Städtisches Museum Göttingen

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Eingang Hardenberger Hof im Ritterplan
Städtisches Museum Göttingen: Gebäudeteil der Alten Post Ecke Jüdenstraße

Das Städtische Museum Göttingen ist eine Sammlung mit Bezug zur Geschichte und Kulturgeschichte der Stadt und Region Göttingen.

Die Sammlung und die ausgestellten Exponate machen die historische und kulturgeschichtliche Entwicklung der Stadt von der ersten Besiedlung über die Gründung der Georg-August-Universität bis heute deutlich.

Das Städtische Museum ist im einzigen erhaltenen Adelssitz der Stadt untergebracht, dem 1592 vom braunschweigischen Kanzler Johann von Jagemann als Renaissancepalais in Fachwerkbauweise errichteten Hardenberger Hof, der von 1619 bis 1812 als Stadthof der Familie von Hardenberg diente. Nach wechselnden Nutzungen wurde das Gebäude 1896 von der Stadt erworben und zur neuen Unterkunft für die 1889 von Moriz Heyne gegründeten „Städtischen Alterthümersammlung“ umgebaut, die im Herbst 1897 einziehen konnte. Auf diesen Umbau geht die Dachgestaltung mit Zwerchhaus und Dachhäusern ebenso zurück wie der Anbau in Form eines Kirchenchores, der auf Wunsch Heynes zur Aufnahme kirchlicher Ausstellungsstücke von Stadtbaurat Heinrich Gerber geplant wurde.[1][2] Ab 1912 wurden dann auch Räume des westlich anschließenden Fachwerkbaus der Alten Post durch das Museum genutzt, später das gesamte zweigeschossige langgestreckte Eckgebäude zur Jüdenstraße,[1] das im 3. Viertel des 18. Jahrhunderts als Unterkunftsgebäude und Remise der Post angelegt worden war und von 1865 bis 1879 die Höhere Mädchenschule beherbergt hatte.[2] 1979 wurden die Räumlichkeiten des Museums um das in der Jüdenstraße anschließende ehemalige Gebäude des Postverwalters erweitert,[1] ein dreigeschossiges Fachwerkhaus, das als eines der letzten Häuser mit Vorkragung 1739 als kurfürstlich hannoversche Post erbaut worden war.[2]

2009 wurde bekannt, dass der mittelalterliche Gebäudekomplex aus "Alter Post" und "Alter Remise" einsturzgefährdet ist und mit Millionen-Aufwand saniert werden muss, weil die Fachwerkkonstruktion vom Holzwurm und dem Hausschwamm befallen ist. Der größte Teil der Dauerausstellung musste seitdem geschlossen werden. Zu besichtigen ist noch die hochwertige, für Norddeutschland einmalige Sammlung kirchlicher Kunst aus dem 12. bis 19. Jahrhundert sowie der Museumsgarten und Teile des Hardenberger Hofes mit interessanten Zeugnissen der Göttinger Bau- und Kulturgeschichte.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Städtisches Museum Göttingen – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Hans-Georg Schmeling: Geschichte des Museums. Göttingen 1990 (pdf)
  2. a b c Ilse Röttgerodt-Riechmann: Stadt Göttingen. In: Christiane Segers-Glocke (Hrsg.): Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. Baudenkmale in Niedersachsen. Band 5.1. Friedr. Vieweg & Sohn, Braunschweig 1982, ISBN 3-528-06203-7, S. 31.

Koordinaten: 51° 32′ 9,5″ N, 9° 56′ 12,9″ O