St. Laurentius (Clarholz)

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St. Laurentius

St. Laurentius von Südosten

Basisdaten
Konfession römisch-katholisch
Ort Clarholz, Deutschland
Diözese Erzbistum Paderborn
Patrozinium St. Laurentius
Baubeschreibung
Bautyp Hallenkirche
Funktion und Titel

ehemalige Stiftskirche, Pfarrkirche

Koordinaten 51° 54′ 6,1″ N, 8° 11′ 32,1″ OKoordinaten: 51° 54′ 6,1″ N, 8° 11′ 32,1″ O

Die römisch-katholische Kirche St. Laurentius in Clarholz gehört heute zum Pastoralverbund Herzebrock-Clarholz gemeinsam mit der Pfarrei St. Christina (Herzebrock). 1175 wurde die Kirche von Arnold von Berg, Bischof von Osnabrück, als Stiftskirche des Stifts Clarholz, eines Prämonstratenserklosters, sowie als Pfarrkirche für die Pfarre Clarholz[1] gestiftet.

Bau und Anlage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grundriss

Die romanische Basilika aus dem 12. Jahrhundert wurde von 1320 bis 1330 zu einer gotischen Hallenkirche umgebaut, der Altarraum wurde erweitert und die Gewölbe bemalt.[2] Zu den romanischen Resten gehören u. a. der mächtige Westbau mit wenigen Rundbogenfenstern und Schlitzöffnungen, die beiden als Türklopfer dienenden Löwenköpfe, das Querschiff sowie die im Osten daran anschließenden Apsiden.[3] Rechts vom Hauptportal ist im Mauerwerk noch der Ansatz des alten romanischen Portals zu erkennen.[4] Die eindeutig gotischen Zugaben sind an der Aufstockung der Mauern in den Seitenschiffen, die spätgotische Kreuzigungsgruppe aus Baumberger Sandstein an der nordseitigen Fassade des Westbaus sowie am neu errichteten Chor zu erkennen. Das flachgedeckte Langhaus und das Querhaus wurden in einen gewölbten Hallenraum von vier mal drei Jochen umgewandelt. Da die Kirche als Stiftskirche durch einen Lettner (Reste sind in einer Nische in der Südwand im Langschiff ausgestellt) in je einen dem Klerus und einen dem Volk vorbehaltenen Teil getrennt war (auch erkennbar an der unterschiedlichen Gestaltung des Gewölbes), stand der Taufstein ursprünglich im Westteil der Kirche. Inzwischen ist er im nördlichen Querschiff aufgestellt. Der Bronzedeckel des Taufsteins stammt vom Clarholzer Bildhauer Wilhelm Tophinke.

1955 wurde die ehemalige Pfarrkirche grundlegend renoviert; 1981 folgte eine weitere Innenrenovierung. Die nachkonziliare Umgestaltung des Chors durch Heinrich Gerhard Bücker wurde 1986 teilweise rückgängig gemacht, der als unbefriedigend karg empfundene Altarraum wurde durch eine Kopie des Altarretabels von Bad Orb ergänzt.[4] 1992 wurde das Kirchendach geschiefert und die Außenfassade der Kirche renoviert, 2003 erfolgte eine weitere Innenrenovierung der Kirche.[2]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: St. Laurentius (Clarholz) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Clarholz. Reiseführer der Prämonstratenser
  2. a b Pfarrkirche. Pfarrgemeinde St. Laurentius Clarholz
  3. Pfarrkirche St. Laurentius. Herzebrock-Clarholz
  4. a b Johannes Meier: Das Kloster Clarholz mit den Pfarrkirchen von Lette und Beelen. Lindenberg i. A.: Kunstverlag Josef Fink, 2005.