Spremberger Turm

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Spremberger Turm
Bild des Objektes
Spremberger Turm (1875, Teil der ehemaligen Stadtbefestigung)
Basisdaten
Ort: Cottbus
Land: Brandenburg
Staat: Deutschland
Koordinaten: 51° 45′ 27,7″ N, 14° 20′ 0,2″ O
Verwendung: Aussichtsturm
Besitzer: Stadt Cottbus
Turmdaten
Bauzeit: Renovierung in den 1890er Jahren und in den 2010er Jahren
Letzter Umbau:
1820er Jahren nach Entwurf von Karl Friedrich Schinkel
Positionskarte
Spremberger Turm (Brandenburg)
Spremberger Turm
Lokalisierung von Brandenburg in Deutschland

Der Spremberger Turm ist das Wahrzeichen der Stadt Cottbus. Er befindet sich in der Cottbuser Altstadt an der Spremberger Straße, die von den Cottbusern einfach Sprem genannt wird. Die erste Anlage des Spremberger Turms als Torturm des Spremberger Tores stammt aus dem 13. Jahrhundert. Der Turm wurde im Lauf der Jahrhunderte mehrfach umgestaltet und mit neuen Elementen versehen.[1] Er kann seit 2007 an vielen Tagen des Jahres ohne Voranmeldung bestiegen werden. Von der Aussichtsplattform in 28 m Höhe bietet sich eine Aussicht über die Stadt Cottbus bis weit in die Umgebung.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt wurde urkundlich erstmals 1156 erwähnt, in dieser Zeit dienten noch einfache Holzpalisaden zur Stadtbefestigung. Im 13. oder 14. Jahrhundert wurde der Spremberger Turm dann als Torturm des Spremberger Tores errichtet. Nachdem Cottbus 1429 dem Hussitensturm standhielt, wurden infolgedessen die Stadtbefestigungen nochmals verstärkt. Obwohl er 1773/74 eine neue Kuppel, eine Uhr und zwei Glocken aus der Festung Peitz erhalten hatte, wurde der Turm 1810/11 zum Großteil abgetragen. 1824/25 wurde der restliche Turm nach von Karl Friedrich Schinkel genehmigten Plänen erhöht und mit Zinnen versehen. Dafür wurden Steine aus dem Sandower Tor verwendet.[2] 1847 wurde ein Durchgang für Fußgänger im Spremberger Tor geschaffen, bevor es 1875 abgerissen wurde. Nach einer fotografischen Dokumentation wurde die Bastion am Spremberger Tor 1878/79 ebenfalls abgetragen. 1890 erfolgte eine durch den Cottbuser Architekten Ewald Schulz ausgeführte Renovierung.[3] Erstmals 1903 und bis 1974 fuhr die Straßenbahn durch die Spremberger Straße. 1904 wurde der Promenadenring um die Cottbuser Altstadt durch den Verschönerungsverein vollendet, um 1950 erfolgte die Beseitigung des Spremberger Walls. Um 1970 wurde eine neue Turmuhr mit Viertelstunden- und Stundenschlag eingebaut, für selbige war bereits 1985 eine Generalreparatur notwendig.

Nach der deutschen Wiedervereinigung und der Neugründung von Bundesländern, 1998 wurde der Cottbuser Turmverein e.V. gegründet. Im Jahr 2000 konnte der Spremberger Turm umfassend saniert werden. Seit Mai 2007 ist der Turm wieder für Besucher zugänglich. Am 28. Februar 2014 liefen Fördermittel der EU und des Landes Brandenburg aus, so dass ab März 2014 der Turm nur noch im Rahmen von Führungen geöffnet war.[4]

Im März 2014 fand sich eine Bürgerinitiative um Gilbert Gulben und Benjamin Andriske zusammen, um das Wahrzeichen der Stadt auf Vereinsbasis wieder für Touristen zu öffnen.[5] Himmelfahrt 2014 fand eine erste Sonderöffnung statt, bei der 300 Besucher den Turm hinaufstiegen. Zu Pfingsten erfolgte eine zweite Öffnung, gleichzeitig eine Crowdfundingkampagne für Turmpatenschaften.[6]

Technische Daten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Glockenstuhl
Zustand des Turmes Ende der 2010er Jahre
  • Höhe bis Oberkante Zinnen: 28,60 m
  • Höhe bis zur Spitze: 31 m
  • Anzahl der Stufen: 131[7]
  • Aufzüge: keine
  • Durchmesser Sockel: 8,89 m
  • Aussichtsplattform auf 28 m
  • Durchmesser des Turmkörpers: 7,67 m
  • Wanddicke Turmschaft: 1,61 m

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Spremberger Turm – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Spremberger Turm auf www.stadtmuseum.de, abgerufen am 18. Mai 2022.
  2. Georg Piltz: Kunstführer durch die DDR. 4. Auflage, Urania-Verlag, Leipzig / Jena / Berlin. 1973; S. 165.
  3. Irmgard Ackermann, Marcus Cante, Antje Mues: Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Denkmale in Brandenburg. Band 2.1: Stadt Cottbus. Teil 1: Altstadt, Mühleninsel, Neustadt und Ostrow, innere Spremberger Vorstadt, „Stadtpromenade“, westliche Stadterweiterung, historisches Brunschwig. Wernersche Verlagsgesellschaft, Worms 2001, S. 94.
  4. Spremberger Turm in Lausitz TV, 2014.
  5. Cottbuser wollen Spremberger Turm retten.
  6. Spendenkampagnen für den Spremberger Turm angelaufen.
  7. Besucher erobern den Sprembeerger Turm zurück.