Steinbeis-Stiftung

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Das Logo der Steinbeis-Stiftung
Haus der Wirtschaft Baden-Württemberg - Sitz der Zentrale der Steinbeis-Stiftung

Die Steinbeis-Stiftung[1] ist Dach eines Verbundes, der im Wissens- und Technologietransfer aktiv ist. Verantwortlich für alle wirtschaftlichen Aktivitäten ist das Tochterunternehmen Steinbeis GmbH & Co. KG für Technologietransfer.[2]

Namensgeber der Stiftung ist Ferdinand von Steinbeis (1807–1893), der als württembergischer Wirtschaftspolitiker die Grundlage der dualen Ausbildung in Mittelstandsbetrieben schuf.

Geschichte[Bearbeiten]

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Büste des Ferdinand von Steinbeis im Eingangsbereich der Steinbeis-Hochschule Berlin (2015)

Ferdinand von Steinbeis gründete 1868 die erste Steinbeis-Stiftung, um die gewerbliche Ausbildung von Jugendlichen zu fördern. Die Stiftung verlor ihr Vermögen während der Inflation 1923 und löste sich auf. 1971 wurde sie als Stiftung bürgerlichen Rechts in Stuttgart neu gegründet.[3]

Der frühere Baden-Württembergische Ministerpräsident Lothar Späth ernannte 1983 Johann Löhn, Rektor der Fachhochschule Furtwangen und Vorsitzender des Arbeitskreises Technologietransfer in der Forschungskommission des Landes zum Regierungsbeauftragten für Technologietransfer. [4] In dieser Funktion unterstützte Johann Löhn die Landesregierung bis 2006 bei der Förderung der mittelständischen Wirtschaft. Zeitgleich übernahm Johann Löhn in Personalunion den hauptamtlichen Vorstandsvorsitz der von ihm neu gestalteten Steinbeis-Stiftung. Als ehrenamtliche Stellvertreter werden Reinhard Merkle und Walter W. Weiss benannt. Unterstützt und begleitet wird die Stiftung von einem Kuratorium, dem Hans-Joachim Förster vorsteht.[4]

1984 entstehen neben den bestehenden Technischen Beratungsdiensten an den Fachhochschulen weitere eigenständige, fachorientierte Transferzentren, die das Transfernetz ergänzen.[4]

1985 übernimmt der Unternehmer Josef Pfeffer das Ehrenamt von Reinhard Merkle als ehrenamtlicher stellvertretender Vorstandsvorsitzender.[4]

1986 kehrt die Steinbeis-Stiftung mit ihren Büroräumen von der Stuttgarter Hospitalstraße räumlich an ihre Ursprünge zurück und bezieht Räume im Haus der Wirtschaft Baden-Württemberg. Bis heute hat die Steinbeis-Stiftung hier ihren Sitz. [4]

1995 werden zusätzlich zum bisherigen Modell der Steinbeis-Transferzentren von Fachhochschulen als Wissens- und Technologiequellen auch Zentren an Universitäten in Baden-Württemberg gegründet, auch „freie“ Zentren entstehen, die von Experten außerhalb von Wissens- und Forschungseinrichtungen geführt werden.[4]

1998 wurde der Steinbeis-Verbund organisatorisch neu aufgestellt. Die Steinbeis GmbH & Co. KG für Technologietransfer wurde als neue operationale Einheit geschaffen, um die stark erweiterten wirtschaftlichen Aktivitäten organisatorisch von den Aufgaben der Stiftung zu trennen. In dasselbe Jahr fällt die Gründung und staatliche Anerkennung der privaten Steinbeis-Hochschule Berlin (SHB). Erster Präsident wird Johann Löhn, der das Amt auch heute noch innehat.[5]

2003 gründet Steinbeis mit der Steinbeis-Edition einen Verlag- die Steinbeis-Edition.[4]

2004 vergibt Steinbeis erstmals den Transferpreis der Steinbeis-Stiftung – Löhn-Preis. Der Preis zeichnet jährlich im Rahmen des Steinbeis-Tags herausragende Transferprojekte im wettbewerblichen Wissens- und Technologietransfer zwischen Wissenschaft und Wirtschaft aus. [5]

