Steinbeis-Hochschule Berlin

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Steinbeis-Hochschule Berlin
Logo
Motto Verzahnung von Theorie und Praxis
Gründung 1998
Trägerschaft privat
Ort Berlin
Bundesland BerlinBerlin Berlin
Land DeutschlandDeutschland Deutschland
Studierende 6.344 WS 2014/15[1]
Professoren 63
Website www.steinbeis-hochschule.de

Die Steinbeis-Hochschule Berlin (SHB) ist eine 1998 gegründete, staatlich anerkannte wissenschaftliche private Fachhochschule[2] mit Promotionsrecht im Berliner Ortsteil Friedrichshain. Sie bietet vorrangig berufsbegleitende und berufsintegrierte Studienprogramme und Lehrgänge in Berlin sowie an den genehmigten Zweigstellen an. Neben Bachelor-Studiengängen gibt es Master-Studiengänge und die Möglichkeit zur Promotion. Namensgeber ist der Wirtschaftspolitiker Ferdinand von Steinbeis (1807–1893).

Organisationsstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Steinbeis-Hochschule-Berlin GmbH ist ein selbstständiges Tochterunternehmen der Steinbeis-Stiftung. Trägerin der Hochschule ist die „Steinbeis-Hochschule Träger gGmbH“, eine 100%ige Tochter der Steinbeis-Stiftung.

Die Steinbeis-Hochschule organisiert sich nach dem Vorbild der Steinbeis-Stiftung dezentral über die Steinbeis-Transfer-Institute (STI), die innerhalb zentraler Rahmenbedingungen wirtschaftlich unabhängig agieren.[3]

Büste des Ferdinand von Steinbeis im Eingangsbereich der SHB, 2015

Einige Institute der SHB organisieren ihre Studienangebote jeweils unter dem Dach eines speziellen Verbundes, einer sogenannten School.

Geleitet wurde die Hochschule von Präsident Johann Löhn von 1998 bis 2018. Dem Präsidenten steht der Hochschulrat mit Vertretern aus Wirtschaft, Forschung und Politik beratend zur Seite. Geschäftsführer der Trägergesellschaft ist Jürgen Abendschein.

Einrichtungen und Institute (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • ADG Business School
  • Akademie für öffentliche Verwaltung und Recht (AOEV)
  • Business School Alb-Schwarzwald
  • Center of Real Estate Studies (CRES)
  • IBR School of Executive Management
  • IEC Institute of Executive Capabilities (IEC)
  • Institut für Organisation & Management (IOM)
  • School of Criminal Investigation and Forensic Sciences (School CIFoS)
  • School of Governance Risk & Compliance (School GRC)
  • School of International Business and Entrepreneurship (SIBE)
  • School of Management and Innovation (SMI)
  • School of Management and Technology (SMT)
  • Steinbeis Business Academy (SBA)
  • Steinbeis Technology Group
  • Steinbeis-Transfer-Institut Studienzentrum Marburg (STI Marburg)
  • VWA Business School (VWA BS)
  • zeb.business school

Studiengänge (Auswahl)[4][Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bachelor[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Business Administration (B.A., Schwerpunkte Business and Economics oder Leadership and Management)
  • Social Management (B.A., Schwerpunkte Social Services oder HealthCare Services)
  • Cardiovascular Perfusion (B.Sc.)
  • IT-Management (B.Sc.)
  • Interdisziplinäre Gesundheitsversorgung (B.Sc.)
  • Physician Assistance (B.Sc.)
  • Wirtschaftsinformatik (B.Sc.)

Master[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • General Management (M.A.)
  • General Responsible Management (M.A.)
  • Wirtschafts- und Organisationspsychologie (M.A.)
  • Business Management (M.Sc.)
  • Orale Implantologie und Parodontologie (M.Sc.)
  • International Management (M.Sc.)
  • Klinische Psychologie (M.Sc.)
  • Wirtschaftsinformatik (M.Sc.)
  • Wirtschaftsingenieurwesen (M.Sc.)
  • (auslaufend) Internationales Wirtschaftsrecht (LL.M.)
  • Business Administration (MBA)
  • Business Engineering (MBE)

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kritik am angekündigten Studiengang in Homöopathie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

DOCMO audiatur et altera pars 12:01, 26. Jun. 2020 (CEST)

Anfang 2014 kam die Hochschule bundesweit in die Kritik, nachdem sie angekündigt hatte, über ein Steinbeis-Transfer-Institut in Traunstein ab September 2014 an der Homöo-Akademie einen Bachelorstudiengang in Homöopathie starten zu wollen. Kritiker sprechen von einer „Blamage für den Wissenschaftsstandort Bayern“.[5] Laut der Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften (GWUP) sei der Studiengang „schlicht ein akademischer Etikettenschwindel“, der „einer Pseudowissenschaft höhere Weihen“ verleihe.[6]

