St. Maria im Pesch

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
St. Maria im Pesch

St. Maria im Pesch (von lat. pasculum für „Wiese“ oder „Friedhof“) ist der Name einer ehemaligen katholischen Kirche in Köln, die im Norden des Kölner Domes – im heutigen Atrium des Doms – stand. Die Kirche diente als Pfarrkirche für die Dombediensteten.

Die Marienkapelle, zunächst am südwestlichen Kreuzschiff des Domes gelegen, tauchte erstmals 1148 unter dem Namen Sancta Maria in pasculo („im Pesch“) auf.[1] 1302 wurde der Kirche von Domvikar Heinrich von Blanckenberg ein Altar gestiftet. Vor 1508 wurde ein Kirchenneubau von St. Maria im Pesch vorgenommen, der nun auf den Fundamenten der nördlichen Querschifffassade (mit dem unfertigen Ostportal) des unvollendeten Kölner Domes errichtet wurde. Aus der Wahl des Bauplatzes schließen Kunsthistoriker heute, dass damals an dieser Stelle auf lange Sicht kein Weiterbau des Kölner Doms geplant wurde.[2] 1801 wurde der Stadtbezirk, der früher zu St. Maria im Pesch gehörte, zum Pfarrbezirk des Kölner Doms erklärt.[3] 1843 wurde St. Maria im Pesch abgebrochen.

Von der Ausstattung der Kirche ist unter anderem eine um 1500 geschaffene spätgotische Grablegungsgruppe aus bemaltem Sandstein erhalten. Die Figurengruppe steht heute, mit einem neugotischen Baldachin versehen, in der nördlichen Turmhalle des Kölner Doms als 14. Station des Kreuzwegs.[4]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Paul Clemen (Hrsg.): Die ehemaligen Kirchen, Klöster, Hospitäler und Schulbauten der Stadt Köln Druck und Verlag L. Schwann, Düsseldorf 1937 (Die Kunstdenkmäler der Rheinprovinz, Siebenter Band, III. Abteilung).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Eduard Hegel, Ecclesiastica Rhenana, 1986, S. 65
  2. Lutz Jansen: Die archäologischen Funde und Befunde aus der „ersten Bauzeit“ der gotischen Kathedrale zu Köln (1248 bis 1322). (Memento des Originals vom 22. Juni 2007 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/elib.uni-bamberg.de (PDF) 1999, Inauguraldissertation an der Otto-Friedrich-Universität Bamberg, S. 379 (abgerufen 14. Februar 2007)
  3. Köln (Kirchen). In: Meyers Konversations-Lexikon 1885–1892, 9. Band, Seite 946
  4. LB: Kreuzweg, 14. Station, Grablegung. (Memento des Originals vom 27. September 2007 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.koelner-dom.de Webseite des Kölner Doms (abgerufen 14. Februar 2007)

Koordinaten: 50° 56′ 30,5″ N, 6° 57′ 29,9″ O