Stefan Kröpelin

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Stefan Kröpelin (* 1952 in München) ist ein Geologe und Klimaforscher, der in der Forschungsstelle Afrika des Instituts für Ur- und Frühgeschichte der Universität zu Köln arbeitet.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kröpelin entstammt einem liberalen Elternhaus, sein Vater war leitender Redakteur beim Bayerischen Rundfunk, seine Mutter war eine Anwältin in München. Wegen politischer Aufwiegelung musste er 1968 die Schule verlassen und machte dann sein Abitur in Berlin. 1970 unternimmt er mit einem alten VW-Bulli seine erste längere Reise nach Afghanistan und zum Dalai Lama im Himalaya.

In den 1970er Jahren hat Kröpelin an der TU Berlin zuerst Informatik studiert; nach dem Vordiplom hat er weitere Reisen unternommen und dabei sein Interesse für die Geowissenschaften entdeckt. Ab 1979 studierte er Geografie und Geologie an der TU Berlin und der Université d’Aix-Marseille. 1985 wechselte er an den Fachbereich Geowissenschaften der FU Berlin. Hier promovierte er 1990 mit einer Dissertation zum Unteren Wadi Howar im Nordwest-Sudan zum Dr. rer. nat. Seit 1995 arbeitet Kröpelin an der Universität zu Köln. Dort leitete er unter anderem bis 2008 die Teilprojekte Sudan und Tschad des DFG-Sonderforschungsbereichs 389 zum Thema „Kultur- und Landschaftswandel im ariden Afrika“.

Kröpelin ist verheiratet und hat drei Kinder.

Wissenschaftliche Leistungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Afrikaforscher hat Kröpelin mehr als sechzig Expeditionen in die Sahara durchgeführt. Derzeit untersucht er im Rahmen des Sonderforschungsbereiches „Unser Weg nach Europa“, auf welchem Weg und unter welchen klimatischen Bedingungen der Homo Sapiens vor über 100.000 Jahren aus der Subsahara nach Europa kam. Im Besonderen hat er die Oasen der Ounianga-Seenlandschaft erforscht, die Schluchten des Ennedi-Massivs und das Tibesti-Gebirge, das größte Gebirge der Sahara, mit bis zu 3500 Meter hohen Bergen und gleichzeitig auch die größte Kraterlandschaft der Erde.

Er war maßgeblich an der Aufnahme von zwei Regionen der östlichen Sahara in die Liste der UNESCO-Welterbestätten beteiligt, und zwar der UNESCO-Welterbestätte Ouinanga-Seen im Nordost-Tschad (2012 in die Welterbeliste aufgenommen) und der UNESCO-Welterbestätte Ennedi-Massiv im Nordost-Tschad (2016 Aufnahme in die Welterbeliste). Zurzeit betreut er eine dritte Initiative: das Tibestigebirge in Nordwest-Tschad. Die Einrichtung von zwei Nationalparks geht auf ihn zurück, und zwar der Wadi-Howar-Nationalpark im Nordwesten des Sudan und der Gilf-Kebir-Nationalpark in Südwesten von Ägypten.

Bei der Vergabe des Communicator-Preises der DFG wurde darauf verwiesen, dass seine Forschungsergebnisse in mehr als 30 Fernsehsendungen (u. a. von ARD, ZDF, Arte, WDR, SWR ausgestrahlt) und 20 Hörfunkbeiträgen, die teilweise auch von nichtdeutschen Sendern, wie Radio New Zealand oder dem US National Public Radio, ausgestrahlt wurden. Des Weiteren organisierte er mehrere Ausstellungen, die in über 30 Städten im In- und Ausland gezeigt wurden (u. a. auch die internationale Wanderausstellung der DFG zur Sahara-Forschung „Das Wasser der Wüste“ (1995–2002), die in 17 Ländern präsentiert wurde). Zudem produzierte er zehn eigene Filme.

Etwa 50 seiner nicht wissenschaftlichen Artikel sind in Zeitschriften wie „Spiegel“, „Focus“, „New York Times“, „Wall Street Journal“ und „Pravda“ erschienen. Weitere 30 Magazinbeiträge über seine Forschungsexpeditionen wurden in „GEO“ sowie im „GEO Lexikon“ publiziert.

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2017: Communicator-Preis der DFG und des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft[1] Das zugehörige Communicator-Preis-Hologramm wurde von Michael Bleyenberg gestaltet und zeigt im Hintergrund ein Muster aus Sedimentschichten, der Vordergrund besteht aus einem Ensemble von Menschen bei der Jagd und von Tieren, die sich an den prähistorischen Zeichnungen orientieren.
  • 2014: Ehrenmitglied der „Long Now Foundation“,
  • 2012: „Ordre de Chevalier du Tchad“,
  • 1998: Ehrenmitglied des „Man & Biosphere Programme“ der UNESCO im Sudan.[2]

Ausgewählte Publikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • H. Riemer, S. Kröpelin & A. Zboray (2017): Climate, styles and archaeology: an integral approach towards an absolute chronology of the rock art in the Libyan Desert (Eastern Sahara). Antiquity, 9, S. 7–23.
  • S. Kröpelin et al. (2016): Lake Yoa (Northern Chad): A Seasonal Footprint of 10,500 Years of Climate Change in the Sahara., AGU Fall Meeting, San Francisco.
  • Mallaye B. & Kröpelin S. (2016): Ennedi Massif, Chad. A cultural and natural gem. World Heritage, 82, S. 30–37.
  • Stefan Kröpelin, Michèle Dinies, Florence Sylvestre & Philipp Hoelzmann (2016): Crater palaeolakes in the Tibesti mountains (Central Sahara, North Chad) - New insights into past Saharan climates. Geophysical Research Abstracts, Vol. 18.
  • Kröpelin, S. (2009): Holozäne Umweltrekonstruktion und Kulturgeschichte der Sahara: Perspektiven aus der sudanesischen Wüste. In: Wüsten - natürlicher und kultureller Wandel in Raum und Zeit, W. D. Blümel (Hrsg.), Nova Acta Leopoldina NF 108, S. 165–191.
  • Kröpelin, S. (2007): Holozäner Klimawandel und Besiedlungsgeschichte der östlichen Sahara. Geographische Rundschau 4/2007, S. 22–29.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Rüdiger Heimlich (2017): „Bitte einfach nur: Wüstenforscher“. forschung. Das Magazin der Deutschen Forschungsgemeinschaft, 2017/2, S. 4–9.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Communicator-Preis 2017 an Stefan Kröpelin
  2. Frank Allgöwer (2018). Laudatio zur Verleihung des Communicator-Preises 2017 an Stefan Kröpelin

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]