Sprachregelung

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Eine Sprachregelung ist eine Anweisung oder Übereinkunft, wie bestimmte Dinge zu bezeichnen sind, wenn die Sprache an sich verschiedene Möglichkeiten zuließe.

Bedeutung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sprachregelungen können festlegen, wie und wann und in welchem Zusammenhang einzelne Wörter und Erklärungen anzuwenden sind, welche Wörter und Erklärungen zu vermeiden sind und welche Ausdrücke stattdessen zu verwenden sind. Sprachregelungen entstammen dem üblichen Vorgehen in Politik und Behörden. Inzwischen sind sie auch in den meisten größeren Organisationen üblich. Sie stellen sicher, dass Äußerungen verschiedener Teile der Organisation nicht widersprüchlich klingen, obwohl sie das Gleiche aussagen bzw. das Gleiche gemeint ist. Außerdem sorgen sie (wenn sie eingehalten werden), dass nur das gesagt wird, was die Leitung der betreffenden Organisation vermitteln möchte. Eine Sprachregelung beinhaltet oft einen Euphemismus.

Sprachregelungen dienen im politischen Bereich vor allem dazu, eine bestimmte Sichtweise von Dingen oder Zuständen im Bewusstsein der Öffentlichkeit zu verankern. Ein Begriff wird wie ein Markenname genutzt; mit ihm besetzt man ein politisches Thema. Oft werden zwei bis drei Begriffe der Allgemeinsprache fest zusammengefügt, zum Beispiel:

Zunehmend verbreitet ist im politischen Bereich auch die Verwendung als euphemistisches Synonym für den deklaratorischen Formelkompromiss (ein Formelkompromiss ist ein fauler Kompromiss, weil nicht durch Konsens errichtet).

Ein bekanntes Beispiel einer informellen Sprachregelung ist die Verwendung der Präfixe „Atom-“ und „Kern-“:

Fast jeder Interessierte kannte diese Konvention; durch die Wortwahl war sofort klar, auf welcher Seite jemand stand.

Ähnlich sprachen einige Anhänger der politischen Linken und viele Linksextremisten in den 1970ern von „BRD“ statt von „Deutschland“, u.z. dies, um ihre politische Gesinnung zu signalisieren und um einen eingrenzenden Begriff anstatt eines gebräuchlichen, aber in ihren Augen anmaßenden zu verwenden. Für alle anderen politisch Interessierten war es geradezu tabu, das Wort „BRD“ zu verwenden. In in der Phase der Berufsverbote reichte es der Gesinnung überprüfenden Bürokratie schon aus, wenn der Befragte von BRD oder von West-Berlin statt von Berlin oder Berlin-West sprach.

Beispiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Welche reputablen Quellen sprechen dabei von Sprachregelung?

Beispiele für Sprachregelungen:

  • In der DDR musste Ost-Berlin in offiziellen Verlautbarungen grundsätzlich als „Berlin, Hauptstadt der DDR“ bezeichnet werden.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Dirk Deissler: Die entnazifizierte Sprache Sprachpolitik und Sprachregelung in der Besatzungszeit. Frankfurt: Lang 2006. ISBN 3-63154764-1
  • Knut Thielsen: Die Sprachpolitik der Französischen Revolution und die Katholische Kirche. Untersuchungen zum Verhältnis von staatlicher Sprachregelung und kirchlichem Sprachgebrauch am Ende des französischen 18. Jahrhunderts. Dissertation Tübingen 1987.
  • Siegfried Bork: Mißbrauch der Sprache. Tendenzen nationalsozialistischer Sprachregelung. Bern: Franke 1970.
  • Gerd Hecht: Sprachregelung in der Sowjetischen Besatzungszone. Technik, Voraussetzungen und Lenkung der Tagespresse und des Rundfunks in der SBZ. Dissertation FU Berlin 1961.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wiktionary: Sprachregelung – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen