Stefan Kurath

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Stefan Kurath (* 29. Januar 1976 in Thusis) ist ein Schweizer Architekt und Urbanist. Er lebt und arbeitet in Zürich und Graubünden.

Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stefan Kurath studierte Architektur an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Winterthur (ZHAW) und an der Academie van Bouwkunst Amsterdam. Es folgte ein Studium in Landschaftsarchitektur an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETHZ). Er promovierte in Stadtplanung an der HafenCity Universität Hamburg (HCU) mit der Auszeichnung summa cum laude. Er forschte und unterrichtete als wiss. Assistent ETHZ, als wiss. Mitarbeiter an der ZHAW und Universität Liechtenstein, als Lehrbeauftragter an der HTW Chur und der Hochschule Luzern. Seit 2012 lehrt und forscht Stefan Kurath als Professor für Architektur und Entwurf am Studiengang Architektur der ZHAW in Winterthur. Er ist zusammen mit Peter Jenni Gewinner des mit 10'000 Franken dotierten CS-ZHAW-Awards für herausragende Lehre (Lehrpreis 2013).[1] Im Februar 2014 hat Stefan Kurath zusammen mit Regula Iseli die Leitung des Instituts Urban Landscape der ZHAW von Max Bosshard übernommen. Parallel dazu arbeitet Stefan Kurath als selbstständiger Architekt und Stadtplaner in Zürich und in einer Bürogemeinschaft mit Ivano Iseppi in Graubünden. Er ist Verfasser zahlreicher Artikel zum Thema Architektur, Städtebau und Raumforschung. Zudem hält er Gastvorträge an Hochschulen in der Schweiz und im Ausland und ist gleichsam als Gastkritiker tätig.

Der Bau der Viamala Raststätte Thusis, die Abbundhalle Mani in Pignia, das Besucherzentrum der Viamala Schlucht, wie auch weitere kleinere Bauten wurden international publiziert.[2][3][4][5][6][7][8][9] Zusammen mit Ivano Iseppi gehört er zu den jungen Architekten in Graubünden, die sich von den bedeutenden Schweizer Architekten aus dem Kanton Graubünden wie Peter Zumthor, Bearth+Deplazes oder Valerio Olgiati zu emanzipieren beginnen.[10] Diesbezüglich lassen auch Einflüsse aus Auslandsaufenthalten in den Niederlanden und die Auseinandersetzung mit städtebaulichen Fragestellungen eine eigene Architektursprache erkennen.[11] In seiner Forschungsarbeit befasst sich Stefan Kurath schwerpunktmässig mit den Grenzen und Chancen der Planung, der Rolle der Architekten und Architektinnen und der städtebaulichen Praxis. Unter anderem ist seine empirische Arbeit über die Stadtlandschaften von heute von Thomas Sieverts, Hartmut Leser und Köbi Gantenbein gewürdigt worden.[12][13][14] Am Institut Urban Landscape der ZHAW befasst sich Stefan Kurath in Lehre und Forschung mit Fragen der Nachverdichtung der Stadtlandschaften und der Entwicklung der Innenstädte. Das Institut beschäftigt sich dabei schwerpunktmässig mit drei Fragen: Wie entsteht Architektur und Stadt eigentlich? Wie kann Architektur entworfen und Stadt geplant werden? Was ist die Rolle der Architektinnen und Architekten dabei? Er setzt sich zudem in den digitalen Medien und der Tagespresse für die Anliegen der Architekten und Stadtplaner in der Schweiz ein [15][16][17][18][19] und ist als Vorstandsmitglied der Sektion Zürich des Schweizerischen Ingenieur- und Architektenvereins (SIA), sowie der Zürcher Studiengesellschaft für Bau- und Verkehrsfragen tätig. Es braucht den politischen Architekten, fasst sein diesbezügliches Anliegen zusammen.[20]

