Staffage

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Claude Lorrain: Blick von Tivoli auf die Campagna Romana am Abend (1644/45).
Im Vordergrund Hirten und Ziegen als Staffage.

Als Staffage (zu staffieren, „ausrüsten“, [mit Kleidung] „ausstatten“, „schmücken“, mit französierender Endung -age) wird allgemein Beiwerk oder Nebensächliches bezeichnet.[1]

Bedeutung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Malerei[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nicolas Poussin: Landschaft mit Orpheus und Eurydike (um 1650), Louvre. Da Orpheus und Eurydike benannt werden, handelt es sich nicht um Staffagefiguren und nach zeitgenössischer Auffassung auch nicht um Landschaftsmalerei.

In der Malerei werden Menschen oder Tiere als Staffage oder Staffagefiguren bezeichnet, wenn sie als nebensächliche Elemente eines Landschafts- oder Architekturgemäldes nur oder vor allem den Zweck haben, das Bild zu beleben.[1][2] Staffagefiguren können aber auch dazu dienen, Größenverhältnisse und Raumtiefe zu verdeutlichen. Besonders beliebt war die Staffage in der Malerei des Barock. Bekannte Vertreter sind Claude Lorrain und Nicolas Poussin. Es gab auch Spezialisten, die für die Ergänzung der Bilder durch Staffage zuständig waren.

Staffagefiguren sind anonyme Figuren. Wenn eine Figur im Gemälde namentlich bekannt ist und insbesondere wenn ihr Name im Titel des Gemäldes enthalten ist, handelt es sich nicht um eine Staffagefigur. Namentlich bekannte Figuren und anonyme Staffagefiguren können nebeneinander im selben Gemälde auftreten. Nach der zeitgenössischen Genre-Theorie war die Darstellung einer Landschaft mit mindestens einer biblischen oder mythologischen Figur, die im Titel benannt wird, als Historiengemälde anzusehen, auch wenn es sich um kleine Figuren in einer großen Landschaft handelt. Derartige Gemälde werden häufig in der Form Landschaft mit [Name] benannt. Historiengemälde galten als höherwertig und hatten meist einen höheren Preis als bloße Landschaftsgemälde.

Idealisierte Landschaftsdarstellungen mit Figuren der antiken Mythologie oder biblischen Figuren werden als heroische Landschaften bezeichnet.

Landschaftsarchitektur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Gartenarchitektur bezeichnet Staffage ein – als Blickfang – malerisch in die Landschaft gesetztes kleines Bauwerk. Häufig handelt es sich um eine künstliche Ruine oder einen exotisch gestalteten Pavillon (zum Beispiel ein maurischer oder chinesischer Pavillon). In der englischen Gartenkunst wird dafür die Bezeichnung Folly verwendet.

Architekturdarstellung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Architekturdarstellung bezeichnet Staffage Elemente, die einer reinen Darstellung des Architekturkörpers hinzugefügt werden. Meistens handelt es sich bei den Objekten um Personen, Bäume und Autos, die als Vergleichsmaßstab dienen und die Szene beleben. Das einzelne Objekt, freigestellt von seiner Umgebung, wird auch Staffageobjekt genannt.

Urheberrecht[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Urheberrecht kann sich die Frage stellen, ob zum Beispiel die Wiedergabe einer Fotografie in einem Buch oder auf einem Werbeplakat im konkreten Fall als nebensächliches Beiwerk (Staffage) anzusehen ist, siehe dazu Beiwerk.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Duden online: Staffage
  2. Duden online: Staffagefigur