St. Mariä Empfängnis (Düsseldorf)

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St. Mariä Empfängnis, Vorderansicht, heute
St. Mariä Empfängnis, Vorderansicht, früher
Kunsthistorische Beschreibung anhand einer Zeittafel
St. Mariä Empfängnis, Innenansicht zum Chor, 1904. Vorne rechts die Kanzel mit Figurenschmuck vom Bildhauer Anton Josef Reiss

Die Kirche St. Mariä Empfängnis an der Oststraße in der Düsseldorfer Innenstadt wurde in den Jahren 1894 bis 1896[1] nach Plänen des Mainzer Dombaumeisters Ludwig Becker erbaut.[2] Sie wurde im Kathedralenstil gestaltet und ist ein typisches Beispiel der rheinischen Neugotik.[1] Die römisch-katholische Kirche wird auch Marienkirche genannt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als die Pfarrgemeinde von Süd-Pempelfort von der Derendorfer Pfarrei abgezweigt wurde, entschloss man sich zu einem Kirchenneubau. Dazu wurde ein öffentlicher Wettbewerb ausgeschrieben, bei dem der Entwurf des Architekten L. Becker mit dem ersten Preis ausgezeichnet wurde. Nach Beckers Entwürfen wurde von 1894 bis 1896 die St.-Mariä-Empfängnis-Kirche erbaut. Von 1932 bis zu seiner Verhaftung durch die Gestapo 1936 war Joseph Cornelius Rossaint Kaplan an der Marienkirche. Bei einem Luftangriff im Zweiten Weltkrieg wurde die Kirche 1943 stark zerstört. Der Wiederaufbau dauerte von 1950 bis 1969, der Architekt war Josef Lehmbrock aus Düsseldorf.[1] Von 1976 bis 1982 erfolgte eine Restaurierung unter dem Architekten Wilhelm Dahmen, der den Innenraum wieder dem ursprünglichen Aufbau annäherte. Im Advent 2014 sind die Franziskaner aus dem benachbarten Franziskanerkloster St. Antonius, das abgerissen werden soll, in die Gebäude der Marienkirche umgezogen.

Baubeschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Kirchenbau mit einem hohen Haupt- und zwei niedrigen Seitenschiffen hat zwei sechseckige Haupttürme. Diese sind den Seitenschiffen an der Westseite vorgestellt. An den beiden letzten Feldern der Seitenschiffe schließt sich zusätzlich je eine Kapelle an.

Zwischen den Doppeltürmen ist nach außen eine „geräumige Vorhalle“[2] und nach innen die Orgelbühne eingebaut.

Der Kirchenbau ist eine dreischiffige Basilika mit „weit ausladenden Querschiffflügeln“.[2] Der Hochchor ist mit einem Umgang versehen. An diesen Umgang des Hauptchores schließt sich an der Südseite ein selbständiges Bauwerk an, das die Sakristei und einen Sitzungssaal beherbergt.

Neben dem Hochchor hat der Kirchenbau noch „vier kapellkranzartig angeordnete Seitenchöre“.[2]

Ausstattung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ausstattung von 1896 umfasste den Hochaltar und den Beichtstuhl von Friedrich Wilhelm Mengelberg. Der Düsseldorfer Bildhauer Anton Josef Reiss schuf den Figurenschmuck in der Marienkirche, so auch das Kreuz über dem Altar und die Madonna. Zusammen mit seinem Schüler Alexander Iven schuf er den Kreuzweg in der Düsseldorfer Kirche St. Mariä Empfängnis. Sieben Fenster mit der Darstellung der sieben Schmerzen Mariens wurden von der Köln-Lindenthaler Glasmalerei Schneiders und Schmolz angefertigt.[3] Die Ausstattung wurde im Zweiten Weltkrieg zerstört. Im Jahre 1957 wurden wenige, sehr große Betonglasfenster von Günter Grote eingesetzt.

Orgel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Orgel der Maria-Empfängnis-Kirche wurde 1978 von der Orgelbaufirma Johannes Klais (Bonn) gebaut. Das Instrument hat 44 Register (Schleifladen) auf drei Manualen und Pedal. Die Spiel- und Registertrakturen sind mechanisch. [4]

I Positiv C–g3

1. Rohrflöte 8′
2. Quintade 8′
3. Praestant 4′
4. Blockflöte 4′
5. Principal 2′
6. Gemshorn 2′
7. Terz 135
8. Larigot 113
9. Scharff IV-V 1′
10. Krummhorn 8′
11. Zink 4′
Tremulant
II Hauptwerk C–g3
12. Quintadena 16′
13. Principal 8′
14. Offenflöte 8′
15. Lieblich Gedackt 8′
16. Octav 4′
17. Koppelflöte 4′
18. Quinte 223
19. Superoctave 2′
20. Cornet V (ab e0) 8′
21. Mixtur IV-VI 113
22. Bombarde 16′
23. Trompete 8′
III Schwellwerk C–g3
24. Holzprincipal 8′
25. Suavial 8′
26. Schwebung 8′
27. Principal 4′
28. Spitzflöte 4′
29. Schweizerpfeife 2′
30. Sesquialter II 223
31. Mixtur V 113
32. Dulcian 16′
33. Schalmey 8′
34. Kopftrompete 4′
Tremulant
Pedal C–f1
35. Principal 16′
36. Subbass 16′
37. Quinte 1023
38. Octav 8′
39. Pommer 8′
40. Choralbass 4′
41. Nachthorn 2′
42. Hintersatz VI 2′
43. Posaune 16′
44. Basstrompete 8′

Abbildungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: St. Maria Empfängnis (Düsseldorf) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c Manfred Becker-Huberti (Hrsg.): Düsseldorfer Kirchen. Die katholischen Kirchen im Stadtdekanat Düsseldorf. J. P. Bachem Verlag, Köln 2009, ISBN 978-3-7616-2219-3, S. 81f.
  2. a b c d Architekten- und Ingenieur-Verein zu Düsseldorf (Hrsg.): Düsseldorf und seine Bauten. L. Schwann, Düsseldorf 1904, S. 103
  3. Kunst-Glasmalerei Schneiders & Schmolz G.m.b.H. Koeln-Lindenthal: Verzeichnis einer Anzahl bereits ausgeführter Glasmalereien nebst einigen Abbildungen. Köln 1902, S. 10.
  4. Informationen zur Klais-Orgel, nur registrierte Benutzer → Orgel der Marienkirche

Koordinaten: 51° 13′ 32″ N, 6° 47′ 21″ O