St. Marien (Bad Berka)

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Die Kirche

Die evangelische Kirche St. Marien steht in Bad Berka im Landkreis Weimarer Land in Thüringen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ilm mit ihrer schlecht zu berechnenden Wasserführung war Anlass zum geschützten Bau der Kirche. Der Standort der heutigen Kircheninsel wurde aus Gründen des Hochwasserschutzes gewählt. Auf der erhöhten Kircheninsel begann 1240 der Bau eines Klosters samt Kirche. Pfarr- und Klosterkirche waren der Jungfrau Maria geweiht. Das Zisterzienserinnenkloster wurde nach dem Bauernkrieg 1525 aufgelöst.[1] Ein großer Stadtbrand vernichtete 1608 auch Kirche, Pfarrhaus und Schule.

Der Wiederaufbau der Kirche begann mit dem Kirchturm mit Unterstützung des Herzogs Ernst August von Sachsen-Weimar. Am 1. November 1731 feierten die Bürger der Stadt das erste Knopffest des neuen Kirchturms mit der Wetterfahne eines Hirsches. Acht Jahre später begann die Kirchgemeinde mit der Errichtung den neuen Barockbaus auf den Grundmauern der alten gotischen Klosterkirche. Die Außenwände konnten teilweise erhalten werden. So ist heute noch ein gotisches Spitzbogenfenster an der Ostwand zu sehen. Auch die Sandsteinwände am Hintereingang stammen aus dem Vorgängerbau. Die barocke Kirche wurde 1741 eingeweiht. Nach dem Wiederaufbau wurde die Kirche mehrfach von Bränden heimgesucht.

Die letzte Innensanierung des Gotteshauses fand 1989 unter der Beratung des Weimarer Restaurators Horst Jährling statt.[2]

Ausstattung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Orgel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Orgel wurde 1742/43 von Heinrich Nicolaus Trebs aus Weimar auf die zweite Empore der Westseite eingebaut. Johann Sebastian Bach erstellte die Disposition. 1922 stellte ein Orgelbauer aus Weimar die Orgel von mechanischer auf pneumatische Traktur um und stellte sie auf die erste Empore. Im Dezember 1988 erfolgte der Abriss der Orgel, und im Mai 1991 wurde die von der Firma Böhm aus Gotha erbaute neue Orgel geweiht.

Glocken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Turm befinden sich drei Glocken. Die größte mit dem Schlagton es1 wurde 1609 von Hieronymus Möringk aus Erfurt gegossen. Die beiden jüngeren sind Eisenhartgussglocken von 1919 mit den Tönen g1 und b1 gewesen[3], die im Jahr 2015 gegen neue Bronzeglocken getauscht wurden.

Foto Gießer/
Gießort
Gussart Jahr Ø (mm) Gewicht (kg) Nominal Glockenzier und
Inschriften
Glockengeschichte
Bad Berka gr.jpg
Hieronymus Moering[k] (Erfurt) Bronze 1609 1280 24 Ztn. es1 Schulter fünf stegbegrenzte Bänder in zwei und vier /ANNO M • DC • IX IN BERCKA HANG ICH • MEINEN KLANGK GEB(E) ICH • ALLEN CHRISTEN RVFF ICH • HIERONYMVS MOERINGK IN ERFFVRDT GOS MICH// ✿ ICH RVFF MIT MEINEM KLANGK VND SCHALL ZVM GOTTESDIENST DIE CHRISTEN ALL • O CHRISTE, MIT DE[INE]M GÖTTLICHEN • SCHEIN • ERLEVCHTE DIE HER[T]ZEN D[EINER] • G[EMEIN] • / breiter Fries aus Akanthusvoluten Wolm sieben runde Reifen (in Schlag übergehend) 1608 Brand; drei Glocken schmelzen komplett; 1609 Glockenstuhl aus Holz mit drei Glocken auf dem heutigen Friedensplatz [ehemals Glockenhausplatz]; 1674 hölzerner Glockenstuhl durch Brand zerstört; 2. Weltkrieg nach Hamburg abgeliefert (11-23-27); 29.10.1949 Rückkehr (2. Liste 19.1.1951)
Bad Berka gl1 neu.jpg
Maria Laach Bronze 2015 (?) 771 gis 1 Schulter Blattwerkfries Flanke Relief Christus am Kreuz /SOLI DEO GLORIA/ Flanke (andere Seite) /ANNO DOMINI 2015//WURDE ICH IN MARIA LAACH//FÜR ST.MARIEN ZU BAD BERKA//GEGOSSEN/
/Gießerzeichen/ Wolm zwischen zwei runden Reifen /GLAUBE, HOFFNUNG, LIEBE, DIESE DREI; DIE LIEBE IST DIE GRÖSSTE UNTER IHNEN/
1609 Bronzeglocke Hieronymus Moering[k] (Erfurt);1674 Glocke zersprungen; 1693 Bronzeglocke Johann Christoph Geyer (Erfurt); 1730 neuer Glockenturm; 1762 mit kleiner Glocke vom Turm geworfen; 1762 Bronzeglocke Johann Georg Ulrich (Apolda); 1917 Ablieferung und Einschmelzen; 1919 Eisenhartgussglocke Schilling & Lattermann (Apolda und Morgenröthe); 2015 abgehangen
Bad Berka2.jpg
Maria Laach Bronze 2015 (?) 304 cis 2 Schulter Blattwerkfries Flanke Relief Flanke (andere Seite) /ANNO DOMINI 2015//WURDE ICH IN MARIA LAACH/ /FÜR ST.MARIEN ZU BAD BERKA/ /GEGOSSEN//Gießerzeichen/ Wolm zwischen zwei runden Reifen /ICH WEISS DASS MEIN ERLÖSER LEBET/ 1609 Bronzeglocke Melchior Moering[k] (Erfurt);1674 Schmelzen der „Öhre“; 1693 Bronzeglocke Johann Christoph Geyer (Erfurt); 1730 neuer Glockenturm; 1762 zersprungen (vom Turm geworfen); 1762 Bronzeglocke Johann Georg Ulrich (Apolda); Verlust 1. Weltkrieg (eingeschmolzen); 1919 Eisenhartgussglocke Schilling & Lattermann (Apolda und Morgenröthe);2015 abgehangen

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ludwig Häfner: Bad Berkaer Kirchenbauten, Bad Berka 2006. Online: Teil 1 (PDF; 67 kB), Teil 2 (PDF; 83 kB)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Stadtkirche St. Marien (Bad Berka) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. bad-berka.de
  2. Die Webseite der Kirche Abgerufen am 12. August 2013
  3. Himmlische Instrumente - Glockenführer durch die Region Weimar und Weimarer Land. Hrsg. Landkreis Weimarer Land in Kooperation mit dem Kirchenkreis Apolda-Buttstädt. Materialrecherche und -zusammenstellung: Viola-Bianka Kießling; Fotos: Rolf Goethe, Constantin Beyer. 271 Seiten, Format A5 quer, Weimar-Apolda 2012, ohne ISBN

Koordinaten: 50° 54′ 3″ N, 11° 17′ 8″ O