Laut dem Wissenschaftsjournalisten Christian Weymayr sei der Studiengang eine „Fortbildungsschule für Heilpraktiker“, welche mit „einem akademischen Mantel beschönigt, aufgewertet“ würde. Man rede „vom Master und Bachelor, von Hochschule, von ‚akademisch‘“, so würden „alle die ernsthaften Studiengänge, die sich wissenschaftlichen Standards verpflichtet fühlen und an ganz normalen Hochschulen angesiedelt sind, diskreditiert.“[7] Der Einschätzung des Mediziners Edzard Ernst nach sei „nicht einmal das Minimum von kritischem Denken und akademischer Seriosität erfüllt“. Solche Ausbildungen seien „extrem bedauerlich – sie entwerten den Bachelor of Science auf allen anderen Gebieten und haben nicht das Geringste mit ‚Science‘ zu tun“.[8] Gegen die Akkreditierung des Studiengangs wurde eine Petition an den Berliner Senat gerichtet, welcher für die Hochschule zuständig ist.[9]

Anfang April 2014 veröffentlichte Spiegel Online, dass der geplante Studiengang doch nicht eingeführt wird.[10]

Akkreditierung des Masterstudiengangs Kriminalistik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

DOCMO audiatur et altera pars 12:01, 26. Jun. 2020 (CEST)

Der Masterstudiengang Kriminalistik (M.A.) in Berlin hatte im November 2015, drei Jahre nach Beginn des Studiengangs, noch keine notwendige Akkreditierung von der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft. Dabei soll eine Akkreditierung in Berlin nach Beginn eines Studiengangs erfolgen. Erst Anfang 2015 bemühte sich die Hochschule um eine Akkreditierung. Diese Akkreditierung wurde von der zuständigen Agentur wegen vieler Mängel ausgesetzt. Wenn ein Studiengang keine Akkreditierung erhält, dürfen keine neuen Studenten diesen beginnen. Der Beginn des Masterstudiengang Criminal Investigation 2015 wurde auf März 2016 verschoben. Der Masterstudiengang Criminal Investigation war in den letzten Jahren vom Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) und Deutsche Gesellschaft für Kriminalistik beworben worden.[11]

Am 8. März 2016 wurde der Studiengang vom Akkreditierungsrat akkreditiert. Die Evaluationsagentur Baden-Württemberg erteilte die Programmakkreditierung rückwirkend, die dadurch seit Beginn des Masterstudiums im Jahr 2012 wirksam ist.[12]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Studierendenzahlen Studierende und Studienanfänger/-innen nach Hochschularten, Ländern und Hochschulen, WS 2014/15. (PDF) Statistisches Bundesamt, S. 68–113; abgerufen am 8. März 2016
  2. Grundordnung der Hochschule in der Fassung vom 1. Oktober 2018, Artikel 1 (PDF); abgerufen am: 9. Juni 2020
  3. Anja Reinhardt (Redaktion): Unternehmertum.Organisation.Erfolg. In: Steinbeis-Hochschule Berlin SHB – Wissen.Transfer.Anwendung. 4. Auflage. Straub Druck+Medien, Schramberg 2013, S. 10–11.
  4. Studiengänge | Steinbeis-Hochschule. Abgerufen am 24. April 2020.
  5. Der Globuli-Bachelor Streit um Homöopathie-Studium in Traunstein. (Memento vom 3. März 2014 im Internet Archive) BR, 26. Februar 2014
  6. Umstrittenes Homöopathie-Studium: Die Globulisierungs-Falle. In: Spiegel Online, 17. Februar 2014
  7. Dr. Globuli – Neuer Studiengang für Homöopathie. SWR, 24. Februar 2014
  8. Homöo-Akademie: „Nicht einmal ein Minimum an akademischer Seriosität“. In: Der Standard, 27. Januar 2014
  9. openpetition.de
  10. Globuli-Kunde: Privat-Hochschule gibt Homöopathie-Studiengang auf. In: Spiegel Online, 4. April 2014
  11. Miriam Olbrisch: Tatort Universität. In: Der Spiegel. Nr. 46, 2015, S. 50 (online).
  12. Pressemitteilungen. (Memento vom 14. März 2016 im Internet Archive) School of Governance Risk & Compliance, 8. März 2016

Koordinaten: 52° 30′ 33,8″ N, 13° 28′ 24,6″ O