Westfälischer Orgelbau S. Sauer

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Westfälischer Orgelbau S. Sauer ist ein Orgelbauunternehmen in der Nachfolge der Eggert Orgelbau-Anstalt, das 1973 von Siegfried Sauer übernommen, nach Höxter verlegt und dort im Jahr 1999 neu gegründet wurde.

Geschichte des Unternehmens[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Geschichte des Unternehmens geht auf Georg Josias Eggert zurück. Der preußische Soldat aus Klein Oschersleben bei Magdeburg ließ sich 1805 in Paderborn nieder, wo er sich im heutigen Adam-und-Eva-Haus neben der Tischlerei auch dem Orgelbau zuwandte. Nachdem der Familienbetrieb in Paderborn über drei Generationen fortgeführt wurde, übernahm der Kölner Orgelbauer Anton Feith I. im Jahr 1902 das Unternehmen, dem er bis 1929 vorstand. In dieser Zeit war das Orgelbauunternehmen eines der bedeutendsten in Deutschland, Höhepunkt der Firmenchronik war der Auftrag für die 1926 errichtete Große Orgel im Dom zu Paderborn. Bis 1972 leitete Feiths Sohn Anton Feith II. die Firma.[1] In der Ära Feith entstanden von 1902 bis 1972 rund 800 Orgeln.

Neuer Inhaber wurde zuJahresbeginn 1973 Siegfried Sauer (* 1941 in Langenöls)[2] . Sauer erlernte den Orgelbau bei Orgelbau Kreienbrink (Osnabrück) und bei Späth Orgelbau AG (Rapperswil) und legte die Meisterprüfung in Ludwigsburg ab. Er übernahm die Firma Stegerhoff (Steinheim) und gründete in Godelheim bei Höxter einen weiteren Betrieb, der ins benachbarte Ottbergen verlegt wurde.

Die Firma lieferte von 1973 bis 2015 rund 300 Orgelneubauten, darunter viele drei- und auch viermanualige Werke. Hinzu kommen Restaurierungen historischer Instrumente.[1]

Im Februar 2015 meldete die 15 Mitarbeiter große Firma Insolvenz an. Ab dem 1. April 2015 wollen Sebastian Sauer und Thomas Heinemann mit ihrer neuen Firma „Sauer & Heinemann“ die Orgelbautradition am Standort fortführen.[3]

Werkliste (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Ort Kirche Bild Manuale Register Bemerkungen
1975–1976 Lippstadt Nicolaikirche III/P 47
1977 Brakel St. Michael III/P 36 19 Register aus der Vorgängerorgel von A. Randebrock (1881)
1977 Celle St. Ludwig Celle Kirche St. Ludwig Orgel.JPG II/P 31
1981/2004 Paderborn Paderborner Dom Paderborn Kathedrale St. Liborius Innen Orgel.jpg IV+III+II/P 151 zwei Generalspieltische; Chor- und Kryptaorgeln gehen weitgehend auf A. Feith zurück; drittgrößte Kirchenorgel in Deutschland → Orgel
1983 Hannover St. Bernward II/P 34 unter Verwendung von Registern und des Gehäuses von 1894 → Orgel
1985 Arnsberg Kloster Wedinghausen Arnsberg Propsteikirche St. Laurentius 08.jpg III/P 50 unter Verwendung älterer Register der Vorgängerorgel von F. Eggert (1937/1949); 1995 erweitert → Orgel
1986–1989 Borken St. Remigius III/P 55 1995 und 2009 um 3 Register erweitert; Clarinette 8′ in eigenem Schwellkasten
1987 Dortmund St. Ewaldi II/P 30
1987 Paderborn ehemalige Kapuzinerkirche Kloster St. Franziskus Seraph Paderborn-CollegiumLiborianumOrgel1-Asio.jpg II 21 Prospekt von Weithman (um 1700 erbaut), restauriert durch Kunstmaler Weitzner.[4]
1988 Dortmund Propsteikirche St. Johannes Baptist NRW, Dortmund, Altstadt - Propsteikirche St-Johann Baptist 05.jpg III/P 52 Orgel
1990 Bremen-Vegesack/Grohn Zur heiligen Familie II/P 23
1990 Gütersloh St. Pankratius Orgel Pankratius.jpg III/P 51 unter Einbeziehung erhaltener spätromantischer Register. Wird 2014/15 umgebaut. → Orgel
1991 Dinklage St. Catharina III/P 53 Schwellwerk symphonisch-romantisch und Rückpositiv barock konzipiert
1992 Füchtorf St. Mariä Himmelfahrt II/P 32 unter Einbeziehung älterer Register der Vorgängerorgel von A. Feith (1922) und Pohlmann (1851)
1992 Metelen St. Cornelius und Cyprian III/P 36 Orgel
1995 Trier Heiligkreuz-Kapelle II/P 36 mit französisch-romantischem Schwellwerk[5]
1996 Wuppertal Stadthalle Wuppertal III/P 67
1996 Frankfurt am Main Frauenfriedenskirche III/P 45
1997 Wuppertal Sankt Johann Baptist III/P 31 Orgel
1995–1998 Hamburg-Barmbek St. Sophien
St Sophien Hamburg-Barmbek Innen Orgel.jpg
IV/P 72
2002 Herzfeld (Lippetal) Wallfahrtskirche St. Ida III/P 47 Orgel
2003 Berlin-Spandau Gemeindezentrum St. Lambertus (Hakenfelde) Orgel Lambertus 1.jpg II/P 18 (23) 5 Stimmen des Pedalwerks aus dem Hauptwerk transmittiert
aus Raumgründen kompakt neben der Altarinsel platziert
2004 Kirchhellen St. Johannes der Täufer III/P 45 Erweiterungsumbau der Orgel von Franz Breil (1956, II/P/29); elektrische Trakturen
2010 Norderney Stella Maris Orgel stella maris 1.JPG II/P 20 Umbau der 1969 von Kreienbrink für die Bremer Herz-Jesu-Kirche gebauten Orgel
2014 Coesfeld St. Jakobi III/P 46 Neubau einer Orgelanlage mit Haupt- und Chororgel; 20 Register aus Vorgängerorgel von Franz Breil übernommen

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Westfälischer Orgelbau S. Sauer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b westfaelischer-orgelbau.de: Chronik, gesehen 20. Mai 2012.
  2. Hermann Fischer: 100 Jahre Bund deutscher Orgelbaumeister. Orgelbau-Fachverlag, Lauffen 1991, ISBN 3-921848-18-0, S. 289.
  3. Westfalen-Blatt vom 19. Februar 2015: Orgelbau Sauer meldet Insolvenz an, abgerufen am 20. Februar 2015.
  4. Baugeschichte der Kapuzinerkirche St. Franziskus Seraph: Inneneinrichtung der Kapuzinerkirche
  5. Franz Bösken, Hermann Fischer, Matthias Thömmes: Quellen und Forschungen zur Orgelgeschichte des Mittelrheins. Bd. 4/2: Regierungsbezirke Koblenz und Trier, Kreise Altenkirchen und Neuwied. Schott, Mainz 2005, ISBN 978-3-7957-1342-3, S. 1104 f. (Beiträge zur Mittelrheinischen Musikgeschichte 40).