Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft

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Der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft ist ein gemeinnütziger eingetragener Verein mit Hauptsitz in Essen. Seine Arbeitsgebiete sind Bildung, Wissenschaft und Innovation.[1] Er hat sich zur Aufgabe gemacht hat, strukturelle Probleme im Wissenschafts- und Hochschulbereich zu erkennen und zu lösen. Darüber hinaus ist der Stifterverband mit dem Deutschen Stiftungszentrum Treuhänder für zurzeit rund 650 zumeist wissenschaftsfördernde Stiftungen.[2] Der Stifterverband wurde 1920 gegründet. Neben dem Hauptsitz in Essen betreibt er ein Büro in Berlin. Präsident ist seit 2013 Andreas Barner. Er folgt auf den Berliner Unternehmer Arend Oetker, der dieses Amt seit 1998 innehatte. Seit Februar 2005 amtiert Andreas Schlüter als Generalsekretär des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft.

Der Stifterverband finanziert sich in erster Linie aus den Spenden seiner rund 3.000 Mitglieder; zu seinen Hauptförderern gehören eine Reihe großer Konzerne wie die Deutsche Bank, Daimler und Bosch, aber auch Mittelständler und Privatpersonen. 2015 investierte der Stifterverband 34,7 Millionen Euro in seine Förderprogramme.[3] Der größte Einzelposten waren dabei 11,6 Millionen Euro für Stiftungsprofessuren an Universitäten und Fachhochschulen.

Arbeitsschwerpunkte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Verbesserung der Leistungsfähigkeit des Wissenschaftssystems
  • Die Förderung der Hochschulen
  • Die Verbesserung der nationalen und internationalen Zusammenarbeit im Bereich der Wissenschaften
  • Die Förderung akademischen Nachwuchses
  • Die Verbesserung der Kooperation zwischen Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft
  • Die Förderung der allgemeinen Verständlichkeit der Wissenschaften.

Partner[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Partner des Stifterverbandes sind vor allem die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), die Max-Planck-Gesellschaft (MPG), der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD), die Alexander von Humboldt-Stiftung sowie die Studienstiftung des deutschen Volkes.

Träger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Des Weiteren ist der Stifterverband Träger:

Im Rahmen ihrer jeweiligen Zwecke bewilligen die vom Verband verwalteten Stiftungen u. a. Projektmittel, Stipendien, Druck- und Reisebeihilfen.

Preise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In enger Zusammenarbeit mit den verschiedenen deutschen Forschungsorganisationen vergibt der Stifterverband Preisgelder für besonders förderungswürdig erachtete, erfolgreiche Forschungsarbeiten. Gemeinsam mit der Deutschen Forschungsgemeinschaft vergibt der Stifterverband den Communicator-Preis für die beste Darstellung von Wissenschaft in der Öffentlichkeit sowie den „Alexander-Böhlig-Preis“ für hervorragende Promotionen und Habilitationen aus dem Fachgebiet des christlichen Orients und der antiken Christengeschichte der östlichen Reichshälfte.[4] Mit der Helmholtz-Gemeinschaft wird der Erwin-Schrödinger-Preis für interdisziplinäre Forschung seit 1999 jährlich vergeben. Auch die Fraunhofer-Gesellschaft zur Förderung der angewandten Forschung, die Max-Planck-Gesellschaft sowie die Leibniz-Gemeinschaft haben je einen eigenen entsprechenden „Preis des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft“, über dessen Preisträger-Auswahl die internen Gremien der Wissenschaftsgesellschaften eigenständig entscheiden. Gemeinsam mit der Hochschulrektorenkonferenz wird seit 2006 der Ars legendi-Preis für exzellente Hochschullehre vergeben. Darüber hinaus gab es 2009 den Wettbewerb exzellente Lehre.[5]

Von 1970 bis 1979 vergab der Stifterverband einen Sonderpreis bei der jährlichen Verleihung des Adolf-Grimme-Preises.

Auszeichnung „Stadt der Wissenschaft“[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um Städte und Stadtregionen zu mehr Leistung und Förderung im Bereich Wissenschaft zu motivieren, rief der Stifterverband von 2004 bis 2013 den Preis Stadt der Wissenschaft aus. Hervorgehoben wurden dabei insbesondere Regionen, in denen Wissenschaft an Wirtschaft und Kultur angebunden sind. Eine wesentliche Rolle dabei spielte auch, dass Wissenschaft in der Öffentlichkeit wahrgenommen wird.

Die Auszeichnung erhielten bislang:

In der Finalrunde 2013 wurden unter 50 Bewerbern – darunter auch aus Städten, die bereits eine Runde gewonnen haben - zehn Projekte in Bielefeld, Braunschweig, Bremen, Bremerhaven, Dresden, Kaiserslautern, Karlsruhe, Münster, Regensburg und Rostock ausgewählt. Den Publikumspreis erhielt schließlich Münster mit dem Projekt „Münsters Originale“, das verschiedene Veranstaltungen rund um das Thema Wissenschaft und Hochschulstudium beinhaltete.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Stadt der Wissenschaft 2012 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikinews: Stadt der Wissenschaft – in den Nachrichten

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Über uns. In: Stifterverband. 31. Oktober 2015 (stifterverband.org [abgerufen am 31. Januar 2017]).
  2. Über uns. In: Deutsches Stiftungszentrum. 22. März 2016 (deutsches-stiftungszentrum.de [abgerufen am 31. Januar 2017]).
  3. Tätigkeitsbericht des Stifterverbandes 2015/16. In: Stifterverband. 6. Mai 2016 (stifterverband.org [abgerufen am 31. Januar 2017]).
  4. Stifterverband: Alexander-Böhlig-Preis 2013 (PDF; 12 kB)
  5. Wettbewerb exzellente Lehre