Stará Role

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Stará Role
Stará Role führt kein Wappen
Stará Role (Tschechien)
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Basisdaten
Staat: Tschechien
Region: Karlovarský kraj
Bezirk: Karlovy Vary
Gemeinde: Karlsbad
Fläche: 529,0993[1] ha
Geographische Lage: 50° 15′ N, 12° 50′ OKoordinaten: 50° 14′ 41″ N, 12° 49′ 58″ O
Höhe: 390 m n.m.
Einwohner: 8.015 (1. März 2007)
Verkehr
Bahnanschluss: Karlsbad–Johanngeorgenstadt
Nächster int. Flughafen: Flughafen Karlovy Vary

Stará Role (deutsch: Alt Rohlau) ist ein Ortsteil der Stadt Karlsbad im Okres Karlovy Vary in Tschechien.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stará Role liegt im westlichen Böhmen, etwa fünf Kilometer nordwestlich vom Stadtzentrum Karlsbads entfernt. Die durchschnittliche Höhe beträgt 392 m ü. m. Durch den Ort fließt die Rolava (deutsch Rohlau), ein Nebenfluss der Eger (tschechisch Ohře).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsansicht von 1902
Panorama der Ortschaft (Aufnahme 2009)
Kirche Christi Himmelfahrt in Alt Rohlau.
Seitenstraße
Gebäude der Grundschule

Altrohlau wurde 1422 erstmals urkundlich erwähnt. Ab der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts stand an dieser Stelle eine Festung, die im Dreißigjährigen Krieg vollständig zerstört wurde. Im Jahr 1814 wurde in Altrohlau eine Manufaktur errichtet, die zunächst Steingut produzierte. In den folgenden zwei Jahrzehnten wurde die Produktion immer weiter erweitert, ab 1836 wurde mit der Produktion von Porzellan begonnen. Die Fabrikation zählt damit zu den ältesten Porzellanmanufakturen der Gegend. 1870 arbeiteten in dem Unternehmen 800 Mitarbeiter, 1909 wurde es von der deutschen Firma C. M. Hutschenreuter übernommen. Nach Kriegsende 1945 erfolgte die Verstaatlichung, heute wird in dem Unternehmen unter dem Namen Starorolský porcelán Moritz Zdekauer Gebrauchsporzellan hergestellt.

Altrohlau wurde 1926 zur Stadt erhoben.[2]

Nach dem Münchner Abkommen wurde der Ort dem Deutschen Reich zugeschlagen und gehörte bis 1945 zum Landkreis Karlsbad im Reichsgau Sudetenland, Regierungsbezirk Eger.

Unter Berufung auf die nach Ende des Zweiten Weltkriegs erlassenen Beneš-Dekrete wurde 1945 die deutschböhmische Bevölkerung, die Sudetendeutschen, großteils enteignet und vertrieben.[3] 1968 übernahm Viernheim in Hessen die Patenschaft für die in Deutschland lebenden vertriebenen Bürger aus Altrohlau. 1976 wurde die Stadt nach Karlsbad eingemeindet.

Demographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung bis 1945
Jahr Einwohner Anmerkungen
1843 0441
1847 0484 in 67 Häusern[4]
1857 0879 [5]
1869 1.331 [5]
1890 3.346
1900 5.358
1910 7.058
1921 6683
1930 7.660 [6]
1939 7.091 [6]
Einwohnerzahlen seit Ende des Zweiten Weltkriegs
Jahr 1947 1961 1970 1991 2001
Einwohner 3.307 4.896 7.018 8.639 8.139

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stará Role liegt an der Bahnstrecke Nr. 142 Karlsbad–Johanngeorgenstadt.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzige Kirche in Stará Role ist die Kirche Christi Himmelfahrt. Sie wurde an der Stelle einer seit 1823 bestehenden, kleineren Kapelle nach den Plänen von Hermann Fiedler erbaut und am 10. Oktober 1909 vom Prager Erzbischof Leo Skrbenský von Hříště eingeweiht.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Katastrální území Stará Role: podrobné informace (Katastergebiet von Stara Rolle: Details) abgerufen auf www.uir.cz am 14. März 2014
  2. Rudolf Hemmerle: Sudetenland. Wegweiser durch ein unvergessenes Land (= Wegweiser durch unvergessenes Land. Erdkundliche Lexika. 4). Kraft, Würzburg 1993, ISBN 3-8083-1193-2, S. 36.
  3. Alfred Schickel: Die Vertreibung der Deutschen. Geschichte, Hintergründe, Bewertungen. MUT, Asendorf 1985, ISBN 3-89182-014-3.
  4. Johann Gottfried Sommer: Das Königreich Böhmen. Band 15: Elbogner Kreis, Prag 1847, S. 106, Ziffer 3).
  5. a b Wochenblatt für Karlsbad und die Umgebung. Band 10, Nr. 24 vom 11. Juni 1870, S. 316, linke Spalte.
  6. a b http://www.verwaltungsgeschichte.de/sud_karlsbad.html#ew39kbadaltrohlau