Im Rahmen der von Daniel A. Walser kuratierten und in Chur und Zürich gezeigten Ausstellung Wenn Haltung Raum bildet. Junge Architektur aus Graubünden haben Stefan Kurath und Ivano Iseppi ihre berufliche Positionierung mit der Textarbeit Architektur gibt es nicht! Für eine politische Architektur festgehalten. Sie fordern darin einen neuen Umgang mit dem Anliegen einer "Autonomie der Architektur" mit dem Ziel, den heutigen Alltagslandschaften eine neue Kontur zu verleihen. Im Mittelpunkt steht dabei das Arbeiten an der kulturellen Erweiterung des Bestands, Ausdruckskraft in Struktur, Form und Gestalt, sowie einer direkten und archaischen Materialität.[21]

Publikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Das Schaffhauser Haus. Wertschöpfung und Baukultur im Werkraum Schaffhausen. Edition Hochparterre, Zürich 2017. ISBN 978-3-90992-845-3. (mit Philippe Koch, Andreas Jud)
  • Methodenhandbuch für das Entwerfen in Architektur und Städtebau. Triest Verlag, Zürich 2017. ISBN 978-3-03863-020-3. (mit Andri Gerber, Holger Schurk, Roland Züger)
  • Stadt gibt es nicht! Unbestimmtheit als Programm in Architektur und Städtebau! DOM publishers, Berlin 2016. ISBN 978-3-86922-461-9. (mit Andri Gerber)
  • Räumliche Leitbilder Erarbeiten. Ein Vademecum in 6 Phasen und mit 26 Fragen. Triest Verlag, Zürich 2016. ISBN 978-3-03863-016-6. (mit Moana Heussler und Peter Jenni)
  • Von der Pflichtübung zur Raumkultur. Mitarbeit an der Stadt ersetzt Mitwirkung an der Planung. In: archithese. Ausgabe 5/2015, 70–76. (mit Moana Heussler, Regula Iseli, Peter Jenni)
  • Towards a political ruralism, in: Pieter Versteegh, Sophia Meeres, (Hrsg.), 'alter rurality, exploring representations and repeasantations', Arena, Fribourg, 2014, S. 118–131.
  • Designing Integral Urban Landscapes. On the End of Nature and the Beginning of Cultures In: Revising Green Infrastructure. Concepts between Nature and Design, CRC Press, Florida 2014, S. 209–223.
  • Zukunft Einfamilienhaus? / Detached Houses - The Future? Niggli Verlag, Sulgen 2014. ISBN 978-3-7212-0830-6. (mit Max Bosshard, Christoph Luchsinger, Urs Primas, Tom Weiss)
  • Architektur gibt es nicht! Für eine politische Architektur In: werk, bauen + wohnen, 7/8, 2012, S. 53–54.
  • Planung und Wirklichkeit. Von der Notwendigkeit der Partizipation der Planung an gesellschaftlichen Aushandlungsprozessen In: Metropole 6, Zivilgesellschaft, IBA Hamburg. jovis Verlag, Berlin 2012, S. 286–289. ISBN 978-3-86859-220-7
  • Es werde Stadt! Das Manifest für eine Stadt im Werden im Glatttal In: Werk, bauen + wohnen. 11/2012, S. 63–65.
  • Der Architektur Realismus hinzufügen In: Trans Relevance. 20/2012, S. 154–157.
  • Die Krux der Raumplanung am Beispiel Einfamilienhaus In: Modulor, Architektur, Immobilien, Recht. Zürich 2012, S. 38–42.
  • Masterplan für Wanderer - Die Ruinaulta rüstet sich für einen nachhaltigen Tourismus In: Werk, bauen + wohnen. 9/2011, S. 30–35.
  • Urban Multiplicities – James Residential Complex, Zürich. In: Oris. Zagreb 2010.
  • Stadtlandschaften Entwerfen? Grenzen und Chancen der Planung im Spiegel der städtebaulichen Praxis. Transcript Verlag, Bielefeld 2011. ISBN 978-3-8376-1823-5 (Dissertation)
  • Perspektiven für das Alpenrheintal - Das Alpenrheintal als Untersuchungsraum für interdisziplinäre, regional verankerte Forschungsarbeiten. In: GAIA. 18/2 (2009), S. 176–181. (mit Hans-Martin Neumann, Catarina Proidl)
