Sour

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Sour (Begriffsklärung) aufgeführt.
Whiskey Sour, mit Eis im Tumbler serviert und mit Orangenscheibe und Cocktailkirsche dekoriert
Whiskey Sour, „straight up“ (ohne Eis) in einer kleinen Cocktailschale serviert
Der New York Sour basiert auf einem Whiskey Sour und enthält zusätzlich Rotwein sowie meist auch noch Eiweiß.
Ein sehr bekannter Sour ist der Pisco Sour mit Pisco als Basisspirituose.

Als Sour bezeichnet man einen alkoholhaltigen Cocktail, der aus einer Spirituose, Zitronensaft und Zucker besteht. Er stellt die Urform einer ganzen Gattung von Cocktails dar, die alle auf dem Grundprinzip Spirituose – Süßungsmittel – saurer Zitrussaft aufbauen. Wenn die Spirituose ein Likör ist, lässt man den Zucker weg oder reduziert zumindest seine Menge. Die bekanntesten Sours, die die Gattungsbezeichnung auch im Namen tragen, sind Whiskey Sour, Pisco Sour und Amaretto Sour.

Sour-Kategorie und Sour-Gruppe[Bearbeiten]

Der Begriff Sour deckt durch die Austauschbarkeit der Spirituose viele einzelne Cocktails ab, bezeichnet also eine Kategorie. Darüber hinaus gibt es eine große Zahl verwandter Cocktails, die keine Sours im engeren Sinne der Definition sind, aber auf dessen Grundprinzip Spirituose – Süßungsmittel – saurer Zitrussaft aufbauen und es variieren, also zur Sour-Gruppe gehören. Nicht wenige davon lassen sich wiederum in bekannte selbständige Kategorien einteilen. Die wichtigsten Kategorien der Sour-Gruppe sind neben dem eigentlichen Sour, der vom Aufbau her die Urform darstellt, der International Sour, der New Orleans Sour, der Fizz und der Collins.

Sour[Bearbeiten]

Die ursprünglichen Sours, die diesen Begriff auch im Namen tragen, stammen aus dem europäisch geprägten Bereich und wurden daher immer mit Zitronensaft gemacht. Aber auch der Daiquiri und Tommy's Margarita, die Limettensaft als sauren Bestandteil enthalten, gehören zu diesen einfachen Sours.

International Sour[Bearbeiten]

Eine Kategorie von Sour-Variationen, die Likör als Süßungsmittel enthält (nicht als Basisspirituose). Bekannte Beispiele sind neben Aviation und Millionaire's Daiquiri vor allem die Vertreter der New Orleans Sours.

New Orleans Sour[Bearbeiten]

Bedeutende Untergruppe des International Sours, bei der der zusätzliche Likör Orangenlikör ist. Ein New Orleans Sour ist also nach dem Muster Basisspirituose – Orangenlikör – saurer Zitrussaft aufgebaut, wie Margarita, Sidecar, White Lady, Cosmopolitan und Kamikaze. Als Vorläufer der New Orleans Sours kann man die Crustas verstehen. So ist zum Beispiel eine Brandy Crusta im Wesentlichen ein Sidecar mit Zuckerrand am Glas, der namensgebend für das Getränk war.[1]

Sours mit Eiklar (Boston Sour)[Bearbeiten]

Eine Sonderform des Whisky Sours stellt der Boston Sour dar. Die Besonderheit besteht darin, dass zum üblichen Mischungsverhältnis noch ein rohes Eiklar (oder ein Teil davon) vor dem Shaken zugesetzt wird. Bedenken bezüglich einer Salmonelleninfektion sind nicht berechtigt, da der Alkohol- und der Säuregehalt bakterizid wirken. Für den Barbetrieb gibt es konfektioniertes Eiklar in einer Tube o. ä., womit eine genaue Dosierung möglich ist.

Fizz und Collins[Bearbeiten]

Der Fizz und der Collins sind ihrerseits Kategorien von Cocktails, die in ihrer Zusammensetzung auf einem klassischen Sour basieren, jedoch mit Soda aufgefüllt werden. Der Grundgedanke des Collins und des Fizz unterscheiden sich genau so wie der Ursprung. Der eine ist keine Variation des anderen. Ein Fizz ist ein kleineres Getränk und enthält nur wenig Sodawasser, er wird eiskalt geschüttelt und ohne Eis serviert. Ein Collins wird eher mit mehr Sodawasser verdünnt, gerührt und auf viel Eis serviert.

Zubereitung[Bearbeiten]

Sours werden im Cocktail-Shaker auf Eis zubereitet und anschließend mit einem Strainer in ein Sourglas ohne Eis abgeseiht.[2] Es ist keine Dekoration erforderlich. Wichtig bei diesem Drink ist die richtige Temperatur, so ist zu empfehlen, den Drink so lange zu schütteln, bis sich Reif am Shaker bildet, und ggf. die Gläser vorzukühlen. Eine gebräuchlichere Art, einen Sour zu servieren, ist im Tumbler auf Eis. Dies gilt aber meist nur für den Whiskey Sour, für die Sours an sich gibt es das Sour-Glas.

Mischungsverhältnis[Bearbeiten]

Ein Verhältnis von 5 Teilen Spirituose, 3 Teilen Zitronensaft und 2 Teilen Läuterzucker wird zumeist als Standard angesehen. Je nach Spirituose und Vorliebe kann vor allem der Anteil der Spirituose variiert werden, meist eher nach oben. Die Grundlage eines guten Sours ist die Balance zwischen süß und sauer. Es wird oft empfohlen, diese Balance vor dem Hinzufügen der Spirituose abzuschmecken.

Orangensaft[Bearbeiten]

In manchen Bars ist es Mode geworden, dem Whiskey Sour noch Orangensaft hinzuzufügen. Diese Praxis ist sehr umstritten, da die Aromen des eigentlichen Sours überdeckt werden.

Quellen[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ted Haigh: Vintage spirits and forgotten cocktails. Quarry Books, Beverly Massachusetts 2009, ISBN 978-1-59253-561-3, S. 78ff.
  2. Sours. In: Uwe Voigt: Das große Lehrbuch der Barkunde. Matthaes, Stuttgart 2007, ISBN 978-3-87515-018-6, Kapitel 19, S. 164.