Josef Lehmbrock

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Josef Lehmbrock (* 5. Juni 1918 in Düsseldorf; † 19. Juli 1999 ebenda) war ein deutscher Architekt, Stadtplaner, kritischer Publizist und mit Wend Fischer aktives Mitglied im Deutschen Werkbund.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als gelernter Schreiner studierte Josef Lehmbrock auf Empfehlung von Emil Fahrenkamp an der Düsseldorfer Kunstakademie und wandte sich nach dem Zweiten Weltkrieg als Autodidakt der Architektur zu.[1] Als Geschäftsführer des Düsseldorfer Architektenrings, der die Personalpolitik und Wiederaufbauplanung Düsseldorfs von Stadtbaurat Friedrich Thamms öffentlich kritisierte, löste er mit Bernhard Pfau u.a. Kollegen den Düsseldorfer Architektenstreit aus. Als Katholik setze er sich für den modernen Kirchenbau ein und errichtete in Nordrhein-Westfalen zahlreiche Kirchen. In seinen frühen Kirchenbauten war Josef Lehmbrock stark von Rudolf Schwarz beeinflusst. Später entwickelte er freiere Grundrissformen und organisch-plastische, lichtdurchflutete Baukörper. Dabei zählte der Werkstoff Beton zu seinen bevorzugten Baustoffen.[2][3]

Josef Lehmbrock forschte, schrieb und stellte kritisch über den Wohnungs- und Siedlungsbaues der Nachkriegsmoderne aus. Er setzte sich für ein Abgrenzen des privaten und öffentlichen Lebens in Wohnquartieren und Städten ein. Zusammen mit Wend Fischer zeigte er im In- und Ausland die Ausstellung "Profitopolis oder: Der Mensch braucht eine andere Stadt" (Begleitbuch zur Ausstellung Neue Sammlung München 1978), in der er sich mit den allzu starken wirtschaftlichen Einflüssen auf das Baugeschehen auseinandersetzte, die auf Kosten eines menschenwürdigen und -gerechten Bauens gingen. [2]

Werk (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

St. Mariä Himmelfahrt in Düsseldorf-Unterbach
St. Suitbert in Essen-Überruhr

Zu Lehmbrocks Werken gehören unter anderem die Kirchen

Er errichtete auch Profanbauten, wie das Haus Feldstraße 34 bis 36, an dessen Gestaltung Mitglieder der Düsseldorfer Kunstakademie mitwirkten und wo Lehmbrock sein Atelier einrichtete sowie eine Siedlung in Ludwigshafen-Edigheim.[4]

Zitat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Architekt bestimmt nicht die Form, er ist lediglich der Geburtshelfer für das Entstehen derjenigen Form, die sich aus den Bedingungen der jeweiligen Zeit ergibt. (...) Der Traum von der 'großen Form' muss deshalb scheitern, weil die Macht, die solche Realisationen ermöglicht, nicht legitim ist.

- Josef Lehmbrock

St.Pius X in Krefeld

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Josef Lehmbrock – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b M. Becker-Huberti (Hrsg.): Düsseldorfer Kirchen. J. P. Bachem Verlag, Köln 2009, S. 84.
  2. a b Bastian Müller:Der Architekt Josef Lehmbrock (1918-1999) – Kirchenbauer, Stadtplaner und kritischer Publizist (Arbeitstitel)TU-Berlin
  3. Institut für Kunstwissenschaft und Historische Urbanistik: Kunstwissenschaft an der TU Berlin. 16. Juni 2016, abgerufen am 2. Dezember 2016.
  4. a b Josef Lehmbrock. In: archINFORM.
  5. Structurae.de