Steinbach (Bad Lausick)

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Steinbach
Koordinaten: 51° 8′ 41″ N, 12° 38′ 43″ O
Höhe: 164 m
Eingemeindung: 1999
Postleitzahl: 04567
Vorwahl: 034345
Steinbach (Sachsen)
Steinbach

Lage von Steinbach in Sachsen

Steinbach ist ein Ortsteil von Bad Lausick im Landkreis Leipzig im Freistaat Sachsen. Zur Ortschaft Steinbach gehören die Orte Steinbach, Beucha, Kleinbeucha und Stockheim.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Steinbach liegt nordwestlich von Bad Lausick am Jordanbach. Südwestlich von Steinbach liegt Beucha an der Eula. Stockheim liegt nördlich von Steinbach.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Steinbach[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schloss und (im Hintergrund) Kirche

Steinbach fand erstmals 1168 Erwähnung in Verbindung mit einer Wasserburg und dem darauf aufbauenden Rittergut. Der Jordanbach prägte entscheidend die Siedlungsanlage. Rittergut, Kirche und Dorf entwickelten sich als Gassen- und Zeilengruppendorf. In katholischen Zeiten gehörte Steinbach zum Bistum Merseburg. 1445 war ein Rittersitz mit zwei Vorwerken verzeichnet und 1540 wird Hans von Holleuffer als Besitzer genannt. Später folgen die Familien von Weißbach, aus dem Winckel und 1608 Hans Georg von Zehmen. Er heiratete 1614 Anna Margarethe von Kitzscher. Der Dreißigjährige Krieg brachte Hans Georg v.Z. viele Drangsale und Plünderungen. Über zwanzigmal musste er von Habe und Gütern fliehen.[1] Er hatte 17 Kinder. Die beiden letzten zehmischen Besitzer von Rittergut Steinbach waren 1668 Sigismund v.Z. bzw. 1690 seine Tochter Magdalene v. Kötteritz, geb. v. Zehmen. Ihr Gemahl war der Domherr zu Merseburg bzw. Kurf. Geheime Rat und Vizekanzler Wolff Siegfried von Kötteritz. Um 1715 ließ er das Schloss erbauen und 1717 entstand der Kirchenneubau anlässlich des 200-jährigen Jubiläums der Reformation. Unter seinem Patronat ließ er auf eigene Kosten die Kirche in ihrer heutigen barocken Gestalt entstehen.[2] Weitere Besitzer des Ritterguts waren 1719 Christoph Friedrich von Pflugk (als Kirchenpatron veranlasste er die Anbringung der fein gestalteten Stuckdecke in der Kirche), 1754 die Familie Baumann und 1891 bis zur Enteignung 1945 Alexander Pagenstecher († 1928) und seine Erben. Das Schloss diente nach 1945 als Schule, später auch als Gemeindeamt.

Steinbach und das Vorwerk Lindhardt lagen bis 1856 im kursächsischen bzw. königlich-sächsischen Amt Borna.[3] Ab 1856 gehörte der Ort zum Gerichtsamt Lausick und ab 1875 zur Amtshauptmannschaft Borna.[4] Das heutige Dorf entstand zu einem nicht unwesentlichen Teil im Verlauf der Siedlungspolitik im Revier des Tagebaus Espenhain.

Beucha mit Kleinbeucha[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Dorf Beucha wurde 1180 erstmals als „Bichow“ erwähnt. Es entwickelte sich als Platzdorf mit Kirche und Mühle an der Eula. Im Ort befand sich ein Rittergut. Die Siedlung Kleinbeucha zwischen Beucha im Süden und Steinbach im Norden entwickelte sich erst im 18. Jahrhundert mit Schäferei und Fischzucht. Beucha bildete mit Flößberg und einem Anteil von Trebishain eine Exklave zwischen den Ämtern Borna und Colditz, die bis 1816 zum kursächsischen bzw. königlich-sächsischen Erbamt Grimma[5] gehörte und dann dem Amt Borna angegliedert wurde. Ab 1856 gehörte der Ort zum Gerichtsamt Borna und ab 1875 zur Amtshauptmannschaft Borna.[6]

Stockheim[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stockheim wurde im Jahr 1204 erstmals erwähnt. Das Reihendorf am Göselbach war der südwestlichste Ort im Hauptteil des kursächsischen bzw. königlich-sächsischen Erbamts Grimma.[7] 1856 kam der Ort zum Gerichtsamt Lausick und 1875 zur Amtshauptmannschaft Borna.

Gemeinsame Geschichte der Ortsteile von Steinbach[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Steinbach, Beucha und Stockheim gehörten seit 1952 zum Kreis Borna im Bezirk Leipzig. Am 1. Januar 1967 schlossen sich Steinbach und Beucha zu Steinbach-Beucha zusammen. Dieses schloss sich wiederum am 1. Oktober 1972 mit Stockheim zu einer Gemeinde mit dem Namen „Steinbach“ zusammen. Bei der Kreisreform im Freistaat Sachsen kam Steinbach im Jahr 1994 zum Muldentalkreis. Am 1. Januar 1999 folgte die Eingemeindung zu Bad Lausick. Nach 1990 ist die Land- und Forstwirtschaft gegenüber anderen Wirtschaftszweigen als prägend für den Ort erhalten geblieben. Die Ortschaft Steinbach besitzt einen Ortschaftsrat.[8]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Stefan Hänsel: Ortsfamilienbuch Steinbach bei Bad Lausick 1577-1799. Berlin: epubli 2014, ISBN 978-3-8442-9996-0, 503 Familien
  • Doris Rahn, Petra Friedrich, Andreas Süß, Falk Golde, Frank Müller, Jens Raake, Reinhard Tost: Sieben Türme - ein Gedanke, Kirchen und Gemeinden am Leipziger Neunseenland. Ev.-Luth. Kirchengemeinden Steinbach und Kitzscher, 2007, erstellt im Rahmen eines Projektes des Heimatvereins des Bornaer Landes e.V., unter anderem schöne und interessante Beschreibung der Kirche zu Steinbach.
  • Matthias Donath: Schlösser in Leipzig und Umgebung. edition Sächsische Zeitung Redaktions- und Verlagsgesellschaft Elbland mbH, Meißen 2013, S. 10, Steinbach S. 126 und 128.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Steinbach (Bad Lausick) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Hanns-Moritz von Zehmen: Genealogische Nachrichten über das Meißnische Uradelsgeschlecht von Zehmen, 1206 bis 1906. Wilhelm Baensch, Dresden 1906, S. 38, vgl. S. 56 und 57.
  2. Sieben Türme - ein Gedanke, Kirchen und Gemeinden am Leipziger Neunseenland. Ev.-Luth. Kirchengemeinden Steinbach und Kitzscher, 2007 S. 56, vgl. S. 58 und 59.
  3. Karlheinz Blaschke, Uwe Ulrich Jäschke: Kursächsischer Ämteratlas. Leipzig 2009, ISBN 978-3-937386-14-0; S. 62 f.
  4. Die Amtshauptmannschaft Borna im Gemeindeverzeichnis 1900
  5. Karlheinz Blaschke, Uwe Ulrich Jäschke: Kursächsischer Ämteratlas. Leipzig 2009, ISBN 978-3-937386-14-0; S. 60 f.
  6. Die Amtshauptmannschaft Borna im Gemeindeverzeichnis 1900
  7. Karlheinz Blaschke, Uwe Ulrich Jäschke: Kursächsischer Ämteratlas. Leipzig 2009, ISBN 978-3-937386-14-0; S. 60 f.
  8. Der Ortschaftsrat Steinach auf der Webseite des Freistaats Sachsen