2012 gibt Heinz Trasch den Vorstandsvorsitz und die Geschäftsführung der Steinbeis GmbH & Co. KG für Technologietransfer altersbedingt ab. Das Kuratorium wählt Michael Auer (Vorsitz) und Manfred Mattulat (bisher Geschäftsführer der Steinbeis Beteiligungs-Holding) zum neuen Vorstand der Steinbeis-Stiftung. Beide sind nun das Team, das in Personalunion auch die Spitze der Geschäftsführung der Steinbeis GmbH & Co. KG für Technologietransfer bildet.[5]

Die Stiftung wird heute von Michael Auer (Vorsitz) und Manfred Mattulat geleitet, ein Kuratorium legt die Grundsätze der Arbeit der Stiftung fest.[6]

Stiftungsauftrag[Bearbeiten]

Die Stiftung hat zur Aufgabe, der „[…]Wirtschaft des Landes wissenschaftliche Erkenntnisse […] zur Verfügung zu stellen.“ (Satzung der Steinbeis-Stiftung).

Aktivitäten der Stiftung[Bearbeiten]

Der jährlich vergebenen Transferpreis der Steinbeis-Stiftung, der Löhn-Preis, würdigt Projekte des wettbewerblichen Wissens- und Technologietransfers. Der Preis wird an Steinbeis-Unternehmen und deren Projektpartner vergeben und ist mit bis zu 60.000 Euro Preisgeld dotiert. Der Löhn-Preis wurde im Jahr 2004 zur Würdigung der Leistung von Johann Löhn initiiert und erstmals verliehen.[7]

Im vierteljährlich erscheinenden Transfermagazin[8] berichtet der Verbund über Projekte und Veranstaltungen des Wissens- und Technologietransfers. Der Verlag Steinbeis-Edition[9] kommt der Wissensvermittlung durch die Veröffentlichung von Publikationen der Experten des Steinbeis-Verbundes nach. Das Ferdinand-Steinbeis-Institut[10] unterstützt die Steinbeis-Zentren als Projektpartner bei der Erstellung von Studien und führt eigene Untersuchungen durch.

Verbund[Bearbeiten]

Den Steinbeis-Verbund bilden die sogenannten Steinbeis-Unternehmen, über die der transferunternehmerische Wissens- und Technologietransfer erfolgt. Ihren Sitz haben die Steinbeis-Unternehmen überwiegend an Hochschulen und Forschungseinrichtungen.

Zum Steinbeis-Verbund gehören seit 2014 über 1.000 aktive und fachlich spezialisierte Steinbeis-Unternehmen (Steinbeis-Transferzentren, -Beratungszentren, -Forschungs- und Innovationszentren, -Transfer-Institute und GmbHs) in Deutschland und weltweit. Sie sind in den Dienstleistungsbereichen Beratung, Forschung & Entwicklung, Analysen & Expertisen sowie Aus- und Weiterbildung tätig.[11] Die Steinbeis-Hochschule Berlin ist ein Tochterunternehmen und bietet über Steinbeis-Transfer-Institute insbesondere berufsbegleitende Aus- und Weiterbildung.[12]

Umsatz[Bearbeiten]

Mit den Dienstleistungen Forschung und Entwicklung, Beratung und Expertisen sowie Aus- und Weiterbildung haben die Steinbeis-Unternehmen im Jahr 2014 einen Umsatz von 144,4 Millionen Euro erzielt.[13]

Mitarbeiter[Bearbeiten]

Die Leiter der Zentren und Institute arbeiteten 2014 mit 1.744 Angestellten und 3.691 freien Mitarbeitern zusammen. Insgesamt 717 Professoren waren 2014 in den Steinbeis-Unternehmen tätig.[13]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Steinbeis-Stiftung, Webauftritt der Steinbeis-Stiftung
  2. Steinbeis-Stiftung, Webauftritt der Steinbeis-Stiftung
  3. Technologie.Transfer.Anwendung. (PDF-Datei; 858 kB) Unternehmens-Broschüre der Steinbeis-Stiftung
  4. a b c d e f g Steinbeis 1983 – 2013 (PDF-Datei; 2,4 MB)
  5. a b c Historie des Steinbeis-Verbunds
  6. Struktur, Struktur der Steinbeis-Stiftung
  7. Löhn-Preis – Transferpreis der Steinbeis-Stiftung
  8. Transfermagazin Das Steinbeis Magazin
  9. Experten.Wissen.Teilen. Steinbeis-Edition
  10. Ferdinand-Steinbeis-Institut
  11. Daten & Fakten Daten & Fakten der Steinbeis-Stiftung
  12. Steinbeis-Hochschule Berlin
  13. a b Zahlen und Fakten

Weblinks[Bearbeiten]