St. Georg (Augsburg)

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Pfarrkirche St. Georg
Innenansicht
barocker Kreuzaltar

Die katholische Pfarrkirche St. Georg in der Augsburger Altstadt ist eine ehemalige Stiftskirche des in der Säkularisationszeit aufgelösten gleichnamigen Augustiner-Chorherrenstiftes. Als Baudenkmal ist sie in die Bayerische Denkmalliste eingetragen.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An der Stelle der heutigen Kirche stand im frühen Mittelalter das Kirchlein "Sanct Jürgen vor der Mauer", das 1057 niederbrannte. 1072 baute man sie wieder auf. 1135 gründeten Bischof Walther I. von Dillingen und das Augsburger Domkapitel hier ein Stift für Augustiner-Chorherren. Eine vergrößerte Kirche wurde 1143 geweiht. Von ihr sind wahrscheinlich noch die unteren Geschosse des Kirchturms erhalten. 1180 erhielt die Stiftskirche Pfarrrechte. Neben St. Georg entstand um 1290 die Kapelle St. Michael.

Die romanische Kirche wurde 1490 bis 1506 durch einen spätgotischen Neubau mit drei Schiffen ersetzt. Wahrscheinlich wurde der Bau durch die Werkstatt des Burkhart Engelberg durchgeführt. Als Anbau entstand die 1506 vollendete Grabkapelle der Patrizierfamilie von Herwarth. Im Zuge der Reformation mussten 1525 die Augustinerchorherren die Kapelle St. Michael an die Protestanten abgeben. 1534 verbot der Rat der Stadt die katholische Messe in St. Georg. 1537 mussten die Chorherren die Stadt verlassen und kehrten erst nach dem Schmalkaldischen Krieg 1548 nach Augsburg zurück. Im dreißigjährigen Krieg forderten 1632 die Schweden die Kirche an die Protestanten zu übergeben. 1640 brannte das Kloster und 1660 die Probstei.

Eine Barockisierung der Kirche fand zwischen 1681 und 1700 statt. Dabei wurden neue Altäre, Figuren und Bänke angeschafft und auch der gotische Spitzhelm des Kirchturms durch eine achteckige Zwiebelhaube ersetzt. Weiter erhielt die Kirche neue zum Teil barocke Fenster. Ein neues Konventsgebäude errichtete Hans Georg Mozart von 1702 bis 1705. Das Kloster wurde 1802 im Zuge der Säkularisation aufgelöst. Erst 1806 erfolgte die völlige Räumung. Die ehemalige Stiftskirche diente seit 1803 als Militärlazarett, bis sie 1808 zur Stadtpfarrkirche erhoben wurde. Dabei kam es 1809/10 zu einer Neugründung der Pfarrei. 1810 trat der erste Weltpriester sein Amt an. Seit 1812 war auf dem Kirchturm eine Feuerwache untergebracht.

Die ehemaligen Konventsgebäude nutzte die königlich bayerischen Armee bis 1883 als Kaserne. Seit 1885 diente es als Kindergarten. 1880 gestaltete man den Kirchenraum im Stil der Neugotik um. 1901 konnte die Pfarrei die ehemaligen Klostergebäude vom bayerischen Staat zurück erwerben. Durch Einbeziehung der bisher durch Zwischenmauern abgetrennten Seitenkapellen konnte 1927 die Grundfläche der Kirche vergrößert werden.

Mit den Luftangriffen auf Augsburg in der Nacht vom 25. auf den 26. Februar 1944 wurde die Kirche und die ehemaligen Klostergebäude schwer beschädigt. Im Zuge des Wiederaufbaus nach Plänen von Thomas Wechs von 1953 bis 1957 wurde die Regotisierung teilweise rückgängig gemacht und ein Teil der Ausstattung des 17. Jahrhunderts wieder eingefügt. Der Neubau einer Beichtkapelle erfolgte 1954. An Stelle des zerstörten Stifts errichtete man nach Plänen von Raimund von Doblhoff 1955 das heutige Pfarrzentrum. Der ehemalige Prälatenbau und Konventsgebäude wurden in äußerer Form wieder hergestellt. Der notgedeckte Kirchturm erhielt 1961 seine ursprüngliche Zwiebelhaube zurück. 1978 fand eine umfassende Sanierung der Außenfassade statt.

Architektur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der gotische Saalbau besitzt einen eingezogenen Chor. Der nördliche Turm mit rechteckigen Unterbau und achteckigen Obergeschoss ist mit einer Zwiebelhaube versehen. Den Innenraum gliedern spitzbogige Arkaden, die das Mittelschiff von den Seitenschiffen trennen.

Ausstattung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An der Ostseite befindet sich das ehemalige Hochaltarblatt Verherrlichung Mariens um 1627 von Johann Matthias Kager. In der Grabkapelle der Herwarth steht ein barocker Kreuzaltar von Ignaz Wilhelm Verhelst mit einem Kruzifix um 1510 von Loy Hering.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Michael Hörmann: Die Augustinerchorherrn in Augsburg im Mittelalter, 1932.
  • Georg Lindermayr: Pfarrkirche, Pfarrei und Kloster Sankt Georg in Augsburg 1135–1935, 1935.
  • Helmut Rößle: Gotteshäuser im Bobenkrieg – Die Zerstörung Augsburger Kirchen im Zweiten Weltkrieg. Regio Akademica Verlag, Augsburg 2004, S. 22–23.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: St. Georg (Augsburg) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Denkmalliste für Augsburg beim Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege, Denkmalnummer D-7-61-000-312

Koordinaten: 48° 22′ 34,7″ N, 10° 53′ 33,6″ O