Stadtbüchereien Düsseldorf

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Stadtbüchereien Düsseldorf
Zentralbibliothek Duesseldorf (V-001).jpg In der Zentralbibliothek Düsseldorf, 2017

Gründung 1886
Bestand 800.000
Bibliothekstyp Stadtbibliothek
Ort Düsseldorf
ISIL DE-362
Website www.duesseldorf.de/stadtbuechereien

Die Stadtbüchereien Düsseldorf sind eine von der Stadt Düsseldorf betriebene öffentliche Bibliothek und verstehen sich als Dienstleistungszentrum im Informationsbereich. Dem breiten Publikum werden verschiedene Informationsmedien für den privaten und beruflichen Bereich zur Einsicht und Ausleihe zur Verfügung gestellt. In der Zentralbibliothek in Düsseldorf-Oberbilk sowie an 14 Standorten in verschiedenen Stadtteilen werden insgesamt rund 800.000 Medien vorgehalten. Daneben wird eine Online-Bibliothek betrieben.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 28. April 1885 beschlossen die Stadtverordneten die Gründung einer öffentlichen Bücherei. Das erste Buch konnte am 3. Februar 1886 an der Eisenstraße ausgeliehen werden. Der Bestand belief sich auf 862 Buchbände. 1889 wurde mit der Bücherei in Bilk eine Filiale der Städtischen Volksbibliothek gegründet. Es folgten weitere Zweigstellen in Oberbilk (1896), Flingern (1907), Derendorf (1911), Gerresheim (1913), Eller (1923), Rath (1924) und Wersten (1936). Durch Eingemeindungen wurden Bibliotheken in Oberkassel (1920) und Kaiserswerth (1929) angegliedert. Im Zweiten Weltkrieg, insbesondere im Jahr 1943 wurden sechs der elf Bibliotheken zerstört. Die Filiale in Oberkassel konnte bereits 1947 ihren Betrieb wieder aufnehmen. Bilk, Derendorf, Flingern und Wersten wurden erst in den Jahren 1967 bis 1976 wiedereröffnet. 1954 wurde mit der Bücherei in Unterrath die erste neue Filiale nach dem Krieg eröffnet. 1954 wurde an der Berliner Allee die Bücherei Stadtmitte eröffnet, der Vorläufer der heutigen Zentralbibliothek. 1973 folgte die Filiale in Hassels. 1975 wurde die Bücherei des neu eingemeindeten Stadtteils Unterbach in die Stadtbüchereien Düsseldorf eingegliedert. Im selben Jahr wurde in Garath im Rahmen des Baus eines Stadtteilzentrums eine weitere Zweigstelle eröffnet. Seit 1971 bestand eine Fahrbücherei, die mit Ratsbeschluss zum Ende des Jahres 2015 eingestellt wurde.[1]

Im Rahmen der Stadterneuerung in Oberbilk entstand 1986 auf dem Gelände eines ehemaligen Stahlwerkes zwischen Eisenstraße und Hauptbahnhof die neue Zentralbibliothek. Damit kehrten die Stadtbüchereien Düsseldorf nach 100 Jahren an ihren Ursprungsort zurück. Im Jahr 2011 wurden erstmals über fünf Millionen Ausleihen in einem Jahr getätigt.[2]

Seit 2017 konzentriert sich die Zentralbücherei zunehmend auch auf den Einsatz von neuen Medien. Im Rahmen des sogenannten „LibraryLab“ wurden im Oktober 2017 eine Woche lang Workshops und verschiedene Vorträge zum Thema angeboten.[3]

Medien und Ausleihe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zentralbibliothek[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Zentralbibliothek umfasste im Jahr 2008 insgesamt 465.958 Medien, darunter neben Büchern auch CDs, DVDs, Spiele, Digitalmedien und Noten. Es fanden rund 2,4 Millionen Ausleihen statt, davon 50,3 % Sachmedien, 15,3 % Belletristik, 14,2 % Kindermedien, 14 % Musikmedien und 6,2 % Spielfilme. Bei den Sachmedien waren die Bereiche Recht, Mathematik, Informatik und Sprachen dominierend.

Musikbibliothek[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Zentralbibliothek angegliedert ist die Musikbibliothek, die ein breites Spektrum von Klassik bis Pop abdeckt. Es werden 15.000 CDs sowie 300 DVDs und 2000 Videos vorgehalten. Hinzu kommen rund 35.000 Notenblätter und 16.000 Bücher zum Thema Musik sowie einschlägige Fachzeitschriften. Die rund 8000 Schallplatten sowie die CDs können vor Ort an Abspielstationen angehört werden.

Gesamtkatalog der Düsseldorfer Kulturinstitute (GDK)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gesamtkatalog ist der Verbundkatalog von 14 Düsseldorfer Kulturinstitutsbibliotheken in städtischer und nicht städtischer Trägerschaft. Er weist die Spezialbibliotheksbestände der beteiligten Institute formal und sachlich nach. Er wird von den Stadtbüchereien Düsseldorf fachlich betreut und herausgegeben.

Stadtteilbüchereien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die 14 Stadtteilbüchereien verfügten 2008 insgesamt über 364.027 Medien. Die Nutzer tätigten rund 2,3 Millionen Ausleihen. Anders als in der Zentralbibliothek überwogen in den Stadtteilen die Unterhaltungsmedien. Sachmedien machten hier nur 24,2 % der Ausleihen aus. Vor allem Kindermedien wurden mit 43,9 % am häufigsten ausgeliehen. Den höchsten Medienbestand führt die Bücherei in Benrath mit fast 35.000, den niedrigsten Unterbach mit rund 17.000. Die Filiale in Hassels ist mit rund 4400 Medien ein Sonderfall, da sie ausschließlich Kinder als Zielgruppe hat.

Online-Bibliothek[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Online-Bibliothek führt rund 16.000 Medien, darunter Zeitschriften, Tageszeitungen, MP3-Dateien, Videos etc., die die registrierten Nutzer der Stadtbüchereien Düsseldorf herunterladen können.

Zukunft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein früheres Gebäude der Postbank am Konrad-Adenauer-Platz soll das neue Heim der Stadtbücherei-Zentrale werden. Es wird seit 2018 umgebaut und soll 2021 bezogen werden.[4]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Standpunkte der Stadtbüchereien Düsseldorf.
  2. Website der Landeshauptstadt Düsseldorf: 2011 neuer Ausleihrekord bei den Stadtbüchereien. Abgerufen am 10. Januar 2012
  3. Düsseldorf LibraryLab: Was wird aus Socialmedia-Accounts nach dem eigenen Tod? In: report-d.de. www.report-d.de, abgerufen am 20. Oktober 2017.
  4. Laura Ihme: Startschuss für neue Bibliothek in Düsseldorf., rp-online.de, 27. Dezember 2017, abgerufen am 15. August 2019