  • Komplexe Einheit – Das Einfamilienhaus im periurbanen Umfeld. In: archithese. Ausgabe 3/2007, 22–27.
  • Landscape and Urbanism. In: Oris. Nr. 31, Zagreb, März 2005.
  • Macht-Konflikt als Raumkonzept. In: Trans. Nr. 13 transIfy, November 2004.
  • Landscape as new urban Typology. In: The European City, Architectural Intervention and Urban Transformations. Conference Book, Faculty of Architecture, Delft University of Technology, 2004.
  • Widerspenstiges stärken. Der öffentliche Raum in der Agglomeration In: FreeLounge, Fachmagazin für kommunale Frei-Räume. Nr. 4, 2012, S. 37–39. (mit Anke Domschky)
  • Nachhaltigkeit in der Praxis des Städtebaus. In: Werk, bauen + wohnen. 12/2009, S. 35–41. (mit Max Bosshard und Tom Weiss)
  • Die emergente Rolle der Architekten. In: Grazer Architektur Magazin. Graz 2007, S. 154–175. (mit Angelus Eisinger)
  • Jetzt die Zukunft – Einschreibeprozesse soziotechnischer Stadtlandschaften. In: Grazer Architektur Magazin. Graz 2008, S. 80–91. (mit Angelus Eisinger)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. ZHAW: ZHAW-Lehrpreis 2013 an Architektur-Dozenten, abgerufen am 24. April 2014
  2. Viamala Raststätte Thusis, in: 1000 x European Architecture, Braun Publishing, Salenstein, 2011
  3. Viamala Raststätte Thusis, in: Automobil Architektur, Braun Publishing, Salenstein, 2011.
  4. Architektur in Fahrt, in: Architektur mobil, H.O.M.E., Februar 2011, S. 111–112
  5. Katharina Marchal (2008), Autobahnraststätte Thusis, in: Mark-Magazine, Another Architecture, Amsterdam
  6. Ivo Bösch (2014), Terrassenerlebnis, Besucherzentrum Viamala Schlucht, in: Hochparterre 08/2014, Zürich
  7. Hubertus Adam (2014), Dauerhaftes Kassenhäuschen, in: Deutsche Bauzeitung 10/2014, Berlin
  8. Yvonne Michel (2015), Leiser Auftakt zum Naturspektakel, in: Archithese Swiss Performance 1/2015, Zürich
  9. Alexander Hosch (2015), Architekturführer Schweiz. Die besten Bauwerke des 21. Jahrhunderts., in: Callwey Verlag 2014, München
  10. Emeline Curien (2015), Iseppi & Kurath, Pour une architecture politique, in: d’Architectures November/2014, Paris
  11. Generation Grey Zone, in: Fourth Door Review, Number 8, 2009, S. 66–67
  12. Thomas Sieverts, Stadtlandschaften entwerfen? Buchrezension zu Stefan Kuraths Doktorarbeit, in: Garten+Landschaft, Zeitschrift für Landschaftsarchitektur, Mai 2012, S. 34–37
  13. Köbi Gantenbein, In: Hochparterre 4/2012, S. 62
  14. Hartmut Leser, In: Geographica Helvetica, 67/1-2 (2012)
  15. Interview mit Stefan Kurath, Autofrei – das ist kein Globalrezept, in: Neue Luzerner Zeitung, 2. März 2015, S. 15
  16. Interview mit Stefan Kurath, Chur West - die Stadt gleicht einem Autokäufer, der das erstbeste Auto kauft, in: Südostschweiz, 13. Februar 2015
  17. Interview mit Stefan Kurath, In Basel besteht das Risiko einer Musealisierung, in: Basler Zeitung, 30. Januar 2015
  18. Interview mit Stefan Kurath, „So findet keine Zukunft Stadt“, in: Yves Häberli, Vision 2035, Biel
  19. Interview mit Stefan Kurath, in: Alberto Alessi, Andri Gerber, Peter Staub (Hrsg.), Raumkultur und Identität, Positionen 6, Universität Liechtenstein, Vaduz 2013
  20. Interview mit Stefan Kurath, „Es braucht den politischen Architekten“, in: Hochparterre, Nr. 9, 2013
  21. Architektur gibt es nicht!, in: werk, bauen + wohnen, Nr. 7/8, 2013, S. 53–54