St. Nikolai (Höxter)

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St. Nicolai

Die katholische Pfarrkirche St. Nikolai ist ein denkmalgeschütztes Kirchengebäude in der Marktstraße in der ostwestfälischen Stadt Höxter im Kreis Höxter (Nordrhein-Westfalen).

Geschichte und Architektur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Pfarre wurde um 1200 am ehemaligen Nicolaitor gegründet. Die dazugehörige Kirche befand sich am nördlichen Rand der Stadt, innerhalb der Stadtmauern, in der Nähe vom Nikolaitor. Nach der Reformation in Höxter wurde sie am 9. Juli 1533 evangelisch. In der Mitte des 17. Jahrhunderts gab es jahrzehntelang keinen Pfarrer, das Gebäude wurde nur noch zum Singen geistlicher Lieder benutzt und verfiel mehr und mehr. Das heruntergekommene Gebäude wurde ab 1662 wieder von den Katholiken benutzt. Durch den Gnaden- und Segensrezess von 1674 wurde die Kirche zur Kollegiatkirche erhoben. Der Pfarrer war für die nächsten hundert Jahre zugleich Stiftsdechant des Petristiftes, er führte den Titel Pfarrdechant, den der amtierende Pfarrer auch heute noch trägt. Bis zum Ende des 17. Jahrhunderts wurde das Gebäude umfangreich renoviert, und es wurde eine Barockausstattung angeschafft. Nach dem Siebenjährigen Krieg verschlechterte sich die Bausubstanz dermaßen, dass die Kirche abgerissen und eine neue gebaut wurde, die 1771 vom Corveyer Fürstabt Philipp von Spiegel zum Desenberg eingeweiht wurde.

Das Langhaus von St. Nicolai

Die große Pseudobasilika aus verputztem Bruchstein mit einem ausladenden Querhaus und einem eingezogenen Chor mit Apsidenabschluss wurde von 1766 bis 1770 als fünfachsiger, nach Westen ausgerichteter Saal mit eingezogenem Turm im Stil des Weserbarock errichtet. Die Fassade ist zum Platz hin elegant geschwungen. Lambert von Fisenne erweiterte die Kirche 1896 um einen Chor, ein Querhaus und Seitenschiffe in neuromanischen Formen erheblich. Der heutige Innenraum ist eine auf Rundpfeilern mit Würfelkapitellen eingewölbte Pseudobasilika. Die 1905 von Karl Vath vorgenommene Ausmalung wurde 1995 nur in den beiden östlichen Jochen nach Befund wiederhergestellt.

Ausstattung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im 2007 rekonstruierten Hochaltar von 1782 befindet sich ein Ölgemälde mit der Darstellung der Anbetung der Madonna durch die Heiligen Liborius und Meinolf. Es wurde vor 1678 von Johann Georg Rudolphi gemalt und der Kirche 1813 geschenkt.

  • Die Taufe ist ein achtseitiger Kelch aus Sandstein, sie wurde im 16. Jahrhundert angefertigt.
  • Die Kreuzwegbilder wurden 1911 von Heinrich Repke geschaffen.
  • Die anmutige Madonna aus Holz wurde im ersten Drittel des 15. Jahrhunderts geschnitzt.
  • Die Pietà aus Holz entstand um 1900 in der Wiedenbrücker Schule.
  • Eine große Ampel aus Messing mit reicher Treibarbeit ist mit 1706 bezeichnet, sie wurde der Kirche von Godehardus Finckenberg aus Corvey geschenkt.
  • Die schmiedeeiserne Turmuhr wurde im 18. Jahrhundert gebaut.

Orgel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Orgel geht zurück auf ein Instrument, das 1936 durch den Orgelbauer Anton Feith (Paderborn) erbaut worden war. Das Kegelladen-Instrument hatte 29 Register auf zwei Manualen und Pedal. 1973 wurde die Orgel durch den Orgelbauer Siegfried Sauer (Ottbergen) restauriert und zu einem dreimanualigen Instrument umgebaut. Das Gehäuse des Hauptwerkes und der Prospekt sind von einem Instrument aus dem Jahre 1711 erhalten, das von Berenhard Klausing (Herford) erbaut worden war. 1999 erhielt die Orgel neue Spieltrakturen aus Zedernholz.[1]

I Rückpositiv C–
Singend Gedeckt 8′ (H)
Praestant 4′
Blockflöte 2′
Octävlein 1′
Sesquialtera II 223 (H)
Cymbel IV 23
Schalmey 8′
Tremulant
II Hauptwerk C–
Pommer 16′ (H)
Principal 8′
Gedecktflöte 8′ (H)
Octave 4′ (H)
Gemshorn 4′
Octave 2′
Cornett V (ab fis0) 8′ (H)
Mixtur VI 113
Trompete 8′ (H)
III Schwellwerk C–
Holzflöte 8′ (H)
Principal 4′ (H)
Schwiegel 2′
Terzflöte 135
Nasat 113 (H)
Scharff V 1′
Rankett 16′
Oboe 8′ (H)
Tremulant
Pedalwerk C–
Principal 16′ (H)
Subbaß 16′ (H)
Oktav 8′
Gedeckt 8′ (H)
Piffaro II 4′+2′ (H)
Hintersatz V 223 (H)
Posaune 16′ (H)
Clairon 4′ (H)
  • Anmerkung
(H) = altes Pfeifenmaterial bzw. Register

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Informationen zur Orgel

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: St. Nikolai (Höxter) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 51° 46′ 31,4″ N, 9° 22′ 53″ O