, etwa 15. Mai 1912, 18. Dezember 1912, 16. Dezember 1914. Das angegebene Geburtsjahr 1908 ist durch Unterlagen des Stadtarchivs München belegt, siehe Michael Negele: Sonja Grafs Kindheit entschlüsselt in: KARL 1/2005, S. 5.

Literatur[Bearbeiten]

In Argentinien schrieb sie zwei Bücher:

  • Asi Juega Una Mujer. Buenos Aires, 1941.
  • Yo soy Susann. Buenos Aires, 1946.

Weblinks[Bearbeiten]